Historisches Arbeiten und Leben

Feldkirchen - Feldkirchen, Westerham, Höhenrain und Vagen waren schon immer Ortschaften, in denen neben den Bauern auch Handwerker und Geschäftsleute ihr Geld verdienten.

Ein Großteil der landwirtschaftlichen Felder ist abgeerntet, die Scheunen sind ausreichend mit allen Sorten von Getreide gefüllt. Erntedankfeste werden in den kommenden Wochen gefeiert werden und hier und dort werden sich die Bauernfamilien der älteren Generation am runden Tisch zusammensetzen und ihren Nachfolgern fast ein bisschen nostalgisch erzählen, wie schwer und mühsam diese Arbeiten früher waren.

Feldkirchen, Westerham, Höhenrain und Vagen waren schon immer Ortschaften, in denen neben den Bauern auch Handwerker und Geschäftsleute ihr Geld verdienten. Wertach, Reit, Percha und Feldolling dagegen waren fast ausschließlich und überwiegend bäuerlich geprägt.

Dreschfest soll Vergangenheit ehren

Einen der letzten Rechenmacher, einen Wagner, einen Schmied, einen Schreiner und einen Wirt und einen gut sortierten Kramerladen hatten die Feldollinger damals. Aber auch mehrere stattliche Bauernhöfe mit großen Wiesen und Feldern, Äckern und Obstgärten. Und dazu natürlich viele Kühe und Kälber, Pferde und Ochsen, Schweine und Hühner. Bis in den 50er- und 60er-Jahren war Feldolling ein Bauerndorf im positiven Sinn.

Der Wandel der Zeit hat auch Feldolling ein anderes Gesicht gegeben. Neue Wohngebiete wurden ausgewiesen, viele neue Häuser gebaut und neue Straßen angelegt und traditionelle Bauernhöfe aufgegeben oder für einen anderen Verwendungszweck umgebaut. Dennoch wurde die meist jahrzehntelange Vergangenheit nicht einfach den persönlichen Erinnerungen anvertraut, sondern in vielfältiger Form festgeschrieben, aufgehoben und weitergegeben.

Bemerkenswert ist dabei, dass es vor allem sogenannte Nicht-Einheimische waren, die sich der langen Ortsgeschichte annahmen. Vor 20 Jahren gründeten mehrere engagierte Männer den "Historischen Verein Feldollinger Dreschflegel" und seit sieben Jahren haben sie auch eine eigene Halle.

Zum Aufbewahren der Maschinen und Geräte war sie eigentlich gedacht. Doch mittlerweile haben Vereins-Vorstand Diethard Teschner und seine vielen Mithelfer zusätzlich ein Dorf-Museum eingerichtet. Werkzeuge für alle nur möglichen Arbeiten, eine Schlafkammer, wie sie früher Dienstboten zugestanden wurden, alte Schränke und Truhen und vieles mehr haben die Mitglieder des Historischen Dreschflegelvereins zusammengetragen.

Und nicht nur auf den Boden gelegt oder achtlos an die hölzernen Wände gehängt, sondern die ursprüngliche Jahrezahl festgehalten, den Verwendungszweck beschrieben und den Namen des Spenders verewigt.

120 Mitglieder hatte der Dreschflegelverein bisher. Am Sonntag sind weitere fünf dazugekommen. "Sie waren von unseren Aktivitäten sichtlich angetan und wollen mit ihrer Mitgliedschaft dazu beitragen, dass diese Epoche der bäuerlichen Tradition auch der Nachwelt erhalten bleibt", sagte der Vorstand. Vielleicht aber auch deshalb, weil im Verein alles zu stimmen scheint. Dieser Tag hat erneut gezeigt, wie alle zusammenhelfen, ihre Gäste mit Speis und Trank, Kaffee und Kuchen verwöhnten.

Die bäuerliche und hauswirtschaftliche Vergangenheit nicht zu vergessen und diese der jetzigen Generation zur anschaulichen Aufbewahrung weiterzugeben, dieser Aufgabe hat sich der Feldollinger Historische Dreschflegelverein verschrieben. Und offenbar werden es immer mehr, die auch in dieser schnelllebigen Zeit diese zurückliegenden Jahrzehnte nicht vergessen möchten.

me/Mangfall-Bote

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