Feldkirchener siegt gegen "Spiegel"

Die einstweilige Verfügung von Reporter Jobst Spengemann aus Feldkirchen-Westerham gegen das Magazin "Der Spiegel" und einen seiner Autoren hat auch nach dem jüngsten Urteil des Kammergerichts Berlin Bestand.
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Die einstweilige Verfügung von Reporter Jobst Spengemann aus Feldkirchen-Westerham gegen das Magazin "Der Spiegel" und einen seiner Autoren hat auch nach dem jüngsten Urteil des Kammergerichts Berlin Bestand.

Feldkirchen-Westerham/Berlin - Jobst Spengemann hat wieder eine weiße Weste. Der Journalist hat sich mit Erfolg gegen den "Spiegel"-Verlag und einen Autor des Magazins durchgesetzt.

Journalist Jobst Spengemann aus Feldkirchen-Westerham hat sich mit seiner einstweiligen Verfügung gegen den "Spiegel"-Verlag und einen Autor des Magazins durchgesetzt. Wie berichtet, hatte Spengemann dubiose Machenschaften eines Pharmakonzerns aufgedeckt. In einem Beitrag des "Spiegel" war ihm dann vorgeworfen worden, einst die gleichen Praktiken betrieben zu haben.

Ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk erhielt Spengemann jüngst mit dem Urteil des Kammergerichts Berlin: Darin wird er in allen Punkten seiner Klage bestätigt. "Ich habe wieder eine weiße Weste", freute er sich gegenüber unserer Zeitung. "Der Spiegel" prüft gegenwärtig nach Angaben von Sprecher Hans-Ulrich Stoldt, ob das Unternehmen die Entscheidung akzeptieren oder das Hauptsacheverfahren anstrengen wird.

Spengemann deckte - wie berichtet - in der ZDF-Sendung "Frontal 21" skrupellose Machenschaften der Pharmaindustrie auf. Mittels Schmutzkampagnen und gekaufter Journalisten sollten dabei unliebsame Zeugen diffamiert werden, so Spengemann. Letztere hätten sogar Beweise dafür gehabt, dass ein Pharmakonzern mit gefälschten Krebsmedikamenten handelte.

Nach dem Fernsehbeitrag geriet der Feldkirchen-Westerhamer Enthüllungsreporter aber in einem Beitrag des Magazins "Spiegel" vom 22. Februar 2011 selbst in die Kritik. Ihm wurde vorgeworfen, einst die gleichen Praktiken betrieben zu haben und dementsprechend instrumentalisiert worden zu sein.

Bei den Verhandlungen rechtfertigte der "Spiegel" den Artikel als "zulässige Verdachtsberichterstattung". Bereits im März 2011 gab das Landgericht Berlin jedoch Spengemanns Antrag auf einstweilige Verfügung statt. Die Beklagten gingen daraufhin in Berufung. Vor dem Kammergericht in Berlin sollte nun die endgültige Entscheidung im Verfügungsverfahren fallen. Der Senat schloss sich dem Urteil des Landgerichts Berlin an. Die seit damals bestehende einstweilige Verfügung ist somit rechtens. Begründung: Der betreffende Artikel sei nicht mehr in den zulässigen Grenzen der Verdachtsberichterstattung. Er verletzte das allgemeine Persönlichkeitsrecht Spengemanns.

Silvia Mischi/Mangfall-Bote

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