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Erste Bilanz

„Ehrenamtsbörse“ im Mangfalltal: So läuft das Digital-Projekt in Sachen Nächstenliebe

Eine Ehrenamtsbörse als Schnittstelle: Schirmherrin Ilse Aigner (links) im Gespräch mit Janine Karkosch, Leiterin Soziale Servicestelle (Soziales Netzwerk Feldkirchen-Westerham).
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Eine Ehrenamtsbörse als Schnittstelle: Schirmherrin Ilse Aigner (links) im Gespräch mit Janine Karkosch, Leiterin Soziale Servicestelle (Soziales Netzwerk Feldkirchen-Westerham). (Links zeigt ein Symbolbild eine Helferin bei einer Tafelausgabestelle).

Nachwuchs sichern im Ehrenamt – und nachhaltig das soziale Miteinander stärken. Dafür hat das Soziale Netzwerk Feldkirchen-Westerham die digitale Ehrenamtsbörse Mangfalltal ins Leben gerufen. Doch wie läuft die Vermittlung nach den ersten Monaten?

Feldkirchen-Westerham – „Wenn man selber auf einer Insel der Glückseligkeit lebt, dann macht man sich selber tatsächlich weniger Gedanken über gewisse Probleme und Notlagen“, erklärte Erhard Passauer zu Beginn des Jahres in einem OVB-Interview. Der Vorsitzende des Sozialen Netzwerkes Feldkirchen-Westerham sprach dabei über Menschen, die von Krankheiten oder von sozialer Notlage betroffen sind und denen der Verein Hilfe anbietet.

In diesem Zusammenhang erwähnte Passauer auch den damals bevorstehenden Start eines „großen digitalen Projektes“, die digitale Ehrenamtsbörse. Damit wolle man dem Ehrenamt einen riesigen Schub geben, der nicht nur auf die Gemeinde begrenzt ist, sondern für das ganz Mangfalltal wirken soll, betonte er. Viele Monate später hat sich die Plattform längst zu einem Anlaufpunkt für Hilfesuchende und Hilfeanbietende entwickelt. Zeit, um nachzufragen, wie das erste Fazit ausfällt.

Ziel: Plattform soll vor allem junge Menschen ansprechen

Bei der digitalen Ehrenamtsbörse Mangfalltal können Freiwillige schauen: Möchte ich mich in der Seniorenbetreuung einbringen, Nachhilfe geben, in einem Sportverein als Übungsleiter ehrenamtlich tätig sein und und und. Auch wer gerne irgendwo als Skilehrer tätig sein will, könnte dort aufgelistete Vereine finden. „Insbesondere in der Corona-Zeit haben viele Ehrenamtliche nach Aufgaben gesucht“, sagt Janine Karkosch, Leiterin der Sozialen Servicestelle und zuständig für die Ehrenamtsbörse. Damals sei die Idee entstanden. Gleichzeitig hätten jedoch auch viele ältere Ehrenamtliche ihre Tätigkeit aufgegeben.

Mit Hilfe einer Förderung durch die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt habe man deshalb eine Plattform geschaffen, über die man vor allem auch junge Menschen erreichen könne, so Karkosch. Um das soziale Miteinander also nachhaltig zu stärken, hat das Soziale Netzwerk Feldkirchen-Westerham das Onlineportal ins Leben gerufen, welches freie Ehrenamtsstellen in der Region an interessierte Bürger vermittelt.

Landtagspräsidentin Aigner als Schirmherrin gewonnen

Seit März haben sich dort die ersten Interessierten registriert und das Portal in Schwung gesetzt. „Wir freuen uns sehr, dass wir Ilse Aigner, Stimmkreisabgeordnete und Landtagspräsidentin, für unser Projekt zur Stärkung des Ehrenamts als Schirmherrin gewinnen konnten“, sagt Karkosch. Bei einem Besuch in der Sozialen Servicestelle informierte Karkosch sie kürzlich über die Ziele der Ehrenamtsbörse. „Für uns ist es besonders wichtig, dass möglichst viele Vereine und ehrenamtlich Tätige hier auf dieser Plattform zusammenkommen und sich vernetzen können.“

