Extrem hohe Lawinengefahr in den Alpen!

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Brannenburg - Die Bergwacht warnt Skitourengeher vor der sehr hohen Lawinengefahr in den Alpen. Derzeit ist die Gefahrenstufe drei für das Sudelfeldgebiet und den Wendelstein ausgerufen.

Der tödlich verunglückte Skitourengeher am Großen Traithen ist leider keine Seltenheit in diesem Winter. Immer wieder werden Skifahrer oder Tourengeher von Lawinen verschüttet. Die Gefahrenstufe für das Gebiet am Sudelfeld lag am Sonntag bei Stufe drei. "Es reichen da nur geringe Belastungen, die ein Schneebrett auslösen können, das wurde ihm leider zum Verhängnis", sagt Siegfried Rieder, stellvertretender Bereitschaftsleiter Bergwacht Brannenburg.

Bilder vom Einsatz am Großen Traithen

Lawinenabgang am Großen Traithen

Rieder war gestern selber nicht am Unglücksort am Großen Traithen. Bei der Rettung waren die Kollegen von der Bergwacht Oberaudorf im Einsatz. Doch auch Rieder und sein Team können nicht über Langeweile klagen. Spektakulärster Einsatz in diesem Winter: Die Rettung eines 20-jährigen Rosenheimer Schluchtenkletterers am Tatzlwurm-Wasserfall.

Den Skitourengeher empfiehlt er unbedingt auf die Ausrüstung zu achten. "Dazu gehören ein Lawinenverschüttetensuch-Gerät (LVS-Gerät), eine Schaufel, eine Sonde und ein Handy, um im Notfall die Bergwacht verständigen zu können." Grundsätzlich rate er jedem Tourengeher, vorher genau zu prüfen, ob die Route um diese Jahreszeit bei der hohen Lawinengefahr denn unbedingt gewählt werden müsse.

Bilder der Bergwacht Brannenburg

Bergwacht Brannenburg beim Einsatz

Wenn der Notruf bei der Bergwacht eingeht, macht sich das Team auf den Weg zum Unglücksort. Entweder im Geländewagen oder im Rettungshubschrauber. Mit dabei auf der Suche nach verschütteten Personen ist Schäferhund Bärli. Seine Nase entscheidet oft über Leben und Tod. "Wir haben zweimal im Jahr Prüfung. Unsere Hunde sind auf Nasensuchung geschult. Denn die Gerüche des Verschütteten dringen nach oben durch die Schneedecke", sagt Rudi Kolb, Leiter der Lawinenhundestaffel Bergwacht Bayern, Region Hochland.

Ein Hund braucht etwa fünf bis acht Minuten um eine verschüttete Person auf der Fläche eines Fußballfeldes zu orten. "Die Erfolgsquote liegt bei 100 Prozent", betont Kolb. Leider kam die Hilfe für den verschütteten Tourengeher am Großen Thraiten zu spät.

Stefan Forster            

Rubriklistenbild: © Bergwacht Brannenburg

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