Fahrverbot "aus Sicherheitsgründen"

Bad Aibling/Feldkirchen-Westerham - Nachdem eine ältere Dame einen Unfall verursachte stand sie jetzt vor Gericht: Geldstrafe und Führerscheinentzug!

Ihren Führerschein nicht zurück bekommen wird eine ältere Dame, die jetzt in Bad Aibling vor Gericht stand. Der Strafbefehl gegen die Frau wurde rechtskräftig, ihr Einspruch zurück genommen. Das Gericht hatte Einwände und Erklärungsversuche zurückgewiesen. Die betagte Dame wird wohl nie mehr ein Fahrzeug steuern.


Als am 20. März dieses Jahres eine 29-jährige Verkäuferin aus Feldkirchen-Westerham von Westerham nach Feldkirchen in ihrem Wagen unterwegs war, traute sie ihren Augen nicht. Ein Subaru, der ihr entgegenkam, fuhr immer weiter von der linken Fahrbahnhälfte auf ihre Seite herüber. Die junge Frau bemühte sich auszuweichen, aber vergeblich.

Das entgegenkommende Fahrzeug kam so weit auf ihre Spur, dass sie - obschon bereits auf dem Bankett - an der Flanke heftig gestreift und der Außenspiegel von ihrem Auto weggerissen wurde. Die Unfallverursacherin fuhr indessen weiter und stoppte erst nach etwa 100 Metern.


Die 29-Jährige stieg aus ihrem Wagen und rannte zu dem anderen Auto. Darin saß eine alte Dame, die - so ihr Eindruck - Anstalten machte, weiter zu fahren. Deshalb stellte sie sich vor das stehende Fahrzeug und rief der Fahrerin zu: "Bleiben Sie stehen, bis die Polizei kommt!"

Mit Stoßstange ans Schienbein?

Daraufhin, so ihre Aussage, habe die Unfallgegnerin den Wagen zweimal anrollen lassen und sie dabei jeweils mit der Stoßstange des Wagens an ihrem Schienbein getroffen. Deswegen sei sie zur Fahrertüre gegangen und habe an der Fahrerin vorbei den Wagenschlüssel abgezogen, um diese am Wegfahren zu hindern.

Ganz anders erinnerte sich die gebürtige Kielerin, die auf dieser Fahrt ihren Sohn in Feldkirchen besuchen wollte. Sie sei wohl auf der Suche nach der Adresse ihres Sohnes unaufmerksam gewesen. Sie bestritt durchaus nicht, diesen Unfall herbei geführt zu haben. Allerdings hätte sie auf gar keinen Fall Fahrerflucht begehen wollen. Sie sei nur zunächst weiter gefahren, um das dort stehende "grüne Ortsschild" zu lesen.

Dann habe sie ihren Sohn per Handy angerufen, damit dieser sie dort abhole. Danach sei aber die Fahrerin des anderen Wagens "wie eine Rachegöttin" vor ihr aufgetaucht. Sie selbst sei bereits im Begriff gewesen, aus dem Auto zu steigen. Dabei hätte ihr dann die junge Frau die Wagenschlüssel mit Gewalt entrissen. Muskelzerrungen und den Bruch des Brustbeines hätte sie durch die brutalen Attacken der Frau erlitten. Noch heute leide sie unter den Nachwirkungen.

Richterin Isabella Hubert nahm eine erste Würdigung der Zeugenaussagen vor und erklärte dem Rechtsbeistand der Angeklagten, dass deren Aussagen wenig überzeugend seien. Er möge mit seiner Mandantin sprechen, ob eine Rücknahme des Einspruches gegen den vorliegenden Strafbefehl in Frage käme, was sie anraten würde. Zumal die Frau bereits 2008 eine Verurteilung wegen Unfallflucht aufzuweisen hatte.

Nach eingehender Beratung stimmte die Angeklagte einer Rücknahme des Einspruches zu, so dass der Strafbefehl über 2200 Euro und einen Monat Fahrverbot rechtskräftig wurde.

Richterin Hubert: "Die heimatliche Kfz-Zulassungsbehörde der Frau hat bereits signalisiert, dass dieser Führerschein nicht mehr herausgegeben werden wird. Das ist zum Schutz der Frau und der Allgemeinheit fraglos das Beste."

au/Mangfall-Bote

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