Um sich nicht auf die Gemeinde Feldkirchen-Westerham zu beschränken, spricht die Plattform das gesamte Mangfalltal an. Dieses sei mit einer vielfältigen Vereinslandschaft und einer großen Anzahl ehrenamtlich tätiger Menschen jeglicher Altersgruppe beschenkt. Generell, so Karkosch, sei die Bereitschaft in ganz Bayern besonders groß, sich ehrenamtlich zu engagieren. Rund 47 Prozent der Menschen über 14 Jahre – fast 5,2 Millionen – sind demnach ehrenamtlich tätig. Um die unterschiedlichen Bereiche im sozialen Zusammenleben ehrenamtlich abzudecken, brauche es ständig Nachwuchs.

Bereich der Kinder- und Jugendhilfe sticht hervor

Genau hierfür sei die Ehrenamtsbörse vom Sozialen Netzwerk entwickelt worden. „Damit Vereine und Institutionen ihre aktuellen Angebote für Ehrenämter vorstellen und Interessierte einfach und unkompliziert Kontakt aufnehmen können“, erklärt Karkosch. So findet man dort unterschiedliche Sparten und Kategorien. Gesucht werden hier etwa Flüchtlingshelfer, Bundesfreiwilligendienstler bei der DLRG, Mensa-Kräfte oder Babysitter.

„Der Bereich der Kinder- und Jugendhilfe sticht bei uns auf jeden Fall hervor“, nennt Karkosch das derzeit meistgefragteste Tätigkeitsfeld über ihre Plattform. Sie stellt aber auch klar: „Das Ehrenamt sucht überall Leute, auch im Sport oder im Senioren-Bereich. Das Ziel sei, dass immer mehr Vereine auf die Ehrenamtsbörse aufmerksam würden. Denn schon jetzt sei viel Bewegung auf der Plattform festzustellen. So hätten die Einträge oftmals mehrere hundert „Treffer“. Sprich, viele Menschen sehen sich die Angebote online an.

„Durch den Krieg in der Ukraine haben sich viele Menschen engagiert“

Wie oft Suchende und Anbieter von ehrenamtlichen Tätigkeiten dann tatsächlich zueinander finden, Kann Karkosch nicht beurteilen. Als Anbieter der Plattform bekomme man dazu keine verlässlichen Rückmeldungen. „Wir bekommen aber durchaus immer wieder positives Feedback von Vereinen, die uns mitteilen, dass sie über die Plattform jemanden gefunden haben.“ Erst kürzlich habe sich eine Dame bei Karkosch gemeldet, die „total happy“ über eine Zusammenführung gewesen sei.

Krisen oder besondere Ereignisse hätten laut der Leiterin der Sozialen Servicestelle einen deutlichen Einfluss auf das Ehrenamt. „Durch den Krieg in der Ukraine haben sich beispielsweise sehr viele Menschen ehrenamtlich engagiert.“ Was die Menschen im Mangfalltal in Sachen Flüchtlingshilfe leisteten, sei „schon herausragend“. Die aktuelle Energiekrise nehme dagegen keinen wirklichen Einfluss auf die ehrenamtliche Bereitschaft.

Wie funktioniert die Ehrenamtsbörse genau?

Jeder Verein kann sich auf der Börse ein eigenes Benutzerkonto erstellen und danach die freien Ehrenamtsstellen in einem Formular erfassen. Die wichtigsten Informationen zur betreffenden Tätigkeit können eigenständig eingestellt und verwaltet werden. Interessierte können dann in der gesamten Vereinslandschaft des Mangfalltals – gefiltert nach eigenen Interessen – vakante Ämter suchen und direkt Kontakt mit dem Anbieter der Stelle aufnehmen.

Laut dem Verein Soziales Netzwerk Feldkirchen-Westerham helfe die Ehrenamtsbörse bei der Suche und Vermittlung von Ehrenamtlichen – vom Trainingsleiter bis hin zum Vorstandsmitglied.

Weitere Informationen unter www.ehrenamt-mangfalltal.de

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