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Dicke Luft in Feldkirchen-Westerham

„Sie zerstört wertvolle Natur“: Konflikt um Südumgehung geht weiter

Der Bund Naturschutz spricht sich klar gegen die geplante Südumgehung durch Feldkirchen-Westerham aus.
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Der Bund Naturschutz spricht sich klar gegen die geplante Südumgehung durch Feldkirchen-Westerham aus.

Die Entscheidung – Südumgehung, ja oder nein – naht. Nun spricht sich auch der Bund Naturschutz klar gegen die Variante des Straßenbauamtes aus. Wie Bürgermeister Hans Schaberl darauf reagiert und welche Schritte jetzt noch anstehen.

Feldkirchen-Westerham – Noch ist keine offizielle Entscheidung gefallen. Der Gemeinderat hat das letzte Wort bei der Frage: Südumgehung, ja oder nein? Nur logisch also, dass im Vorfeld der alles entscheidenden Gemeinderatssitzung verschiedene Interessensvertreter ihre Haltung kundtun.

So nun auch der Bund Naturschutz. Dessen Ortsgruppe Feldkirchen-Westerham hat sich im Nachgang des Bürgerforums, bei dem sich zahlreiche Bürger gegen die Pläne des Straßenbauamtes aussprachen, zu Wort gemeldet.

„Sie zerstört wertvolle Natur“

Demnach entlaste die vorgeschlagene Verlegung der Staatsstraße zwar die unmittelbare Ortsdurchfahrt, verlagere aber nur den Lärm, der in Summe zunehmen würde. „Vor allem aber zerstört sie unwiederbringlich wertvolle Natur- und landwirtschaftliche Flächen und steht mit immensem Aufwand und der Förderung weiter wachsender Verkehrsströme in krassem Widerspruch zu allen Klimaschutzzielen“, betont die Vorsitzende der Ortsgruppe, Dr. Gertrud Knopp.

Dr. Gertrud Knopp, Vorsitzende der Ortsgruppe Feldkirche-Westerham des Bund Naturschutz.

Der Bund Naturschutz fordert den Gemeinderat daher auf, den aufs Jahr 2035 zielenden Vorschlag abzulehnen und stattdessen „Intelligenz und Finanzmittel in konsequente Verkehrs-Beruhigung 2023“ zu investieren. Die Südumfahrung würde nicht nur einen hohen Flächenverbrauch bedeuten. Auch der Gemeindekern würde zerschnitten, so Knopp. Der „definitiv zu hohe Lärm“ würde Richtung Schulzentrum, Westerham und Feldolling verlagert. Zudem seien negative Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung Westerhams zu befürchten.

Bund Naturschutz fordert konkrete Beschlüsse

Laut Theobalt Schneider, ebenfalls aus der Ortsgruppe Feldkirchen-Westerham, stellt die vorgestellte Südumfahrung keine Lösung dar. Alternativen sieht er nur in „einem rasch wirksam werdenden Maßnahmenbündel“. An erster Stelle, so Schneider, müsse eine Verkehrsberuhigung in der Münchner und Rosenheimer Straße entstehen, unter anderem durch die Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer.

Im Rahmen von ISEK (Integriertes städtebauliches Entwicklungs-Konzept) sollten hierfür konkrete Beschlüsse gefasst werden. Zu befürworten sei zudem die Entwicklung eines „bedarfsorientierten Verkehrsmanagements“. Schließlich sollte ein Konzept für den innerörtlichen Verkehr inklusive Verlagerung auf den öffentlichen Verkehr sowie Verbesserung des Rad- und Fußverkehrs entwickelt werden.

Schneider: „Verkehrswende statt Lärm ohne Ende“

„Auf regionaler Ebene kann der Durchgangsverkehr durch Maßnahmen zugunsten des ÖPNV reduziert werden“, sagt Schneider. Ein Hauptproblem – der überregionale Schwerlastverkehr – ließe sich mindern, indem dieser weitgehend auf die Autobahn verwiesen bliebe. Auch sollten etwa die Möglichkeiten zur Sperrung der Ortsdurchfahrt für den Schwerlastverkehr geprüft werden. „Verkehrswende statt Lärm ohne Ende.“

Laut Bund Naturschutz sei die vorgeschlagene Variante eine „Scheinlösung, da das Lärmproblem und die Schadstoffbelastung lediglich verlagert“ würden.

„Die meisten Forderungen sind ja nichts Neues“, sagt Bürgermeister Hans Schaberl auf OVB-Anfrage zu der Stellungnahme des Bund Naturschutzes. Auch er sehe eine Chance in der Verkehrsberuhigung. „Deshalb kann ich mir Tempo 30 auch sehr gut vorstellen.“ Auch über eine weitere Ampel werde diskutiert. Den Vorschlag einer Sperrung für Schwerlastverkehr, sieht er dagegen kritisch. „Das ist meiner Meinung nach nicht möglich, irgendwie muss der Lieferverkehr ja funktionieren, wir haben hier schließlich einige Firmen.“. Maßnahmen, die den öffentlichen Personennahverkehr stärken – etwa ein spezieller Tarif – befürwortet Schaberl wiederum.

Bürgermeister Hans Schaberl will eine schnellstmögliche Entscheidung

Er stellte noch einmal grundsätzlich klar, dass er die Südumgehung – „eine solche Naturzerstörung“ – nicht gutheißen könne. Doch das letzte Wort hat der Gemeinderat. Und wie geht es jetzt weiter? Am 12. Oktober wird das Gremium in einer nicht öffentlichen Sitzung das weitere Vorgehen besprechen. Daraufhin wird in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung entschieden. „Ich wünsche mir diese Sitzung schnell, möglichst noch Ende Oktober“, sagte Schaberl. Allerdings hänge dies von den internen Beratungen ab.

An der Abzweigung Unterreit/Oberreit könnte in einem Kreisel die neue Trasse der Staatsstraße 2078 Richtung Süden abgeführt werden.

Sollte die Südumgehung dann abgelehnt werden – wovon Schaberl ausgeht – sollte man im Zuge von ISEK verkehrsberuhigende Maßnahmen auf den Weg bringen. Hierfür ist im November eine Klausurtagung geplant.

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