Facebook-Post geht viral - Landratsamt bezieht Stellung

Ist dieser Schulweg nach Bruckmühl zu gefährlich?

+
  • schließen

Bruckmühl - Ist der Schulweg einer jungen Bruckmühlerin zu gefährlich oder kann ihr der Weg ohne Schulbus zugemutet werden? Polizei und Landratsamt meinen ja, der Vater des Mädchens meint nein und verfasste einen aufgebrachten Post auf Facebook.

Auf Facebook geht gerade ein Post eines Vaters aus Bruckmühl viral (495 Mal wurde er bereits geteilt; Stand: 29. Januar 2019). Der Vater prangert an, dass das Landratsamt die Kosten für den Schulbus seiner 12-jährigen Tochter nicht übernimmt, da die Familie nicht die für eine Busfahrkarte notwendigen 3.000 Meter von der Schule entfernt wohnt, sondern nur 2.960 Meter

"Im Landratsamt wird jeder Fall als Einzelfall betrachtet", teilte Ina Krug, Sprecherin des Landratsamtes Rosenheim auf Nachfrage von mangfall24.de zu dem Fall mit. "Darum gibt es natürlich auch Ausnahmen, bei denen die Kosten für die Schulwegbeförderung übernommen werden, auch wenn die Strecke zwischen Wohnung und Schule nicht über drei Kilometern liegt. Bei besonders beschwerlichen oder besonders gefährlichen Schulwegen kann auch bei kürzeren Wegstrecken die Notwendigkeit der Beförderung anerkannt werden."

Wann liegt ein besonders gefährlicher Schulweg vor?

Laut Landratsamt liegt ein „besonders gefährlicher Schulweg“ zum Beispiel vor, wenn er durch unübersichtliches Gelände führt. Wenn zum Beispiel ein 14-jähriges Mädchen allein eine längere Strecke durch einen dichten Wald laufen müsste, ohne dass ein Haus oder etwas anderes in Rufnähe wäre, sei dies nicht zumutbar.

Vater sieht Schulweg als zu gefährlich an

In seinem Post schreibt der Bruckmühler an das Landratsamt gerichtet weiter: "Ich gebe Ihnen Recht, wir unterschreiten die Grenze um sagenhafte 40 Meter. Leider ist aus ihrem Schreiben aber nicht ersichtlich, welchen der möglichen Schulwege Sie gewählt, geprüft und für sicher befunden haben. Die möglichen Alternativen wäre eine gut beleuchtete und befahrene Straße innerorts, welche in beide Richtungen auf erheblichen Abschnitten über keinen Gehweg verfügt oder den unbeleuchteten Abschnitt, der sich über mehr als 1.000 Meter an der Mangfall entlang zieht. Ich finde es ungeheuerlich, dass es sich in Ihren Augen und ich darf Sie an dieser Stelle zitieren, nicht um einen nach § 2 Abs. 2 Satz 2 SchBefV  "besonders gefährlichen bzw. besondes beschwerlichen Schulweg" handelt der die Notwendigkeit der Berförderung in Ausnahmefällen rechtfertigen würde darstellt."

Das ist der Schulweg, den der Vater für sinnvoll hält

Polizei prüfte die Strecke

"Ich lade einen Vertreter der Landesregierung herzlich ein, den Schulweg noch in diesem Winter bei Minusgraden in völliger Dunkelheit mit mir zu beschreiten um sich ein Bild von diesem aus Ihrer Sicht ungefährlichen und sicheren, jedoch leider 40 Meter zu kurzen Schulweg zu bestreiten", schreibt der Vater. Und das hat die Polizei bereits getan: "Die Polizei war hier vor Ort und hat auch mit Anwohnern gesprochen", teilte uns die Sprecherin des Landratsamtes weiter mit. "Die Polizei kommt zu folgernder Beurteilung: Ein Teil des Schulweges ist 30er-Zone, hier gibt es auch einen Gehweg. In einem Teilstück fehlt dieser Gehweg. Der Bereich befindet sich in einem Wohngebiet. Dieser Bereich wird in der Hauptsache von Anwohnern befahren. Aufgrund der Verkehrsregel „rechts vor links“ und der für Autofahrer schlecht einsehbaren Seitenstraßen ist ein Befahren der Straße mit den hier erlaubten 50 km/h nicht möglich. Anwohner haben berichtet, dass Autofahrer in diesem Bereich umsichtig fahren. Auch die Unfallhäufigkeit auf der Straße ist unauffällig. Diese Beurteilung ist Grundlage für die Entscheidung des Landratsamtes."

Hier der Post des Vaters zum Nachlesen:

Quelle: mangfall24.de

Zurück zur Übersicht: Bruckmühl

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT