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Investitionen von 65 Millionen Euro geplant

Bürger machen Feldkirchen-Westerham reich: Wie der Haushalt von Unternehmen und Einwohnern profitiert

Wie sich Grund- und Mittelschule weiterentwickeln sollen, steht noch nicht fest. Für den Grundschulneubau wurden im Investitionsplan vorsorglich 2,7 Millionen Euro als „Investitionsumlage Schulverband“ eingeplant.
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Wie sich Grund- und Mittelschule weiterentwickeln sollen, steht noch nicht fest. Für den Grundschulneubau wurden im Investitionsplan vorsorglich 2,7 Millionen Euro als „Investitionsumlage Schulverband“ eingeplant.

Ohne ihre Einwohner und Unternehmer wäre die Gemeinde Feldkirchen-Westerham bettelarm. Immerhin 74 Prozent aller Haushaltseinnahmen kommen von ihnen – das sind 22 Millionen Euro. Doch wie sinnvoll gibt die Gemeinde das Geld aus?

Feldkirchen-Westerham – Mammutinvestitionen von 65 Millionen Euro will die Gemeinde Feldkirchen-Westerham bis 2025 umsetzen. Was klingt wie eine Seifenblase, ist mit einem ausgewogenen Haushalts- und Investitionsplan unterlegt. Fakt ist dabei: Ohne ihre starken Unternehmen und die gut verdienenden Einwohner könnte sich die Gemeinde nichts von all dem leisten. Von ihnen fließen allein in diesem Jahr insgesamt 22 Millionen Euro in den Verwaltungshaushalt – das sind 74 Prozent. Konkret sind das Gewerbesteuern in Höhe von 9,25 Millionen Euro, ein Anteil an der Einkommenssteuer von 8,6 Millionen Euro, 735 000 Euro aus der Umsatzsteuerbeteiligung und Gebühren in Höhe von 3,5 Millionen Euro.

Personalkosten sind größte Ausgaben

Der Verwaltungshaushalt hat in diesem Jahr ein Volumen von 29,8 Millionen Euro und ist damit um 16 Prozent höher als der des Vorjahres. Größter Ausgabenposten ist das Personal mit 8,8 Millionen Euro – darunter 3,6 Millionen Euro für die Kindertagesstätten. Die Kreisumlage liegt bei sieben Millionen Euro, die Gewerbesteuerumlage bei 1,1 Millionen Euro. Die Schulverbandsumlage beläuft sich auf 1,6 Millionen Euro. Aktuell hält die Gemeinde entsprechend der Schülerzahl am Grundschulverband 95,2 Prozent und am Mittelschulverband 78,62 Prozent.

Geplant ist eine Zuführung zum Vermögenshaushalt von 3,2 Millionen Euro. Er wird zudem unter anderen aus Entnahmen aus Rücklagen (3,1 Millionen Euro) und Zuweisungen für Investitionen in Höhe von 3,6 Millionen Euro gespeist. Sein Gesamtvolumen liegt bei 11,8 Millionen Euro. Der Schuldenstand je Einwohner liegt bei 305 Euro.

Eine Finanzierung aller 2022 geplanten Maßnahmen wäre nach den Erläuterungen der Kämmerin auch über eine weitere Entnahme aus der Rücklage möglich. Sie schlug dem Gremium vor, eine mögliche Kreditaufnahme von zwei Millionen Euro für Unwägbarkeiten einzuplanen. Dem stimmten die Räte zu und begrüßten es, Investitionen über langfristige Kredite zu finanzieren, statt dafür gemeindliche Grundstücke zu verkaufen. Begrüßt wurden die geplanten Investitionen im Energie- und Umweltsektor.

So sind im mittelfristigen Investitionsplan von 2021 bis 2025 beispielsweise 6,35 Millionen Euro für die Erweiterung des bestehenden Fernwärmenetzes und die Nutzung der Industrieabwärme eingeplant. Noch in diesem Jahr sollen PV-Anlagen auf dem Rathaus (35 000 Euro), der Feuerwehr (103 000 Euro), der Mangfallhalle (43 000 Euro) und auf dem Bauhof (22 000 Euro) entstehen.

Für ein Ladesäulenkonzept mit Carport wurden 125 000 Euro eingeplant. Für die energetische Sanierung des Klärwerks sind 450 000 Euro veranschlagt. Franz Bergmüller (Pro Bürger) machte auf die Vorteile aufmerksam, wenn die geplanten PV-Anlagen in die Hände der „Bürgersolar“ gelegt würden. Michael Günzl forderte für die Grünen-Fraktion, dass die PV-Anlagen auf Klärwerk und Bauhof in gemeindlicher Hand bleiben sollten.

2,7 Millionen Euro für Schulplanung mit

30 Millionen Euro plant Kämmerin Zieglmann in den nächsten 30 Jahren pauschal für Grund- und Mittelschule ein. Nach dem großen Knall im November, als Grundschul-Neubaupläne für 42 Millionen Euro vorgestellt wurden, gibt es offiziell moch keine neuen Informationen. Wie Heinz Oesterle (SPD) im Rat erklärte, zeichneten sich nach internen Diskussionen aber mehrere Alternativen ab, in die man nun auch die Flüchtlingssituation einbeziehen müsse. Eingeplant sind in diesem Jahr 600 000 Euro und in den kommenden jeweils 700 000 Euro.

Osterle kritisierte auch die Verzögerung der Wohnbau-Entwicklung des Flurstücks Nr. 84 in Feldkirchen. Eine Bebauung ist erst nach der Fertigstellung des Beckens an der Glonner Straße möglich. Für den Hochwasserschutz sind 1,9 Millionen Euro eingeplant.

Auch große Investitionen wie der Dorfplatz oder die Kita am Mareisring finden sich natürlich im Investitionsplan wieder. Die Erweiterung der Feuerwehr in Höhenrain wurde mit 2,2 Millionen Euro im Investitionsplan verankert – beginnend mit Planungsleistungen im nächsten Jahr.

Haushaltsübernahmereste von 8,8 Millionen Euro aus dem Vorjahr zeigen, dass die Investitionsliste lang ist und nicht umgesetzt werden konnte. Mehrere Räte plädierten für eine Priorisierung der Investitionen. Oesterle forderte eine zusätzliche Stelle im Hochbauamt, die vom Gemeinderat in einer vorherigen Sitzung abgelehnt worden war. Nach fraktionsübergreifendem Lob für Engagement und Kompetenz der Kämmerin wurde der Haushalt einstimmig (23:0) verabschiedet.

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