Stollstraße: Wie konnte das passieren?

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Rosenheim - Wie konnte die Seitenwand des alten Tanzcafés "Papagei" beim Abriss plötzlich auf die Straße stürzen? Wir haben mit einem der Bauleiter der beauftragten Firma gesprochen.

Bei den Abrissarbeiten stürzte am Mittwoch beinahe die komplette Seitenwand des Gebäudes auf die Stollstraße. Wir haben mit einem der Bauleiter der beauftragten Firma Peter Holzner gesprochen. Karl Zahler erklärte auf Anfrage von rosenheim24.de: "Die Ursache dafür war die alte Bausubstanz des Gebäudes. Das Haus wurde so oft umgebaut, ausgehöhlt und verändert, dass die ganzen Bauteile einfach schon sehr geschwächt waren."

Aber das alleine war nicht der Grund für den plötzlichen Zusammensturz der Wand. Zahler weiter: "Da es eine Stahlbetonkassettendecke ist, sind wir davon ausgegangen, dass sich die Streben durch die gesamte Decke ziehen. Aber wie sich herausstellte, war die Decke abgefugt. Das heißt, dass die Stahlbetonträger nicht durchgehend waren. Das konnte man vorher natürlich nicht wissen, denn wir können ja nicht durch Wände sehen." Aus den Bauplänen des Gebäudes war das nicht ersichtlich. "Durch die Vielzahl an Umbauten an dem Gebäude sind die Baupläne nicht auf dem aktuellen Stand. Da es so ein altes Haus ist, wurden nicht alle Veränderungen in die Plänen eingetragen."

Abriss-Panne in der Stollstraße

Die Abrissarbeiten am Gebäude des Tanzcafés "Papagei" schritten eigentlich ganz normal voran. Aber gegen 14.45 Uhr passierte plötzlich etwas Unvorhergesehenes. Beinahe die komplette Seitenwand des alten Gebäudes kippte auf die Straße. Ein Bus der gerade in der Stollstraße unterwegs war, musste abbremsen, um nicht in das Trümmerfeld zu krachen. Was war passiert? Der Baggerfahrer wollte im Rahmen der Abrissarbeiten die Dachfassade wegreißen. Dabei gab die Außenwand des Gebäudes nach und ein Teil der Mauer stürzte auf die Straße.

Panne Abrissarbeiten Stollstraße

Ein Statiker ist jetzt gerade dabei, das Gebäude nochmals zu untersuchen, um die genauen Umstände zu ermitteln. Die Abrissarbeiten werden aber nicht unterbrochen. Sie werden noch circa eineinhalb Wochen andauern.

Patrick Steinke

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