Kinderwunsch: Mit Moorbädern zum Ziel

+
Die Wirkung des Moores wird häufig auch in der Naturheilkunde eingesetzt, unter anderem bei Frauen mit Kinderwunsch.

Bad Feilnbach - Es gibt immer weniger Kinder. Auch vor dem Landkreis macht dieser Trend nicht Halt. Das Moor aus Bad Aibling und Bad Feilnbach soll Abhilfe schaffen.

Die Demografen warnen deshalb vor einer "massiven Alterung" der Gesellschaft. Doch nicht immer entscheiden sich Paare bewusst dafür, ohne Nachwuchs zu leben. Manchmal bleibt der Kinderwunsch einfach unerfüllt. Um diesen potenziellen Müttern und Vätern zu helfen, haben sich Heilpraktikerinnen aus der Region zusammengeschlossen. Dabei setzen sie auf die Wirkung eines ganz besonderen Naturprodukts: das Moor aus Bad Aibling und Bad Feilnbach.

Das Letzte von dem Helena Krenn, Kathrin Stöttner, Christiane Endres, Gabriele Hauser und Andrea Sporer reden wollen, sind Erfolgsquoten. "Auf das Wunder des Lebens hat man keinen Anspruch, sie sind ein Geschenk", erklären sie gegenüber unserer Zeitung einhellig. Aber man könne einem solchen Wunder ein wenig auf die Sprünge helfen.

"Wir begleiten Frauen und auch ihre Männer bei dem Wunsch nach einem Baby von der naturheilkundlichen Seite aus", so Helena Krenn. Dabei sei klar abgesteckt, dass Beratung und Behandlung von spezifischen Schwangerschaftsthemen nur von Hebammen und Ärzten erfolgen dürfen. "Heilpraktiker haben hier eine eingeschränkte Bevollmächtigung", so Andrea Sporer. Man setze dabei auf gute Zusammenarbeit.

Ein ganz entscheidender Baustein dieser Therapie ist das Moor. Damit sind Bad Feilnbach und Bad Aibling prädestiniert für das Projekt. Denn dort werden noch Moorbäder angeboten. In den vergangenen Jahren hat es eine Rückbesinnung auf dieses Naturprodukt und seine heilende Wirkung gegeben.

Doch warum bei Kinderwunsch in ein Moorbad steigen? Diese Bäder - der Brei wird auf 42 bis 46 Grad erwärmt - wirken wissenschaftlich nachgewiesen auf das körpereigene hormonelle System. "Insbesondere die Hormonbiosynthese wird in diesen zehn bis 15 Minuten stimuliert, was unter anderem den Östrogen-Spiegel erhöht", erläuterte Andrea Sporer. Gleichzeitig werden die Durchblutung des Bauch- und Beckenraumes gefördert und das Bindegewebe gelockert.

Der ganzheitliche Gedanke der Heilpraktikerinnen steht im Vordergrund. So gibt es neben den Moorbädern unter anderem Entgiftungen, Akupunktur und dunkelfeldmikroskopische Blutuntersuchungen. Gerade Letztere würden Frauen und Männer erhalten. "Denn nicht immer liegt die Unfruchtbarkeit bei der Frau", so Helena Krenn. Die psychische Belastung des familiären Umfelds sei dabei ebenfalls nicht zu unterschätzen. Gespräche mit den beiden Partnern seien dabei von großer Bedeutung.

Schließlich belegen Studien, dass dieses Auf und Ab zwischen Wunsch, Hoffnung und dann doch wieder Enttäuschung (da nicht schwanger) nicht nur viele Beziehungen zum Scheitern bringt, sondern auch zu Depressionen führen kann. In Deutschland sind etwa 1,5 Millionen Paare ungewollt kinderlos.

Dritter Baustein der Therapie ist die Osteopathie. Etwaige Blockaden und Funktionsstörungen bei der Frau sollen dadurch gelöst werden. "Der Körper ist williger, schwanger zu werden", betont Christiane Endres. Die Heilpraktikerinnen warnen aber davor, diese Formen der Therapie als "All-Heilmittel" zu sehen. Neben der Rückbesinnung auf die überlieferten und teils traditionellen Behandlungen könne es auch sein, dass der Körper ganz bewusst eine Schwangerschaft nicht zu lasse.

"Dies kann krankheitsbedingt der Fall sein, aber auch psychische Gründe haben", so Helena Krenn. Um diesen Ursachen auf den Grund zu gehen, werde systemische Kinesiologie angewandt.

"Unser Ziel ist nicht nur eine Schwangerschaft, sondern, dass der Patient glücklich ist", so Gabriele Hauser. Oft sei gerade das Glücklichsein das letzte Puzzlestück, um den Kinderwunsch erfüllen zu können. Nichtsdestotrotz könne aber der Körper positiv beeinflusst werden. Nicht jedoch mit synthetischen Hormonen, sondern den Produkten aus der Natur. "Denn schon unsere Vorfahren wussten um die positiven Effekte von Mönchspfeffer, Storchenschnabel und Co."

Ein mögliches Ungleichgewicht des Hormonhaushalts wird von Hauser per Speicheltest festgestellt. Die Gründe dafür können vielschichtig sein: Stress, Druck oder seelische Belastungen. Eines davon kann - so die Erfahrung der Heilpraktikerinnen - zum unerfüllten Kinderwunsch führen und zu einer Bewährungsprobe für eine Beziehung werden.

Neben diesem ganzheitlichen Ansatz gibt es neben Adoption einen weiteren Weg zu einem Kind: die künstliche Befruchtung. Seit über zehn Jahren hilft hierbei unter anderem das Kinderwunsch-Zentrum in Prien. Über die Landkreisgrenzen hinaus reicht das Einzugsgebiet der Einrichtung.

re/Mangfall-Bote

Zurück zur Übersicht: Mangfalltal

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser