Färbergasse: Nun doch Fahrradstellplätze

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Um die unübersichtliche Abstellsituation auf der linken Seite zu beheben, wird nun auf der rechten Seite der Färber

Bad Aibling - Der Stadtrat hatte das letzte Wort in der Entscheidung um die umstrittenen Fahrradstellplätze in der Färbergasse - und sprach sich mit 14:9 dafür aus.

Vorerst entsteht am Mühlbach eine überdachte Station für zehn Räder, die bei Bedarf auf eine Kapazität von 20 erweitert werden kann. Da in diesem Bereich die Feuerwehr außerdem eine so genannte Aufstellfläche benötigt, fallen dort zwei der bisherigen Pkw-Parkplätze weg.

Wie schon im Bauausschuss (wir berichteten), war man auch im Stadtrat zunächst weit von einem Konsens entfernt. Eigentlich war das Projekt "Fahrradstation" nach der Bauausschuss-Abstimmung bei einer Stimmengleichheit von 5:5 abgelehnt worden. Vertreter von CSU, ÜWG und GOL hatten jedoch eine erneute Behandlung beantragt. Grund: Die Ablehnung mit Stimmengleichheit habe nicht dem Willen der Abstimmenden entsprochen. Stadtrat Höllmüller habe eigentlich der Variante mit den zehn Stellplätzen zustimmen wollen.

In der Zwischenzeit hatte auch eine Begehung mit der Feuerwehr stattgefunden. Konsequenz: Der bestehende mittlere Pkw-Stellplatz muss aus Brandschutzgründen als "Feuerwehraufstellfläche" dauerhaft frei gehalten werden. Ob mit Pollern oder anderer Gestaltung steht noch nicht fest.

SPD-Stadtrat und Feuerwehrreferent Sepp Glaser bestätigte auf Nachfrage aus dem Gremium, dass es sich bei dieser Maßnahme um Einhaltung von Vorschriften und nicht um einen "Wunsch des Kommandanten" handelt. Markus Stigloher (CSU) betonte, nur dann zuzustimmen, wenn diese Aufstellfläche nachweislich rechtlich erforderlich sei.

Als Ersatz für die wegfallenden Pkw-Stellplätze könnten laut Bürgermeister Felix Schwaller in der Sparkassen-Tiefgarage drei öffentliche Stellplätze sowie weitere im Sparkassenhof bereitgestellt werden. Über deren Bewirtschaftung müsse noch beraten werden.

Die Kosten für die "kleinere Variante" mit zehn Fahrradstellplätzen bezifferte Thomas Gems vom städtischen Tiefbauamt mit 5000, für die Variante mit 20 Stellplätzen mit 10000 Euro. Was Josef Taufler (SPD) zur Bemerkung veranlasste: "Wir wollten doch zu sparen anfangen und nicht etwas Imaginäres hinsetzen, von dem man nicht weiß, was es bringt." Die meisten Fahrradfahrer stellten ihr Gefährt ohnehin dort ab, wo sie etwas zu erledigen hätten. Außerdem seien "bei unserer komplizierten Jugend in der Stadt" Beschädigungen vorprogrammiert, befürchtete der SPD-Rat.

Angesichts der Kosten bemerkte Schwaller, dass man für die Autofahrer in der Vergangenheit viel Geld ausgegeben habe. Da sollten für die Radler 5000 Euro drin sein. "Und es ist nicht viel kaputt, wenn es wirklich nicht funktionieren sollte."

Während Gems versicherte, dass man die Fläche nicht blind gewählt, sondern sich im Vorfeld ein genaues Bild von der "Abstellsituation" gemacht habe, meinte Richard Lechner (SPD): "Ich glaube, Sie machen sich am falschen Platz die Mühe." Er hielt an seiner Meinung fest, dass die Beschlussvorlage darauf hindeute, dass die neuen Stellplätze zur "Nachrüstung" für das Bürgerhaus dienen.

Zudem sehe er ein Sicherheitsproblem, wenn die Räder aus der Stadtion in Richtung Straße herausgezogen werden müssten. Auf die Überdachung könne man überdies vom Brückenbauwerk aus steigen: "Man kann sich vorstellen, was da dann kommt." Er hielt es für sinnvoller, das Geld anderweitig auszugeben, beispielsweise für die fehlenden Gehsteigabsenkungen im Bereich Färbergasse und zur Ausbesserung einer Stolperschwelle beim dortigen Drogeriemarkt.

Diese Bedenken mochte Max Leuprecht (GOL) nicht teilen. Außerdem profitiert in seinen Augen gerade auch die Jugend von der neuen Infrastruktur. Den Wegfall der Parkplätze hielt er für verschmerzbar angesichts der zahlreichen günstigen Parkmöglichkeiten, die die Stadt in der Vergangenheit geschaffen habe. Er stellte zudem den Antrag, noch einmal über die im Bauausschuss mehrheitlich verworfene Variante 2 mit 20 Stellplätzen abzustimmen. Dafür stimmten am Schluss jedoch nur vier Stadträte.

Gems räumte auf Anfrage von Markus Stigloher (CSU) ein, dass die erforderliche Breite für den verbleibenden, als Behindertenparkplatz vorgesehenen Pkw-Stellplatz nicht ganz erreicht werden kann. Dennoch sei eine derartige Regelung durch Beschilderung und aufgrund der geringen Fahrgeschwindigkeit an dieser Stelle machbar.

Strikt gegen den Wegfall von Pkw-Stellplätzen sprach sich Rudi Gebhart (ÜWG) aus, zumal Bad Aibling ohnehin schon eine fahrradfreundliche Stadt sei. Die vorgeschlagene integrierte Reparaturstation (wir berichteten) bezeichnete er als Witz - nicht zuletzt deswegen, da gleich um die Ecke zwei Fahrradgeschäfte zu finden seien.

Eva Langwieder/Mangfall-Bote

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