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Ein „Katzentraum“ geht in Erfüllung

Kater Mikesch kehrt in alte Heimat zurück: Umzug des Gnadenhofs nach Ried steht bevor

Kater Mikesch kehrt zurück nach Ried.
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Kater Mikesch kehrt zurück nach Ried.

Die Sturzflut ist überstanden, der Streit mit den Versicherungen beigelegt. Jetzt sieht der Verein „Katzentraum“ dem Umzug seines Gnadenhofes aus Sonnenham nach Ried entgegen. Die Bauarbeiten laufen auf Hochtouren. Spätestens ab Mai ist die Marktgemeinde Bruckmühl um 60 Katzen reicher.

Bruckmühl – Im Bruckmühler Ortsteil Ried entsteht der „Katzentraum“, ein Gnadenhof für Samtpfoten. Nach dem Richtfest im Mai 2021 ging der Innenausbau zügig voran und wurde am 26. Juli durch die Sturzflut im Raum Götting jäh unterbrochen. „Im Rohbau lief der Keller voll. Im Erdgeschoss stand das Wasser zwischen 20 und 40 Zentimeter hoch“, schildert Renate Holland, die Vorsitzende des Vereins KatzenTraum : „Das gesamte gelagerte Baumaterial für den Trockenbau wurde durchnässt. Zum Glück war der Estrich noch nicht verlegt.“

Auf dem Gelände des ehemaligen „Straßerhofes“ im Bruckmühler Ortsteil Ried entsteht der Gnadenhof des Vereins „Katzentraum“.

Hilfsbereitschaft nach Sturzflut war groß

Begeistert berichtet sie von der großen Hilfsbereitschaft der Vereinsmitglieder, aber auch von Menschen aus Götting und Bruckmühl. „Sie haben gemeinsam angepackt, Wasser und Schlamm aus dem Gebäude entfernt“, so Holland. Den durch das Hochwasser entstandenen Schaden beziffert sie auf rund 150 000 Euro. „Unsere Bauwesenversicherung hat sich zuerst geweigert, für den Schaden aufzukommen, aber wir haben einen Rechtsanwalt eingeschaltet und auch in den sozialen Medien ist großer Druck auf den Versicherer entstanden“, erklärt sie. Inzwischen habe die Versicherungsgesellschaft eingelenkt.

Die „Katzentraum“-Chefin freut sich auf den Umzug und empfängt ihre Samtpfoten mit offenen Armen.

Erste Mieter ziehen schon im März ein

Durch die Überschwemmung ist Holland zufolge eine Bauverzögerung von drei bis vier Monaten eingetreten. Derzeit arbeiten unter anderem Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker, Elektriker und Verputzer mit Hochdruck am Innenausbau. Ende März soll ein Teilumzug in die dann fertigen Gebäudeteile erfolgen. Ungefähr sechs Wochen später steht der restliche Umzug aus den bisherigen gemieteten Räumlichkeiten in Sonnenham an.

Die rund 60 Katzen müssen sich dann an ihr neues Zuhause gewöhnen. „Sie werden in dieser Phase ausschließlich von Helfern betreut, mit denen die Katzen schon vertraut sind“, erläutert die Vorsitzende. Dabei werden in den ersten Tagen unter anderem auch Sprays mit Duftstoffen eingesetzt, die von den Tieren als wohltuend und beruhigend empfunden werden. „Ich habe keine großen Bedenken wegen der Eingewöhnung, denn Katzen sind neugierig“, stellt die „Samtpfoten-Chefin“ fest und fügt hinzu: „Aber es wird schon aufregend werden, wenn all unsere Fellnasen endlich umziehen dürfen und die ersten Stunden im neuen Gnadenhof in Ried verbringen.“

Endspurt: Bernhard Katzmair (oben) und Severin Ring montieren Wetterschutzgitter für die Lüftung.

Die Katzen würden sich dann ihre individuellen Futter-, Schlaf- und Kuschelplätze sowie ihre „stillen Örtchen“ suchen. Auf rund 80 Quadratmetern wird ein Begegnungsraum für Tiere und Menschen geschaffen. Dort können Besucher aus Altenheimen, Kindergärten und Schulen, aber auch alle anderen Interessenten Kontakt mit den vierbeinigen Bewohnern aufnehmen. „Die Besuchszeiten werden noch festgelegt“, erklärt Holland.

Anrührende Geschichte um Kater Mikesch

Mit dem Umzug von Sonnenham nach Ried verbindet sich auch eine anrührende Katzengeschichte. Sie begann im Sommer 2020 bei der Entrümpelung des alten Straßerhofs. „Es kam öfters ein Mann aus der Nachbarschaft vorbei, der meist von seinem schwarz-weißen Kater begleitet wurde“, erinnert sich Renate Holland. „Eines Tages erfuhren wir, dass der nette Nachbar verstorben war, und wir fragten uns natürlich, wer sich nun um seinen Kater kümmern würde.“

Der Kater, der von den Vereinsmitgliedern auf den Namen „Mikesch“ getauft wurde, war verstört und versteckte sich im angrenzenden Maisfeld. Mit viel Geduld und Futter wurde er angelockt. Zwei „Katzenträumerinnen“ gingen jeden Morgen vor der Arbeit erst einmal ans Maisfeld, um nach Mikesch zu sehen. „Dieser beobachtet die Beiden wohl und so kam es, dass er immer mehr Vertrauen zeigte, wir ihn einfangen und in den Gnadenhof nach Sonnenham bringen konnten“, so Holland.

Viel Platz für eine Begegnungsstätte für Mensch und Tier ist im neugestalteten „Stallbereich“ entstanden.

Hier entwickelte er sich zu einem wahren Vorzeigekater: lieb, freundlich und offenbar auch dankbar für die Hilfe, die ihm zuteil wurde. Nun kehrt Mikesch bald in seine alte Heimat zurück. „Und wir sind uns sicher, dass sein verstorbenes Herrchen irgendwie mitbekommt, dass sein vierbeiniger Freund gut versorgt ist und bei uns in Geborgenheit alt werden darf“, ist sich Renate Holland sicher.

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