"Doktortitel" durch die Therme

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Bad Aibling (MB)- Drei Jahre Therme Bad Aibling heißt: 702000 Besucher. Zusammen mit 120.000 ausstehenden Gutscheinen erfüllt der Betrieb die Prognosen seit Eröffnung.

Dabei ist einer der Badegäste für die Zukunft der Therme wichtig: Architektin Céline Drozd. Die Französin befragt für ihre Doktorarbeit Besucher. Schwerpunkt: Architektur und Ambiente im Vergleich mit Thermen in der Schweiz und Frankreich. Das Ergebnis soll Aufschluss über die Konkurrenzfähigkeit geben.

Céline Drozd suchte die Therme Bad Aibling aufgrund der außergewöhnlichen Bauweise aus. Ebenfalls Untersuchungsobjekte für die Architektin aus Nantes: die Therme von Le Havre (Frankreich), eröffnet im Juli 2008, und das Bad in Vals (Schweiz/1996). Die drei Einrichtungen sind miteinander vergleichbar: Alle wurden von bekannten Architekten mit außergewöhnlichen Ideen konzipiert und verfügen über Heiß-Kaltbecken, einen Erlebnisbereich sowie ein Solebecken.

Stadtwerkeleiter Fritz-Walter Keilhauer ist schon auf das Ergebnis gespannt. "So können wir sehen, wo unsere Stärken und unsere Schwächen liegen - zum einen durch die Befragung vor Ort und zum anderen im Vergleich mit der Konkurrenz." Ein bereits feststehendes Manko aber für die Kurstadt: "Es fehlt ein nahe gelegenes und Besucher bringendes Hotel", so Keilhauer. Dies sei ein Vorteil für die "Kontrahenten".

Die Therme in Le Havre, ein Bauwerk von Jean Nouvel, ist die neueste der drei: Von außen sehe sie wie eine Lagerhalle aus, innen sei alles weiß und verwinkelt. Doch nicht die Einschätzung der Architekten ist für die Doktorarbeit ausschlaggebend, sondern die Frage, wie die Besucher "ihre" Therme sehen - in punkto Entspannung in der Kuppelwelt, im Hinblick auf Ambiente und Atmosphäre, auf Bauweise, Beleuchtung, Foyer-Gestaltung, Wahrnehmung der Schwimmbecken etc. Dafür ist die Französin mit ihrer Dolmetscherin Cécile Pidou, ebenfalls einer Architektur-Studentin aus Nantes, mit Besuchern in die verschiedenen Bereiche gegangen und hat sie an Ort und Stelle befragt. Eine Woche verbringt die angehende Doktorandin für all diese Untersuchungen in der Kurstadt. Die Ergebnisse aus den jeweils 80 Befragungen in Bad Aibling, in Vals und in Le Havre werden dann ausgewertet. Ende dieses Jahres soll die Analyse dann vorliegen.

Silvia Mischi/Mangfall-Bote

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