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Angebot zur Berufsorientierung im Mangfalltal

Neue Online-Berufsmesse an Mittelschule Feldkirchen-Westerham

Hoffen auf eine große Resonanz auf ihre neue Online-Berufsmesse: Rektor Jürgen Lang (links) und Konrektor Ralf Kassirra von der Mittelschule Feldkirchen-Westerham.
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Hoffen auf eine große Resonanz auf ihre neue Online-Berufsmesse: Rektor Jürgen Lang (links) und Konrektor Ralf Kassirra von der Mittelschule Feldkirchen-Westerham.

Die Mittelschule Feldkirchen-Westerham ist die erste Mittelschule im Landkreis Rosenheim, die jetzt mit einer Berufsmesse online an den Start geht. Am Montag, 29. März, wird das Portal freigeschalten, in dem regionale Firmen ihre Ausbildungsberufe und Karrierechancen vorstellen können. Kostenlos.

Feldkirchen-Westerham – Aufgrund der aktuellen Lage mussten der Tag der offenen Tür und die Azubimesse entfallen. Als Alternative werden nun zwei digitale Projekte ins Leben gerufen: die Berufsmesse online und die Erstellung eines kurzen Imagefilmes über die Mittelschule.

Am Montag wird das Portal freigeschalten, in dem regionale Firmen ihre Ausbildungsberufe und Karrierechancen vorstellen können. Zeitnah wird auch der Imagefilm ins Netz gehen. Gefördert wird dieses Projekt vom Sozialen Netzwerk Feldkirchen-Westerham sowie von Werbering und Gewerbeverband im Mangfalltal.

Viel Unterstützung für das Projekt

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie ist Berufsorientierung kaum mehr möglich. Jobmessen finden nicht statt, Praktika sind rar geworden, Veranstaltungen im Berufsinformationszentrum sind nicht erlaubt. Nicht einmal die Begleitung durch die Berufspaten war möglich.

„Wie sollen Jugendliche so herausfinden, welcher Beruf für sie der richtige sein könnte und wohin sie ihr Weg nach der Schule führen kann“, fragt Jürgen Lang, der Rektor der Mittelschule Feldkirchen-Westerham. Also hat er eine Online-Berufsorientierungsmesse – angelehnt an das Pilotprojekt der Realschule Wasserburg – ins Leben gerufen.

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Verwaltung, Verbände und Vereine der Gemeinde Feldkirchen-Westerham waren von der Idee begeistert und sagten ihre Unterstützung zu. Und so wurden Anfang März zahlreiche Unternehmen im Mangfalltal angeschrieben. „Die Resonanz ist toll, aber wir wollen noch weitaus mehr Teilnehmer zu unserer Messe einladen und würden uns freuen, wenn wir alle Ausbildungsbetriebe in der Region Mangfalltal für dieses Projekt gewinnen könnten“, lädt Lang ein, sich zu beteiligen.

Noch ist Zeit, denn jetzt geht das Projekt in die heiße Phase. Ab kommender Woche können die Unternehmen ihre Messestände „aufbauen“. Das geht ganz einfach: Firmenporträt, Konzeptvideo, Ausbildungsberufe, Fotos und Kontakte hochladen, Termine für eventuelle Praktika anbieten, Ansprechpartner benennen. Fertig. Eine genaue „Gebrauchsanweisung“ für die Online-Plattform wird allen Teilnehmer zugesandt. Nach den Osterferien soll die „Online-Berufsmesse“ eröffnet werden.

Online nach beruflichen Perspektiven suchen

Die Schüler können ihre Suche nach Berufsbildern, Branchen oder konkreten Firmen filtern oder einfach stöbern und sich inspirieren lassen. Zweimal im Jahr werden Messetage stattfinden, an denen der Stand „besetzt ist“, die Ansprechpartner im Live-Chat für ein Gespräch mit den potenziellen Bewerbern zur Verfügung stehen.

