Pressemeldung BRK Kreisverband Rosenheim Land

Mitgliederversammlung des Roten Kreuzes in Feldkirchen

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Von links: Daniela Ludwig (MdB und stellvertretende Vorsitzende des BRK Kreisverband Rosenheim), Rudi Scheibenzuber, Josef Kiesl, Alfred Schmaus, Karl-Heinrich Zeuner und Martin Oswald.

Feldkirchen-Westerham - Vorstandsvorsitzender Karl-Heinrich Zeuner begrüßte zahlreiche Ehrengäste und Mitglieder, die sich in der Fahrzeughalle des neuen Rotkreuzzentrums Feldkirchen-Westerham eingefunden haben. 

In der Mitgliederversammlung gibt der BRK Kreisverband Rosenheim einen Überblick über seine Arbeit im vergangenen Jahr und einen Ausblick auf die Zukunft. In diesem Jahr waren die Probleme bei der Finanzierung des Rettungsdienstes ein großes Thema.


Senkung der Ehrenamtsquote

Sowohl der Vorsitzende wie auch Kreisgeschäftsführer Martin Schmidt betonten die positive Entwicklung der Qualität im Rettungsdienst aber auch die mangelnde Bereitschaft der Krankenkassen dies anzuerkennen. So kommunizierte die Geschäftsleitung des Kreisverbandes die veränderten Bedingungen vor Ort bereits dem BRK Landesverband. Dazu gehört das Problem, dass die vereinbarte Ehrenamtsquote aufgrund der gewachsenen hauptamtlichen Vorhaltungen nicht eingehalten werden kann, da das Ehrenamtspotential nicht automatisch mitwächst und die notwendigen neuen hauptamtlichen Stellen vor allem mit Mitarbeitern aus dem Ehrenamt besetzt wurden. Diese beiden Tatsachen führte zur Senkung der Ehrenamtsquote. 

Eine weitere Verschärfung der Situation brachte die notwendige Weiterbildung der Rettungsassistenten zum Notfallsanitäter in 80- bzw. 400 Stunden-Lehrgängen. Schmidt forderte den eigenen Landesverband die Rahmenbedingungen mit den Kostenträgern auskömmlich zu verhandeln und die besonderen Situationen bei der Verteilung auf die Kreisverbände zu berücksichtigen. Er mahnte aber auch die Kostenträger die Flächendeckung und Qualität des Rettungsdienstes, die das Bayerische Rote Kreuz zweifelsohne liefert, anzuerkennen und zu honorieren.


Weitere Themen, über die der BRK-Vorsitzende berichtete, waren die abgeschlossenen Investitionen wie das neue Rotkreuzzentrum, das neue Einsatzleitfahrzeug und das neue Jugendfahrzeug. Er bedankte sich bei allen Spendern, die diese Maßnahmen unterstützt haben. 

Der Neubau der Wachhütte am Luegsteinsee ist eine aktuelle Baumaßnahme, die durch Unterstützung der Gemeinde Oberaudorf und Spenden ermöglicht wurde. Zeuner betonte die schwierige Situation auf dem Arbeitsmarkt für Pflege- und Rettungsdienstpersonal und führte die Zukunftspläne des Kreis- und Landesverbandes auf. 

Es folgten Grußworte durch Andrea Rosner, stellvertretende Landrätin, Martin Oswald, zweiter Bürgermeister der Gemeinde Feldkirchen-Westerham, Klaus Stöttner (MdL) und Gerd Peiss (Johanniter Unfallhilfe). Rosner verurteilte die Gewalt gegen Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen und bat die Helfer motiviert zu bleiben. Klaus Stöttner gratulierte Karl-Heinrich Zeuner zu 18 Jahren Vorsitz des BRK Kreisverbandes und dankte ihm persönlich für seinen Einsatz.

Langjährige Mitglieder geehrt

Ein Höhepunkt dieser Mitgliederversammlung war die Ehrung von Josef Kiesl (Bereitschaft Feldkirchen) für 60 Jahre Mitgliedschaft und Alfred Schmaus (Bereitschaft Rosenheim) für 75 Jahre Mitgliedschaft im BRK. Beide haben in ihrer aktiven ehrenamtlichen Laufbahn ihre Gemeinschaft geprägt und lange Jahre geleitet. Stehende Ovationen und langer Applaus der Gäste zeugten von Anerkennung und Respekt für diese Leistung. 

