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Vagener stellt sich als erster Kandidat vor

„Ja, ich will“: Hans Zistl eröffnet Bürgermeisterwahlkampf in Feldkirchen-Westerham

Hans Zistl (Dritter von rechts) kandidiert für das Bürgermeisteramt. Dafür wurde jetzt der Verein „Freie Wählervereinigung Ortsliste Vagen“ gegründet. Zum Vorstand gehören (von links) Johannes Köpke, Dominik Steffl, Georg Meixner, Hubert Steffl, Hans Zistl, Georg Pilartz und Rupert Meixner. Revisor Jörg Knierim ist nicht abgebildet.
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Hans Zistl (Dritter von rechts) kandidiert für das Bürgermeisteramt. Dafür wurde jetzt der Verein „Freie Wählervereinigung Ortsliste Vagen“ gegründet. Zum Vorstand gehören (von links) Johannes Köpke, Dominik Steffl, Georg Meixner, Hubert Steffl, Hans Zistl, Georg Pilartz und Rupert Meixner. Revisor Jörg Knierim ist nicht abgebildet.

Die Amtszeit von Bürgermeister Hans Schaberl endet im April 2023. Jetzt hat sich der erste mögliche Nachfolger gemeldet. Warum Gemeinderat Hans Zistl (39) seinen Job als Banker aufgeben würde.

Feldkirchen-Westerham – Der Wahlkampf kann beginnen. Johannes Zistl aus Vagen hat Ja gesagt und sich als erster Kandidat für die Bürgermeisterwahl im März 2023 in der Gemeinde Feldkirchen-Westerham vorgestellt. Dafür wurde jetzt der Verein „Freie Wählervereinigung Ortsliste Vagen“ gegründet.

„Der Verein vertritt ausschließlich kommunale Interessen, eine parteifreie, bürgerfreundliche Politik und nimmt an der Kommunalwahl mit eigenen Vorschlägen teil“, erläuterte Zistl. Als lose Vereinigung gibt es die Ortsliste Vagen schon seit 1978. Aktuell ist sie mit Johannes Zistl und Georg Meixner im Gemeinderat vertreten.

Vereinsgründung stellt Weichen

Mit der Vereinsgründung wurde nun die Basis dafür geschaffen, dass klar definiert ist, wer bei der Aufstellungsversammlung für die Bürgermeisterwahl stimmberechtigt ist – die Mitglieder der Wählervereinigung.

Seit Wochen schon wird in der Gemeinde Feldkirchen-Westerham über einen möglichen Bürgermeisterkandidaten gemunkelt. Schon im November waren Fraktionen im Gemeinderat der Auffassung, dass der Amtssessel des Bürgermeisters möglicherweise relativ kurzfristig neu besetzt werden müsste.

Ein Blick zurück ins Jahr der Aufreger in der Gemeinde: Es begann mit den Schwarzbauten auf Gut Irnberg, setzte sich über das gemeindliche Einvernehmen für ein Bauvorhaben am Lindenweg in Feldkirchen fort und gipfelte in den 42-Millionen-Euro-Plänen für eine neue Grundschule, die ohne das Wissen des Gemeinderates geschmiedet worden waren.

Damals trat die CSU-Fraktion an Hans Zistl heran, um ihn als neuen Bürgermeister ins Rennen zu bringen. „Aber“, so erläuterte der 39-jährige Sparkassenbetriebswirt. „Ich möchte nicht auf Parteiebene kandidieren, denn überparteiliche Politik zum Wohle der Gemeinde ist mir wichtig.“ Er sagte ab. Trotzdem beschäftigte ihn der Gedanke weiter, wie er rückblickend erläuterte.