Das Online-Messeportal für die Schulen im Mangfalltal steht den Schülern der Mittelschulen in Feldkirchen-Westerham und Heufeld sowie von Realschule und Gymnasium in Bruckmühl zur Verfügung. Alle Unternehmen, die engagierten Nachwuch suchen, können sich hier präsentieren. Die Plattform wird von der Firma iventic betrieben, hat eine Laufzeit von 24 Monaten und kann optional um weitere zwei Jahre verlängert werden.

Die beste Lösung in aktueller Situation

Gute Erfahrungen mit der Online-Berufsmesse hat Angela Eder, die Ausbildungsleiterin der Eder GmbH Tuntenhausen, gesammelt. Das Unternehmen präsentiert sich mit Online-Messeständen bereits an den Realschulen in Wasserburg und Bad Aibling. „Es ist in der aktuellen Situation die beste Lösung“, so ihre Erfahrungen.

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Trotzdem gehe nichts über das persönliche Kennenlernen hinaus. Deshalb schließt sich bei den Eders an das Online-Interview auch ein persönliches, coronakonformes Kennenlernen an. „Zudem versuchen wir, die Jugendlichen wenigstens ein paar Stunden in der Praxis schnuppern zu lassen. Schließlich müssen sie wissen, ob sie sich mit der Tätigkeit und dem Team wohlfühlen.“

Der Online-Messestand der Eder GmbH wird in Wasserburg und Bad Aibling schon besucht.

Nachhilfe gegen Corona-Defizite

30 Auszubildende starten in diesem Jahr ihre Ausbildung in der Eder GmbH in zwölf Berufen. Und auch für den Ausbildungsstart im Jahr 2022 werden schon Verträge gemacht. „Es ist ein Risiko, denn keiner weiß momentan, wie es weitergeht. Doch wir brauchen gute Leute“, betont Angi Eder. Dass die Schüler mit Lücken aus einem Jahr Corona-Pandemie in die Ausbildung starten, ist ihr bewusst. „Wir kriegen sie alle durch, werden wieder Nachhilfe im Unternehmen anbieten“, ist sie optimistisch, den jungen Menschen dabei zu helfen, ihre ganz persönliche Corona-Krise zu überwinden.

Schüler werden nicht „ausgewildert“

Im Juli legen die Schüler der Klasse 9a der Mittelschule Feldkirchen-Westerham ihre Prüfungen für den qualifizierenden Abschluss der Mittelschule ab. „Trotz der schwierigen Lehr- und Lernsituation der vergangenen zwölf Monate streben alle ihren Abschluss an“, ist Klassenleiterin Tamara Faltermeier stolz auf ihre Schüler.

Sie spürt, dass nach wochenlangem Distanzunterricht, einer kurzen Phase des vollen Präsenzunterrichts sowie der Rückkehr in den Wechselunterricht die Motivation leidet. Nach elf Wochen Schule stehen nun die Osterferien bevor. „Sie werden unseren Schülern guttun. Ich denke, dass sie danach weitaus motivierter zurückkehren“, ist Faltermeier sicher.

Schuljahr darf wiederholt werden

Doch die letzten Monate waren nicht nur wegen der besonderen Art von Schule schwierig. Vielen Jugendlichen fehlt auch die Perspektive. Mehr als 80 Prozent der Schüler der 9a haben noch keine Lehrstelle und aufgrund der coronabedingt reduzierten Berufsorientierung auch keine Idee, welcher Beruf sie erfüllen könnte.

Doch die Jugendlichen und ihre Familien können in dieser außergewöhnlichen Situation auch auf ihre Schule bauen: „Wer seinem Abschluss nicht erreicht, darf auf Wunsch der Erziehungsberechtigten an unserer Schule bleiben, die coronabedingten Lücken in einem weiteren Schuljahr schließen und seinen Quali wiederholen“, kündigt Rektor Jürgen Lang an, denn: „Wir werden nicht zulassen, dass unsere Jugendlichen unter diesen schwierigen Bedingungen ins Leben geschickt und förmlich ausgewildert werden.“ Die Schüler und ihre Familien sind dankbar für diese Chance, denn sie nimmt die Angst vor dem Abschluss.

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