Mangel an Einsatzkräften befürchtet

Bruckmühl - Gut gerüstet für den Ernstfall sind die sieben Feuerwehren im Markt Bruckmühl. Die Sicherheit der Bürger ließ sich die Kommune im vergangenen Jahr 67.136 Euro kosten.

67.136 Euro wurden in neue Gerätschaften und moderne Ausstattungsgegenstände investiert. Dies berichtete Feuerwehr-Referent Albert Schwegler dem Gemeinderat. Sorgen bereiteten ihm aber die rückläufigen Mitgliederzahlen – insbesondere bei der Feuerwehr Heufeld.

Vier Fahrzeug-Ersatzbeschaffungen wurden in den Jahren 2007 bis 2009 getätigt. So besitzt die Feuerwehr Bruckmühl ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 20/16) im Wert von 395.400 Euro (staatlicher Zuschuss 80.000 Euro). Die Feuerwehren Högling und Kirchdorf freuten sich über neue, herstellergleiche Tragkraftspritzenfahrzeuge (TSF). Diese schlugen mit 64.600 Euro (Högling) und 63.500 Euro (Kirchdorf) zu Buche. Der staatliche Zuschuss betrug bei beiden Autos jeweils 13.300 Euro. In Heufeld ist außerdem ein neues Mehrzweckfahrzeug (MZF) für 84.900 Euro (12.000 Euro Zuschuss) stationiert.

Für die Feuerwehr Bruckmühl wurden im Haushalt 2010 Mittel in Höhe von 14595 Euro bereitgestellt. Die größten Posten: ein Auf- und Abseilgerät (1500 Euro), ein Rollcontainer (1650 Euro) sowie Defibrillatoren (1600 Euro). Die Führerscheinausbildung können Floriansjünger aus dem gesamten Gemeindebereich jetzt mit Hilfe eines Versorgungs-Lkw absolvieren, da ein Fahrzeug auf Doppelpedalbetrieb umgebaut wurde (Kosten 1400 Euro).

15878 Euro, unter anderem für mehrere Meldeempfänger (1940 Euro) sowie Defibrillatoren (1600 Euro), investierte die Marktgemeinde in die Feuerwehr Heufeld.

Die Männer aus Götting wiederum nutzen ein neues Schwerlastregal (850 Euro), neue Spinde (4300 Euro) sowie Handfunkgeräte (1400 Euro). Eine Chiemsee-Pumpe (1400 Euro) wurde in Waith gekauft. Ein neuer Lichtmast kostete 5890 Euro. Da die für diese Posten beantragte Summe um 1392 Euro überschritten wurde, legte die Vereinskasse diese Differenz aus. Im Haushalt 2011 werde aber, so Schwegler, der Betrag mit eingestellt.

Einen Übungsbunker (2250 Euro) bauten Männer in Kirchdorf. Bereits im Jahr 2009 hatten sich die Kirchdorfer über ein neues Tor für das Spritzenhaus gefreut. Zudem waren Aufenthaltsraum und Fahrzeughalle energetisch saniert sowie ein Marderschaden am Dachstuhl behoben worden. Die Holzhamer bekamen ebenfalls ein neues Tor sowie neue Spinde. Insgesamt hätten, so Schwegler, die Feuerwehrler bei Arbeiten an Gerätehäusern und bei der Wartung von Gerätschaften von den Feuerwehrlern viele Eigenleistungen erbracht.

Heuer sind nach Angaben des Feuerwehr-Referenten die Anschaffungen von drei Wärmebildkameras für Holzham, Götting und Waith (Kosten 19.400 Euro) sowie einer Schlauchpflegeanlage in Bruckmühl (89.000 Euro, davon Zuschuss 16.500 Euro) geplant.

Laut Fahrzeugkonzept ist der Kauf einer neuen Drehleiter vorgesehen. Dieses Gerät soll in den kommenden 25 Jahren seinen Dienst leisten und deshalb nach modernster Technik und Ausstattung angeschafft werden, so Schwegler. Die bestehenden Drehleitern in Bad Aibling und Feldkirchen-Westerham hätten bereits jetzt große Bereiche abzudecken. Außerdem sei beispielsweise für das Landschulheim Maxhofen eine Drehleiter unbedingt für den Notfall anzuschaffen. Dies hatte eine Übung gezeigt, da zum Teil im zweiten Stock kein direkter Fluchtweg vorhanden sei.

2011 hatten die sieben Wehren 189 Einsätze zu bewätigen, darunter 60 Brände, 95 technische Hilfeleistungen, 15 Sicherheitswachen sowie 19 Fehlalarme. Fotos zeigte Schwegler dem Gremium in diesem Zusammenhang von aufwendigen Bergungsarbeiten im Rahmen eines Lkw-Unfalls auf der Kreisstraße RO8 sowie eines Unfalls auf der Staatsstraße 2078. Die Gebühreneinnahmen betrugen bei den Einsätzen 21.200 Euro.

Die Mitgliederzahlen seien seit 2008 rückläufig. Davon sind laut Schwegler die Feuerwehren in Hauptsiedlungsgebieten stärker betroffen, besonders Heufeld. Deshalb sollten Überlegungen zur Mitgliederwerbung, wie beispielsweise freiem Eintritt im Schwimmbad, angestrengt werden. Derzeit zählen die Kommandanten folgende Mitglieder: Bruckmühl 59, Heufeld 36 (sechs Frauen), Holzham 43, Götting 28, Högling 44, Waith 39 und Kirchdorf 41. Rund 120 Übungen in fünf Gruppen wurden abgehalten, darunter die Gemeindeübung am Altenheim. Des Weiteren fanden Kommandantenstammtische, Fortbildungen, Seminare und Jugendausbildungen statt.

Als Herausforderungen in der Zukunft wertete Schwegler die Mitglieder- und Jugendwerbung sowie das Gerechtwerden neuer Bestimmungen aufgrund der Erweiterung von Firmen und Betrieben, Gewerbeansiedlungen sowie Bebauungsplänen. Auch immer mehr Vorschriften machten den Wehren zu schaffen. In diesem Zusammenhang honorierte er die große Spendenbereitschaft von örtlichen Firmen. Dabei erinnerte Schwegler an die Problematik, dass oftmals Angestellte nicht für Einsätze freigestellt würden, obwohl es das Gesetz vorschreibe.

Martin Aerzbäck (Mangfall-Bote)

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare