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Interview mit der Leiterin der Volkshochschule

Schwieriger Start nach Pandemie beim Kulturherbst in Feldkirchen-Westerham

Sonja Harig
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Sonja Harig

Feldkirchen-Westerham – Im Interview mit dem Mangfall-Boten erklärt Vhs-Leiterin Sonja Harig, wie nach zwei Pandemie-Jahren das Leben allmählich zurückkehrt. Doch viele Kursteilnehmer zögern. Im Sommer sind 34 Prozent der Kurse an der Volkshochschule ausgefallen. Jetzt setzt Harig alles auf das kommende Herbst-Winter-Programm.

Alle Corona-Regeln sind gefallen. Wie wirkt sich das auf die Kurse aus?

Sonja Harig: Trotz Wegfalls der Beschränkungen ist eine Zurückhaltung bei den Anmeldungen zu bemerken. Vor allem die Altersgruppe 65plus ist noch sehr vorsichtig und bisher nicht in den Kursbetrieb zurückgekehrt. Dadurch konnten mehrere Kurse nicht stattfinden.

Leider konnten wir auch einige Kursleitungen nicht wieder für den vhs-Betrieb gewinnen. Die Suche nach neuen Dozenten und Angeboten ist schwierig. Zum Glück ist es uns gelungen, den Entspannungsbereich, der gerade sehr nachgefragt wird, mit neuen Dozentinnen zu besetzen und insgesamt ein vielseitiges Angebot für das nächste Herbst-Winter-Semester zusammenzustellen. Der Kursbetrieb läuft aktuell ohne Hygienekonzept, und wir hoffen, dass das auch im Herbst-Winter-Semester so bleibt. Die Zahl der maximal Teilnehmenden pro Kurs und Raum bleibt weiterhin reduziert.

Wie engagiert sich die vhs für die Flüchtlinge aus der Ukraine?

Sonja Harig: Aufgrund der großen Hilfsbereitschaft in unserer Gemeinde konnten schnell Dozentinnen für Deutschkurse gefunden werden. Den mehr als 111 erwachsenen Geflüchteten aus der Ukraine stehen drei Kursangebote „Deutsch als Fremdsprache“ zur Verfügung, die sehr gut besucht sind. Dazu mussten die hier meist privat untergekommenen Ukrainerinnen ermittelt sowie Paten und Übersetzerinnen gefunden werden, um das Hilfsangebot samt Deutschkursen in der Gemeinde zu kommunizieren. Diese Aufgabe ist sehr gut gelungen.

Sie haben auch das Benefizkonzert mit organisiert. Wie viele Spenden kamen zusammen?

Sonja Harig: Unser Benefizkonzert hat das Ukraine-Spendenkonto um 8000 Euro bereichert. Seit Einrichtung des Kontos sind insgesamt 15.000 Euro eingegangen, wovon unter anderem der Schulverein, die Nachbarschaftshilfe, die Tafel und das Ersthilfekammerl unterstützt werden. Auch die Honorare für die Deutschkurse werden bis August von den Spenden finanziert.

Was steht im neuen Semester ab 26. September auf dem Programm?

Sonja Harig: Das Herbst-Winter-Programm steht unter dem Motto „Treffpunkt“. Wir bieten beispielsweise besondere Führungen an. Das Angebot im pädagogischen, sprachlichen, berufs- oder gesundheitsbildenden und musischen Bereich bleibt im Wesentlichen unverändert. Wir versuchen natürlich, neue Zielgruppen anzusprechen und das Programm an neue Entwicklungen anzupassen. Zudem bietet der 15. Kulturherbst ein buntes Programm mit 15 Veranstaltungen.

Gibt es wieder Programmhefte?

Sonja Harig: Uns stehen 4400 Programmhefte zur Verfügung. Im Interesse der Umwelt wird es aber langfristig gesehen kein gedrucktes Programmheft mehr geben, da auch die Nutzer immer mehr auf digitale Informationen zugreifen. Bis dahin erfolgt die Verteilung der Programme an die Haushalte, für die wir Austragende gefunden haben, wie gewohnt durch freiwillige Helfer. Aber auch unsere neue Programmheft-Box, bei der sich alle bedienen können, wird gut angenommen. Sie steht im Eingangsbereich der Metzgerei Rumpel.

Beim Benefizkonzert für die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine stiegen 99 Luftballons mit dem Wunsch nach Frieden auf. Zu den Organisatoren des Konzertes gehörte neben Büchereileiterin Lena Reichl und Tom Zimmer von der Band „Levantino“ auch vhs-Chefin Sonja Harig.

Wir funktioniert die Zusammenarbeit in der Gemeinde?

Sonja Harig: Sehr gut. Besonders hervorzuheben ist die Kooperation mit Gemeindebücherei und Musikschule. Auch mit Bund Naturschutz und anderen Institutionen vor Ort wird je nach Erfordernis und Thematik zusammengewirkt, ebenso mit der Heimatkundlichen Sammlung und dem Schulverein. Auch die Zusammenarbeit mit Grund- und Mittelschule ist sehr positiv. Der gemeindliche Bauhof steht uns engagiert zur Seite.

Das Ehrenamtsteam ist eine Besonderheit der vhs Feldkirchen-Westerham. Welche Aufgaben hat es?

Sonja Harig: Die ehrenamtlich Mitarbeitenden unterstützen die vhs-Arbeit aktiv, leisten besonders bei der aufwendigen Betreuung der Einzel- und Sonderveranstaltungen einen wesentlichen Beitrag für das Kultur-Angebot der Gemeinde. Zum Team gehören Dr. Ernst Georg Nied, der ehemalige vhs-Chef, Sepp Erhardsberger, (seit 1975), Alfred Tüllmann (seit 2018), Karl Lebsanft und Nicola Holz (beide seit 2020).

Wenn Sie zwei Wünsche frei hätten, welche wären das?

Sonja Harig: Ausgebuchte vhs-Angebote im kommenden Herbst-Winter-Semester und rege Besucherströme beim 15. Kulturherbst.

Gemeindliche Einrichtung rechnet mit Zuschüssen von 32.000 Euro

Die Einnahmen-Ausgaben-Statistik der Volkshochschule Feldkirchen-Westerham hat sich in diesem Jahr langsam erholt, ist aber noch nicht wieder auf dem Stand von 2019 angekommen. Zum jetzigen Zeitpunkt erwartet die vhs im Vergleich zu 2019 Mindereinnahmen an Gebühren von circa 22 Prozent.

Insgesamt beträgt der Ausfall der Kurse in diesem Semester über 34 Prozent im Vergleich zum Sommersemester 2019 mit 27 Prozent. Genaue Halbjahres-Zahlen liegen allerdings erst vor, wenn im August alle Kurse abgerechnet sind.

„Die Erhöhung der Gebühren zum laufenden Semester wurde klaglos hingenommen“, schätzt vhs-Leiterin Sonja Harig ein: „Die Honorarerhöhung für die Kursleitungen wurde natürlich sehr begrüßt.“

Aufgrund der Erhöhung der Staatsmittel für die Erwachsenenbildung und der Tatsache, dass auch für 2021 das statistische Ergebnis von 2019 zugrundegelegt wurde, konnten 2021 Fördergelder von mehr als 32.000 Euro generiert werden. Im Jahr 2020 waren es noch 26.000 Euro. Diese Regelung findet auch in diesem Jahr wieder Anwendung, sodass die vhs Feldkirchen-Westerham erneut mit einem 32.000-Euro-Zuschuss rechnet.

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