Bürgermeisterkandidat in Feldkirchen-Westerham:

Oswald zu Rücktritt: "Anfeindungen und Drohungen durch Wutbürger"

Martin Oswald
+
Martin Oswald.

Feldkirchen-Westerham - Martin Oswald, Kandidat für den Bürgermeisterposten bei den Wahlen in Feldkirchen-Westerham, am 12. März 2017, tritt zurück. Die Hintergründe aus seiner offiziellen Rücktrittserklärung:

UPDATE, 16.45 Uhr

Auf Nachfrage von rosenheim24.de teilte die Polizei Bad Aibling mit, dass ihnen keine Anzeigen zu den von Martin Oswald beschriebenen Vorfällen bekannt seien. Wir haben eine Stellungnahme zu den genauen Hintergründen des Rücktritts angefordert. 

UPDATE, 16.30 Uhr: Rücktrittserklärung von Martin Oswald

Mitten im Wahlkampf zur im März 2017 anstehenden Bürgermeisterwahl in Feldkirchen-Westerham tritt Bürgermeisterkandidat Martin Oswald zurück. "Mir lag es dabei besonders am Herzen, meine Positionen, meine Ideen zum Wohle unserer Gemeinde oder auch dringend notwendige Veränderungsvorschläge in einem freundlichen und auf gegenseitiger Wertschätzung beruhendem Klima vorzustellen und gemeinsam offen zu diskutieren", heißt es in seiner Rücktrittserklärung

"Doch nun muss ich feststellen, dass dies nicht gelingt. Falschaussagen, das Streuen von Gerüchten, Anfeindungen meiner Person und Familie, direkte Drohungen und sogar Bedrohungen im 'Wenn- dann'-Stil und Telefonterror schlugen mir in den letzten Tagen als Vorboten eines erbitterten Wahlkampfes durch Teile der Fraktion meines Mitbewerbers entgegen."

"Ich brauche das nicht!"

Oswald weiter: "Für mich war das der Grund, eine Zwischenbilanz zu ziehen und mir die Frage zu beantworten, ob ich das Ganze überhaupt brauche. Nach reiflicher Überlegungen und vielen Gesprächen mit meiner Familie, Freunden und Unterstützern bin ich zu dem Schluss gekommen: Ich brauche das nicht! Ich möchte keinen Wahlkampf unter der Gürtellinie führen, ich möchte mich nicht gegen Gerüchte und Anfeindungen wehren, rechtfertigen oder beschimpfen lassen." 

Zudem seien eine Ruf- und Geschäftsschädigung durch die erfolgten Attacken bereits spürbar, so Oswald. "Genau aus diesem Grund ziehe ich meine Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters zurück. Was habe ich festgestellt? Leider sind es immer die gleichen Wutbürger, die hier mitmischen und eine vermittelnde und deeskalierende Kommunalpolitik für eine gemeinsame Zukunft möglichst ohne Parteizwänge vereiteln möchten. Und das offensichtlich um jeden Preis

Machtgier verschiedener Leute mache "sprachlos"

Oswald sei es in den letzten drei Jahren gelungen, einen deutlich besseren Umgang im Gemeinderat zu etablieren und ein vernünftiges Arbeitsklima herzustellen. Doch die Machtgier verschiedener Leute oder auch deren Angst, zukünftig an Bedeutung zu verlieren, sei laut dem ehemaligen Bürgermeisterkandidaten anscheinend so groß, dass erneut zu Mitteln gegriffen wird, die zumindest Oswald selbst sprachlos machen. 

Martin Oswald weiter: "Ein aus meiner Sicht vernünftiger Wahlkampf mit der Vorstellung eigener, positiver Ideen und Visionen, das Aufzeigen einer verbindenden Zukunft aller Gemeindeteile und deren Bürgerinnen und Bürger soll offensichtlich vereitelt werden." 

Dabei habe es ihn am meisten erschüttert, "dass hier genau dieser Personenkreis im Hintergrund agiert, der fast nie einer Gemeinderatssitzung beiwohnt und mit erfundenen 'Wahrheiten' zu manipulieren versucht."

Oswald habe viel unternommen, um die Wogen zu glätten: "Wir waren auf einem guten Weg. Und das, obwohl mich der amtierende Bürgermeister und sein erster Stellvertreter zu keinem Zeitpunkt in meiner Dienstzeit als Dritter Bürgermeister in die Arbeit der kommunalen Verwaltung eingebunden haben. Beide sind im besten Rentenalter."

"Ich habe es nicht nötig, in einer primitiven Art und Weise Wahlkampf zu führen."

"Wie Bernhard Schweiger in einem Interview auf 'Aib-Stimme' Mitte Dezember mit Blick auf eine Wiederwahl sagte, hätte er es nicht mehr nötig - er will es nun aber doch noch einmal wissen… Dem kann ich mich nur anschließen: Ich habe es nicht nötig, in einer primitiven Art und Weise Wahlkampf zu führen. Deshalb habe ich mich zu dem oben genannten Schritt entschlossen."

Den „grauen Eminenzen“ im Hintergrund möchte Oswald abschließend mitteilen, dass sie mit ihrem destruktiven Verhalten massiv zur Politikverdrossenheit in unserem Land beitragen würden. "Wir werden in den nächsten Jahren erleben, wie schwer es sein wird, junge Mitbürgerinnen und Mitbürger für das Ehrenamt des Gemeinderats finden zu können", so Oswald. "Ich wünsche unserer Gemeinde und den Kandidaten für die kommenden Monate viel Kraft, Anstand und vor allem Moral, noch zu einem vernünftigen Miteinander zu finden." 

Zukünftigen Gemeindeoberhäuptern wünsche er darüber hinaus nicht nur Glück und die Weitsicht, um dem Scherbenhaufen unserer zukünftig hoch verschuldeten Gemeinde begegnen zu können. "Vor allem wünsche ich ihnen die notwendige Unterstützung aller Fraktionen."

Erstmeldung, 15 Uhr: Bürgermeisterkandidat tritt zurück

Mit Bedauern und Bestürzung über "persönlichen Anfeindungen" nehmen die den überparteilichen Bürgermeisterkandidaten Martin Oswald unterstützenden Freie-Wähler-Vereinigungen von "Pro Bürger", der Gesamtgemeinde und von Feldolling den Rücktritt von der Kandidatur zum Bürgermeisteramt am 12. März 2017 zur Kenntnis.

Die Gremien der drei Freien-Wähler-Gruppierungen werden demnächst über das weitere Vorgehen beraten und zu neuen Aufstellungsversammlungen einladen.

Pressemeldung Pro Bürger/Freie Wähler Gesamtgemeinde/Freie Wähler Feldolling

Kommentare