Faganahalle: "Luxussanierung" hinfällig

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Erst machte sich der Bauausschuss vor Ort ein Bild über den Zustand der Faganahalle. Jetzt entschied sich der Gemeinderat gegen die zunächst beschlossene Komplettsanierung.

Feldkirchen-Westerham - Einen Richtungswechsel hat der Gemeinderat jetzt in Sachen Faganahalle eingeschlagen: Eine Grundsanierung ist offenbar vom Tisch!

Die in die Jahre gekommene Sportstätte in Vagen soll nun doch nicht komplett saniert werden, wie noch vor einem Jahr beschlossen. Basierend auf den aktuellen Zahlen des Energieausweises reicht demnach eine Teilsanierung, etwa in den Bereichen Umkleiden, Fluchtwege und Brandschutz.

Die wichtigste Änderung, bedingt durch die Neuberechnung des Energieausweises, hob Bauamtsleiter Peter Solnar gleich zu Beginn der jüngsten Gemeinderatssitzung hervor: "Die Maßnahme wird um einiges günstiger als die bisher angenommenen über eine Million Euro", so Solnar.

Der Bauamtsleiter begründete den reduzierten Sanierungsumfang der 1984 errichteten Faganahalle mit der Neuberechnung des Energieverbrauchs. Die Energiebilanz sei demnach nicht so schlecht, wie zunächst angenommen.

Im Zuge der jüngsten Bearbeitung seien die Zahlen für den Energieausweis berichtigt worden. Die Größe des gesamten Komplexes wird jetzt anders angegeben. Statt der wie 2011 angenommenen 185.000 Kilowattstunden werden laut neuesten Informationen 175.000 verbraucht. Damit liege der Energieverbrauch doch nicht, wie zunächst angenommen, im roten Bereich.

Das Energie- und Umweltzentrum Allgäu bestätigte auf Rückfrage der Gemeindeverwaltung die aktuellen Zahlen. Gleichzeitig wies es darauf hin, dass es in Feldkirchen-Westerham energetisch wesentlich schlechtere Gebäude gibt.

Damit wäre die komplette energetische Sanierung der Halle vom Tisch. Wie berichtet, hatte der Gemeinderat vor einem Jahr beschlossen, den Gebäudeteil zwischen Sporthalle und Schulgebäude abzureißen und stattdessen einen zweistöckigen Neubau mit Pultdach zu errichten. Kostenpunkt dafür: weit über eine Million Euro.

Doch schon bei der Besichtung der Faganahalle durch den Bauausschuss vor Kurzem fiel den Mitgliedern der gute Zustand auf. Die Empfehlung des Gremiums: Die Komplettsanierung noch einmal zu überdenken.

Dies tat der Gemeinderat nun auch und folgte der Ausschussempfehlung. Er hob die Beschlüsse zur gesamten energetischen Sanierung mit 23:0 Stimmen auf. Die "Luxussanierung", wie Dr. Manfred Bischoff (SPD) die angedachten Maßnahmen nannte, sei hinfällig. "Ein Abriss steht nach den neuen Erkenntnissen nicht mehr zur Diskussion", so auch Franz Bergmüller (Pro Bürger).

Dennoch sind die notwendigen Arbeiten an der Faganahalle damit bei Weitem nicht erledigt: "Das von den Vereinen genutzte Obergeschoss entspricht zwar der Baugenehmigung. Es fehlt aber ein zweiter Fluchtweg", so die Bauverwaltung. Weiter seien Maßnahmen in Sachen Brandschutz zu treffen.

Zudem habe die Verwaltung mit den Nutzern der Halle gesprochen, erinnerte Solnar das Gremium. Dabei seien weitere Probleme zum Vorschein gekommen: Die Sanitäranlagen seien aktuell nicht ausreichend, sobald mehrere Mannschaften untergebracht sind. Zudem wurden die kleinen Umkleiden bemängelt. Darüber hinaus seien keine Toiletten in den Umkleidekabinen vorhanden. Auch die Lichtverhältnisse seien alles andere als ideal, etwa für die Tischtennisspieler. Für Solnar allerdings Probleme, die mit kleineren Maßnahmen behoben werden können.

So ist laut Bauamtsleiter nach einer Entkernung Platz für zwei Umkleidekabinen mit je zwei Duschen und WC. "Es gibt Möglichkeiten, im Bestand ausreichend Platz zur Verfügung zu stellen", so Solnar. Und das zu einem deutlich geringeren Preis: "Für die Entkernung gehen wir von 150.000 Euro aus. Bei den gesamten Maßnahmen bleiben wir unter 500.000 Euro."

Den Brandschutz und zweiten Fluchtweg gab der Gemeinderat in Auftrag. Zudem soll sich der Bauausschuss mit der eventuellen Umplanung der sanierungsbedürftigen Sanitär- und Umkleideräume befassen. Hier regte Bergmüller an, sich noch einmal mit den Nutzern zu unterhalten, ob die sanierte Faganahalle dann dem Bedarf der Vereine gerecht werden kann.

Robert Feiner (Mangfall-Bote)

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