Nur eine Nummer für den Notfall

In die "Staufalle" getappt? Innenminister Joachim Herrmann mit Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer.

Rosenheim - 410.000 Menschen können von der neuen integrierten Leitstelle profitieren, in Stadt und Land Rosenheim und im Kreis Miesbach.

Lesen Sie hier den Originalartikel aus dem Oberbayerischen Volksblatt:

Die 112 für 410 000 Menschen

410 000 Menschen leben in Stadt und Landkreis Rosenheim und im Kreis Miesbach. Sie alle können von einer Einrichtung profitieren, die jetzt von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer eingeweiht wurde: die neue Integrierte Leitstelle in Rosenheim (ILS), die als Meilenstein auf dem Weg zur flächendeckenden Einführung der einheitlichen Notrufnummer 112 für Rettungsdienst und Feuerwehren in Bayern gesehen wird.

"Mit der Zusammenführung der bisher getrennten Alarmierung können gezielt und schnell diejenigen Einsatzkräfte verständigt werden, die bei Unglücksfällen am wirksamsten helfen können", betonte Herrmann bei der Einweihung. Für die Bürger habe die Alarmierung aus einer Hand vor allen Dingen den Vorteil, dass sie sich nur noch die Nummer 112 merken müssen. "Die 112 ist auch in Mobilfunknetzen gebühren- und vorwahlfrei", so Herrmann weiter.

Fotos von der Eröffnung:

Einweihung Integrierte Leitstelle

Aufgabe der Integrierten Leitstelle ist es, die Notrufe entgegen zu nehmen, die über die Nummer 112 aus der Stadt Rosenheim sowie den Landkreisen Rosenheim und Miesbach eingehen. Die ILS alarmiert Feuerwehr und Rettungsdienst, unterstützt deren Kräfte bei Einsätzen und ist hierzu mit modernster Technik, sieben Einsatzleitplätzen und sechs zusätzlichen Abfrageplätzen zur Verstärkung bei besonderen Schadenslagen ausgestattet.

Bei der neuen Leitstelle handele es sich um eine hochmoderne Einrichtung, die dank modernster Technik und qualifizierten Mitarbeitern schnellstmögliche Hilfe bei Unfällen und allen Schadensereignissen garantiere. Die Oberbürgermeisterin bezifferte die Kosten auf 4,6 Millionen Euro, von denen der Freistaat einen Großteil trage. Für die Bürger bedeute die Inbetriebnahme einen echten Mehrwert, auf den man stolz sei könne.

Blick in die neue Fahrzeughalle der Integrierten Leitstelle. Hier fand der Festakt statt.

Mit der Zusammenführung von Rettungsdienst, Feuerwehr und Katastrophenschutz in eine Integrierte Leitstelle werde die Annahme der Notrufe aus einer Hand möglich. Das Einzugsgebiet von 2336 Quadratkilometern und 410 000 Einwohnern sei damit fast so groß wie das Saarland. In die Zuständigkeit der Leitstelle gehören als Schwerpunkte unter anderen Autobahnen, Skigebiete, Seen sowie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Tirol.

Laut Staatsminister Herrmann soll die 112 Stück für Stück in ganz Bayern eingeführt werden. Die einzelnen Leitstellen würden so vernetzt, dass bei Ausfall einer Leitstelle die nächste deren Aufgabe voll übernehmen könne.

Landrat Josef Neiderhell, Vorsitzender des Zweckverbandes für Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung, würdigte die großzügige Hilfe des Freistaates bei der Verwirklichung des Projektes. Den Rest würden die beteiligten Kommunen gerne tragen. Scherzhaft eröffnete der Landrat dem Minister, den Termin bewusst auf den späten Pfingstfreitag gelegt zu haben: "Wir wollen Straßen bauen, wollen eine Westtangente, wollen den Ausbau der A8. Ein Minister im Stau könnte da vielleicht etwas Leben in die Sache bringen", so Neiderhell. Tatsächlich stand Herrmann im Stau und kam zu spät zur Eröffnung, weshalb ihn OB Bauer lachend mit den Worten "Vielleicht wäre es mit der Westtangente doch schneller gegangen" empfing.

Die Errichtung Integrierter Leitstellen ist in Bayern weit fortgeschritten. 13 sind bereits in Betrieb, vier weitere werden noch dieses Jahr ihre Arbeit aufnehmen.

jre/Oberbayerisches Volksblatt

Zurück zur Übersicht: Mangfalltal

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT