Eisfreier Gehweg ist Anliegersache

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Die Splittboxen im Stadtgebiet sind aufgefüllt und stehen den Bürgern für ihre Streu- und Räumpflichten kostenfrei zur Verfügung.

Bad Aibling - Alle Jahre wieder scheint für viele Hauseigentümer Schnee und Glatteis im Winter überraschend zu kommen. Immer wieder taucht die Frage auf, wer wo zu räumen hat.

Dabei ist die Streu- und Räumpflicht für Bürger in der städtischen Verordnung zur Reinhaltung und Reinigung der örtlichen Straßen sowie der Sicherung der Gehbahnen im Winter verankert. Explizit werden darin die Pflichten aufgeschlüsselt.


Zahlreiche Anrufe, wer, wann und vor allem wo zu streuen oder Schnee zu räumen hat, gingen in den vergangenen Tagen im Bauhof, im Rathaus sowie in der Redaktion des Mangfall-Boten ein. Dabei ist dies eindeutig geregelt.

Die entsprechende Verordnung besagt, dass Anlieger an Werktagen ab 7 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen ab 8 Uhr Gehwege und so genannte Sicherungsflächen (Abschnitt auf dessen Länge das Grundstück eine gemeinsame Grenze mit der öffentlichen Straße besitzt) von Schnee zu räumen ist. Selbiges gilt auch bei Glätte. Hier ist mit geeigneten Stoffen wie Sand oder Splitt dem Eis zu Leibe zu rücken. Diese Maßnahmen seien bis 20 Uhr so oft zu wiederholen, dass "Gefahren für Leben, Gesundheit oder Eigentum und Besitz abgewendet werden können."


Damit dies unbürokratisch ablaufen kann und jeder Bürger Tag und Nacht Streugut zur Verfügung hat, sind im gesamten Stadtgebiet Splittboxen aufgestellt und aufgefüllt. Die Bürger müssen sich nur daraus bedienen, um ihre Gehwege kostenlos "rutschfest" zu machen. Anders liegt der Fall Bauhofleiter Peter Stefan zufolge bei einem kombinierten Geh- und Radweg: "Dort ist dann wieder die Stadt zuständig." Der Bauhof stattet sich im Landkreis-Salzlager in Noderwiechs aus. In Bad Aibling werden Salz und Splitt verwendet. "Salzsole rentiert sich auf unserem Straßennetz nicht", erklärte Stefan auf Nachfrage unserer Zeitung. Den bisherigen Winter bezeichnete er als ruhig. Aufatmen bedeute dies aber nicht, es könnten schließlich noch ein strenger Januar und Februar kommen. Je nach Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes sei deshalb immer ein Melder in den frühen Morgenstunden unterwegs und kontrolliere neuralgische Punkte. Bei Glatteis-Gefahr rücke dann "nur" der Streudienst aus. Die Schneepflüge blieben dann gemäß des Alarmierungsplanes noch in den Garagen.

Ein immer wiederkehrendes Problem für den Schneepflug sind parkende Autos in den Straßen. Mit einer Breite von 3,50 Metern benötigt das Gefährt für seine Arbeit einen entsprechenden Spielraum. Stefan empfiehlt deshalb: "Es sollte nur auf einer Straßenseite geparkt werden. In engen Bereichen müssen sich die Autofahrer einen anderen Stellplatz suchen, sonst ist dort oftmals kein Durchkommen."

Dabei ist von den Anliegern auch zu beachten, dass sie geräumten Schnee oder Eisreste neben dem Gehweg so zu lagern haben, dass der Verkehr nicht gefährdet ist oder erschwert wird. Sollte dies nicht möglich sein, müssten die Reste spätestens am nächsten Tag zu den von der Stadt freigegebeben Ablagerungsflächen gebracht werden. Ebenfalls sind bei der Räumung freizuhalten: Abflussrinnen, Hydranten, Kanaleinlaufschächte und Fußgängerüberwege.

Bei Ordnungswidrigkleiten in diesen Fällen (vorsätzlich oder fahrlässig) kann die Stadt eine Geldbuße von bis zu 500 Euro "verhängen".

Mangfall-Bote

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