"Kreisverband als Ausbildungsbetrieb ganz vorne dabei"

In seinem Bericht konnte Kreisgeschäftsführer Martin Schmidt viel Positives aus dem Bereich Ausbildung vermelden. So waren zum Jahresende 20 Auszubildende in fünf Berufsfeldern beschäftigt. Er gratulierte den Absolventinnen Julia Wudy und Verena Freiberger, die beide ihre Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement mit der Note Eins abschlossen. Ebenso mit der Note Eins beendete Amelie Guggenberger ihr Duales Studium zur Sozialpädagogin und auch Julia Vodermayer und Michael Lohr schafften eine glatte Eins in ihrer Ausbildung zum Notfallsanitäter. „Dies beweist, dass unser Kreisverband als Ausbildungsbetrieb ganz vorne dabei ist“, so Schmidt. In der Breitenausbildung wurde erstmals die 10.000 Teilnehmer-Marke mit 11.563 deutlich übertroffen

Bei den Sozialen Diensten entwickelt sich der Hausnotruf besonders gut mit einer Steigerung von 11,5%. Hier gilt es, an den neuen technischen Entwicklungen dranzubleiben. Ein Dank geht an die Emmy Schuster-Holzammer-Stiftung, die Anfang des Jahres für diesen Bereich ein neues Fahrzeug gestiftet hat. Schmidt ist stolz auf das Ambulante Pflegeteam, das trotz personeller Engpässe bei der Überprüfung durch den Medizinischen Dienst die Note 1,0 erreicht hat. 

Neue Projekte bereits in Planung

Neu will das BRK in den Bereich Kinder, Jugend und Familie eintreten und die Betreuung in Kindertageseinrichtungen, Schulkindbetreuung, offene Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit organisieren. Die Resonanz der Kommunen ist groß. Weitere Punkte waren die neu geplanten Unterkünfte in Kolbermoor und Bruckmühl und das neue Projekt „Herzenswunsch Hospizmobil“. 

BRK stark in der Jugendarbeit

Für das Ehrenamt sprach Rudi Scheibenzuber, stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter. Er betonte die gestiegene Zahl der Sanitätsdienste der Bereitschaften, die zum Teil zu kreativen Lösungen führte. So teilt man sich z.B. die Dienste im Rosenheimer Eisstation mit den Maltesern und der privaten Ambulanz Rosenheim. Auch die Mithilfe bei der Durchführung der Blutspendedienste ist ein wichtiger Bestandteil der Bereitschaften geworden. Die Bergwacht im Roten Kreuz war bei den Waldbränden im vergangenen Sommer und den schweren Schneefällen im letzten Winter zusätzlich zu den Bergrettungsnotfällen im Einsatz. Übungen und Ausbildungen gehören auch zum Bergwachtshandwerk. 

Scheibenzuber berichtete über die positive Entwicklung in der Jugendarbeit. Mit Wettbewerben des Jugendrotkreuzes und der Wasserwachtjugend, Ausflügen und Führungsveranstaltungen sorgen die Verantwortlichen das ganze Jahr über für attraktive und zukunftsfähige Rotkreuzarbeit. Eine wichtige Aufgabe der Jugend ist die Notfalldarstellung, die es ermöglicht, wirklichkeitsgetreue Übungen durchzuführen. 

Wasserwacht "ertauchte" 2.000 Euro

Die Wasserwacht hat in Prien ein spektakuläres Benefiztauchen durchgeführt und Spenden in Höhe von 2.000 Euro für die Priener Kampenwandschule gesammelt. Viel Zeit wurde auch in die Ausbildung gesteckt, so konnten z.B. drei Wasserwachtler aus dem Landkreis die schwierige Air Rescue Specialist Ausbildung erfolgreich absolvieren und es gibt 13 neue Praxisanleiter Bootsdienst. Die Gemeinschaft Wohlfahrts- und Sozialarbeit (WuS) ist in der Senioren-und Behindertenarbeit tätig. Die Arbeitskreise im Landkreis organisieren regelmäßige Treffen, Ausflüge und Vorträge. Höhepunkte sind der Faschingsball für Senioren und Menschen mit Behinderungen im Rosenheimer KUKO und die Chiemseeschifffahrt. 

In der Freiwilligenarbeit engagieren sich die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Raublinger Tafel und der sechs Kleiderläden. Der Kleiderladen Rosenheim ist stolz auf seine Auszeichnung als bester Second-Hand-Laden, die das Onlineportal rosenheim24 vergeben hat. In der ehrenamtlichen Arbeit war die große Übung „Herbstwind“ im vergangenen Oktober eine Veranstaltung, in die alle Gemeinschaften – außer der WuS – involviert waren. Die Übung ging über ein Wochenende und es wurden verschiedene Einsatzszenarien bei Tag und Nacht geübt, beobachtet und analysiert. Mit Bildern aus dem Rotkreuzjahr ging die diesjährige Mitgliederversammlung zu Ende.

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Quelle: mangfall24.de

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