Bürgergruppe: „An einem Strang ziehen“

Feldkirchen-Westerham/Irschenberg - Weiterhin hohe Wellen in der Region schlägt die geplante Einführung des Tetra-Funks. Die Bürgergruppe Aschbach erteilt dem Modell eine Absage.

In der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses von Feldkirchen-Westerham hat die Bürgergruppe Aschbach, die von Theo Schneider vertreten wurde, erneut dem Modell eine Absage erteilt. Sie will auch den Gemeinderat von dieser generell ablehnenden Haltung überzeugen.

Schneider, Sprecher der Bürgergruppe, der in der Sitzung zu Wort kam, betonte gegenüber dem Umweltausschuss erneut die grundsätzlichen Bedenken der Aschbacher, vor allem die ihrer Meinung nach große Gesundheitsgefährdung. "Wir wollen aber auch nicht, dass der Funkmast in Altenburg, Percha oder Grub aufgestellt wird, sondern ihn generell verhindern", so Schneider. Sein Wunsch sei es stattdessen, dass alle Landkreis-Gemeinden an einem Strang ziehen, um ihrer Forderung mehr Gewicht zu verleihen.

Die Bürgergruppe will zudem erreichen, dass der Gemeinderat den Tetrafunk generell ablehnt. Über einen möglichen Standort in Aschbach, der dem Freistaat gehört, haben die kommunalen Mandatsträger zwar noch nicht abgestimmt, aber ihre ablehnende Haltung deutlich erkennen lassen.

Die Suche nach alternativen Standorten blieb Bürgermeister Bernhard Schweiger zufolge bisher erfolglos. Der Rathauschef erhofft sich währenddessen von den Vertretern der Staatsregierung eine klare Aussage für den Fall, dass kein geeignetes Grundstück innerhalb der Gemeinde Feldkirchen-Westerham gefunden wird, der Funkturm also nicht aufgestellt werden kann.

Bleibt die Kommune funktechnisch gesehen dann ein unterversorgter Fleck, wie es gelegentlich schon zu hören war? Diese und weitere Fragen sollen im Rahmen einer Bürgerversammlung behandelt werden. Ein Termin dafür steht aber laut Schweiger derzeit noch nicht fest. Das Interesse sei aber schon jetzt riesengroß, heißt es in der Verwaltung.

Die mit der Suche nach geeigneten Standorten und dem Aufstellen der Funkmasten beauftragte Firma Telent will währenddessen auch im Irschenberger Gemeindebereich einen Funkmast für die digitale Alarmierung von Rettungskräften und Polizei errichten. Dieses Vorhaben war bisher weder dem Landratsamt Miesbach noch der Gemeinde Irschenberg bekannt. Erst jetzt hat Klaus Voichtleitner, ein Vertreter der Firma Telent, dieses angedachte Vorhaben bestätigt.

Irschenbergs Bürgermeister Hans Schönauer sagte dem Gemeinderat, dass er über einen Leserbrief von einem geplanten Funkmast im Bereich Irschenberg erfahren habe. "Nachfragen bei den Landratsämtern Miesbach und Rosenheim haben ergeben, dass auch diese davon nichts gewusst hätten", so der Bürgermeister. Dass die Pläne für diese Umstellung von analoge auf digitale Funkverbindung schon so weit fortgeschritten sei, sei erst jetzt bekannt geworden.

Als Vertreter von Telent sprach Voichtleitner jetzt erstmals öffentlich über das Vorhaben. "Analog ist überholt, die Zukunft gehört der digitalen Funkübertragung", so seine Einschätzung im Rahmen der jüngsten Irschenberger Gemeinderatssitzung. Weiter: "Allein in Bayern werden 945 geeignete Standorte für Funkmasten gesucht, gleichzeitig aber auch 3000 analoge Sendemasten aufgegeben". Für die Bereiche Irschenberg und Bruckmühl habe man Voichtleitner zufolge mehrere Standorte in die engere Wahl genommen. Einen nördlich von Loiderding gelegenen erachte Telent als besonders günstig.

Auf die Frage von Bürgermeister Schönauer nach möglichen gesundheitlichen Auswirkungen antwortete Voichtleitner, dass etwa nur ein Zehntel aller Funkleistungen in Irschenberg vom neuen Sender kommen würden. Er berief sich auf die Einhaltung der strengen Grenzwerte, die bei Weitem nicht erreicht würden, sowie auf verbindliche Vorschriften der Bundesnetzagentur.

Wie soll es weitergehen? Voichtleitner gab sich zuversichtlich: "Digital kommt definitiv. Voraussichtlich im dritten oder vierten Quartal werden wir bei der Gemeinde vorsprechen." Denn der voraussichtlich 40 Meter hohe Funkturm muss auch von der Gemeinde befürwortet werden.

me/Mangfall-Bote

Rubriklistenbild: © dpa

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