City-Manager soll es richten

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Bad Aibling - Umtriebig ist das Wirtschaftsforum Bad Aibling seit Jahren für ein Ziel: einen "City-Manager". Dafür haben sich inzwischen alle örtlichen Wirtschaftsverbände ausgesprochen.

"Zur Belebung und Förderung der Betriebe in der Innenstadt", unterstrich der städtische Wirtschaftsreferent Erwin Kühnel jüngst im Kurhaus vor Gewerbetreibenden, Stadt und Bürgern. Das Innenmarketing ist nach Kühnels Darstellung längst ein "Muss": Nachbarkommunen schlafen nicht.

Ein Aiblinger (Christian Poitsch) kurbelt in Kolbermoor die Vermarktung an, Bruckmühl setzt auf Gewerbesiedlungen; dort ist im Bauamt eigens ein Mitarbeiter mit Wirtschafsförderung betraut. In Bad Feilnbach liegt der Schwerpunkt auf einem Gastronomie-Bündnis: Wirte helfen sich zum Beispiel bei großer Gästezahl mit Bedienungen aus. In Großkarolinenfeld hat der Bürgermeister die Förderung von Unternehmen zur Chefsache erklärt, ebenfalls in Tuntenhausen, das mit Bad Aibling einen eigenen Gewerbeverband bildet - aber laut Wirtschaftsreferent Kühnel gänzlich anders strukturiert ist und man sich daher in der Zusammenarbeit schwer tue. Feldkirchen-Westerham ist im Gewerbeverband mit Bruckmühl und Irschenberg verbandelt.

"Es hat sich was getan in anderen Gemeinden", konstatierte Kühnel mit dem Hinweis, dass sich daraus ein Wirtschaftsförderkreis im Altlandkreis gebildet habe - mit Aiblinger Beteiligung. In Kürze werde der AK nun in der Kurstadt tagen. Denn: "Wir können nicht gegeneinander, müssen aber miteinander ein positives Klima im Manfalltal erzeugen und das Gesamtgebilde besser vermarkten", betonteKühnel. Soviel zum "Blick über den Gartenzaun". Auf eigenem Terrain hat ein Wirtschaftsbeirat - Vertreter der wirtschaftlichen Verbände - die Aufgabe übernommen, in Abstimmung mit der Stadt durch Projekte das Zentrum zu stärken.

Ein gutes und zugleich schlechtes Beispiel nannte Kühnel mit dem Erntedankfest auf dem Marienplatz. Eine Aktion, die beim Bürger bestens ankam, aber allein an Initiator Christian Poitsch (fürs Wirtschaftsforum) hängen geblieben sei - Gastronomen waren rar. Auf Anfrage, so Kühnel, habe ihm ein Wirt erklärt, er habe doch Erntedank-Speisen auf seiner Menükarte. Das könne nicht sein, bemängelte der Wirtschaftsreferent fehlendes gemeinsames Engagement. In der aktuellen Sitzung des Wirtschaftsbeirates gab es nun ein Thema: Schaffung einer Position für das Innenmarketing. Dazu lieferten die einzelnen wirtschaftlichen Verbände Ideen und verrieten ihre Erwartungen.

Zentrale Punkte: Bad Aibling als Gewerbestandort für gesundheitsnahes Gewerbe etablieren. Zusammen mit Maklern (nicht: Übernahme von deren Aufgaben) den Leerstand für Läden, Büros und Gewerbeflächen managen und dabei hinterfragen: Lasse ich die Immobilie lieber brach liegen, falls ich die geforderte Miete nicht bekomme? Ferner: die Innenstadt beleben - wie durch einen täglichen Wochenmarkt. "Nicht gleich schreien, das läuft nicht, einfach mal aufnehmen", riet Kühnel seinem Auditorium. Organisation der Märkte, Konzept Weihnachtsmarkt und Durchführung einer Gewerbeschau (Autoschau), Koordination von Veranstaltungen waren weitere Wünsche an einen Innenstadt-Manager, unter anderem von der Aib-Kur.

Der künftige Manager soll die Region kennen, kein Bürohocker sein (Kühnel: "Arbeit findet auf der Straße statt"), Marketing- und Projekterfahrung sowie verkäuferisches Talent haben, kreativ und planungssicher sein... Zu seinen Unterstützern sollen auch ortsansässige Banken, Betriebe und dergleichen gehören. Über die Stelle nebst ihrer Ansiedlung (Stadt oder Aib-Kur, was die Wirtschaftsverbände nicht mittragen würden) und dem Zeitpunkt ist in Kürze zu entscheiden.

Von Elke Wrede-Knopp/Mangfall-Bote

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