„Ich hätte mir das Amt in zwölf Jahren vorstellen können“, gab er zu, aber: „Das Bürgermeister-Amt kommt nicht zu Dir, wenn Du magst, sondern wenn Du gebraucht wirst.“ Zistl machte sich seine Entscheidung nicht leicht. Immerhin hat er zwei Kinder und gerade ein Haus gebaut. Doch seine Frau Eva gibt ihm auch für die neue Aufgabe den nötigen Rückhalt, denn: „Das passt zu Dir, hat sie mir gesagt. Sie wird mich unterstützten, wo es nur geht“, berichtet Zistl.

Er wog Pro und Contra ab, listete auf, was ihn antreibt und interessiert: „Was dabei herauskam, klang wie eine Stellenbeschreibung für das Bürgermeisteramt“, erzählt er lachend: „Ich möchte gestalten, Projekte leiten, unsere Gemeinde vorwärtsbringen, lebe Personalverantwortung und weiß, wie man Menschen bei der Stange hält und mit schwierigen Situationen umgeht. Ja, ich würde es gern machen.“

Die bislang einzige Nominierung

Die Unterstützung der Vagener hat er: Modern und zukunftsorientiert wünschen sie sich ihren Bürgermeister. Als Vertreter aller Ortsteile, der Bürgerbeteiligung und Transparenz lebt. „Wir werden dich unterstützen“, begrüßte Hubert Steffl die Entscheidung.

Nun ist es offiziell: Hans Zistl tritt für die Vagener Wählervereinigung an. Die anderen Parteien und Gruppierungen des Gemeinderates haben noch keine Kandidaten nominiert.

Neuer Verein startet mit 27 Mitgliedern – Vorstand einstimmig ins Amt berufen

• Bei der Gründungsversammlung traten 27 der 31 anwesenden Vagener in den Verein ein. Die Satzung wurde mit 27:0 Stimmen beschlossen.

• Zum Vereinsvorsitzenden wurde Johannes Zistl gewählt. Georg Meixner steht ihm als Stellvertreter zur Seite. Das Amt des Schriftführers übernimmt Rupert Meixner. Zum Kassier wurde Daniela Anderl berufen. Als Beisitzer fungieren Hubert Steffl, Georg Pilartz, Dominik Steffl und Johannes Köpke. Revisor ist Jörg Knierim. Alle Vorstandsmitglieder wurden mit der jeweils eigenen Stimmenthaltung mit 26:1 gewählt.

• Mitglied kann jeder wahlberechtigte Bürger werden – auch Mitglieder anderer Parteien oder Wählervereinigungen.

Warum außer der Reihe gewählt wird

Normalerweise werden Gemeinderat und Bürgermeister im gleichen Jahr gewählt – zuletzt am 15. März 2020. Die nächsten Wahlen der Gemeinde- und Landkreisvertretungen in Bayern finden im Jahr 2026 statt.

Der Grund dafür, dass der Bürgermeister in der Gemeinde Feldkirchen-Westerham außer der Reihe gewählt wird, liegt schon fast 30 Jahre zurück. Im Jahr 1993 ging der damalige Bürgermeister Georg Röhrmoser, der inzwischen leider verstorben ist, nach der Hälfte seiner Amtszeit in den Ruhestand.

Die darauffolgenden Rathauschefs Michael Weber und Bernhard Schweiger waren jeweils zwölf Jahre in ihrem Amt.

Seit 2017 ist Hans Schaberl (parteilos) Bürgermeister. Er wollte 2020 Ordnung ins Wahlprozedere der Gemeinde bringen und war bereit, weitere sechs Jahre als Bürgermeister zu amtieren – allerdings ohne Wahlkampf. Das hätte vorausgesetzt, dass die anderen Parteien und Gruppierungen auf einen eigenen Bewerber verzichten.

Schaberl trug die Idee im Herbst 2019 dem Gemeinderat vor. Das Echo war so gering, dass er den Plan wieder fallen ließ. So endet seine Amtszeit im April 2023. Bei den Neuwahlen kann er im Alter von dann 67 Jahren nicht noch einmal antreten.

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