Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Investition gegen den „Feuerkrebs“

Kampf gegen „toxische Zwillinge“: So sollen die Retter der Feldkirchener Feuerwehr geschützt werden

Gerätewart Bernd Stadler kümmert sich nach allen Einsätzen und Übungen der Wehren auch um die fachgerechte Reinigung der Schläuche.
+
Gerätewart Bernd Stadler kümmert sich nach allen Einsätzen und Übungen der Wehren auch um die fachgerechte Reinigung der Schläuche.

Es ist nicht das Feuer allein, dass das Leben der Feuerwehrleute gefährdet. Es sind auch die unsichtbaren „toxischen Zwillinge“ – die giftigen Rauchgase Kohlenmonoxid und Cyanwasserstoff (Blausäure) – sowie Rußpartikel, die bei einem Brand entstehen. Wie die Kameraden in der Gemeinde Feldkirchen-Westerham geschützt werden sollen.

Feldkirchen-Westerham – Die giftigen Gase und Partikel werden eingeatmet, lagern sich auf der Haut, den Atemschutzgeräten, der Einsatzbekleidung und den Fahrzeugen ab. Sie schädigen die Gesundheit der Kameraden und führen im schlimmsten Fall zu „Feuerkrebs“.

Den etwa 300 Kameraden der Feuerwehren in der Gemeinde Feldkirchen-Westerham ist das bewusst. Trotzdem gehen sie ehrenamtlich in den Einsatz, um andere Menschen zu retten. Wie die Kameraden davor geschützt werden können, selbst Opfer zu werden, stand jetzt im Fokus des Gemeinderates. Dabei ging es in erster Linie um „Feuerwehrhygiene“ – also um die ungefährliche Aufbereitung und Wartung von Atemschutzgeräten, Einsatzkleidung und Schläuchen.

Diese Aufgabe übernimmt die Feuerwehr Feldkirchen für alle fünf Gemeindewehren. Diese liefern die kontaminierten Einsatzmittel nach jedem Einsatz oder jeder Übung an. In Feldkirchen werden sie von Atemschutzgerätewart Holger Dietl und Gerätewart Bernd Stadler gewaschen, desinfiziert, geprüft und eingelagert. Dafür stehen ihnen momentan eine Schlauchwaschanlage, eine speziell auf die Anforderungen abgestimmte Waschmaschine für die Einsatzkleidung sowie eine spezielle Maschine zur Desinfektion von Masken und Lungenautomaten zur Verfügung.

Die Atemschutzgeräte reinigt Dietl bisher noch per Hand. „Mit der Wurzelbürste und Seifenlauge“, erklärt Kommandant Sven Gericke. Das soll sich nun ändern: Die Feuerwehr kann mit der Zustimmung des Gemeinderates jetzt eine Waschanlage zur Entrußung und Reinigung von Atemschutzgeräten bestellen. „In etwa fünf bis sechs Monaten könnte sie vor Ort sein“, steckt Gericke die zu erwartenden langen Lieferzeiten ab.

Doch damit sind längst nicht alle Probleme behoben. Noch müssen kontaminierte und saubere „Wäsche“ und Geräte in einem Raum aufbewahrt und behandelt werden. So können sich aber eben auch die gesundheitsschädigenden Partikel von Atemgiften, Brandrauch und Brandruß im Raum verteilen. „Bei Messungen wurden sie im gesamten Gerätehaus nachgewiesen“, erläutert der Kommandant.

Etwa 60 Atemschutzgeräte der Feldkirchen-Westerhamer Feuerwehren müssen gereinigt und gewartet werden.

Mit einem Umbau der Atemschutzwerkstatt soll der Gesundheits- und Arbeitsschutz für die Kameraden nun verbessert werden. Ein Fachplaner hat die Feldkirchner bereits kostenlos beraten. Geplant ist die Schaffung von getrennten Schwarz- und Weiß-Bereichen. Dafür müssen Zwischenwände eingezogen, Durchbrüche geschaffen, neue Türen und Fenster eingesetzt sowie Schränke, Regale und Ablagen umgebaut und die Anschlüsse für die Reinigungsmaschine erstellt werden.

Entstehen soll ein Schwarzraum für die Anlieferung der kontaminierten Einsatzmittel. Von dort gelangen die Atemschutzgeräte, Masken und Lungenautomaten über die Grobreinigung und Desinfektion weiter in die Atemschutzwerkstatt.

Mit circa 69.000 Euro ist zu rechnen

Hier werden sie letztlich geprüft und verpackt und im Ausgangslager wieder allen Wehren zur Verfügung gestellt. Gleiches geschieht nach der Anlieferung mit allen weiteren Gerätschaften und der Einsatzkleidung.

Kommandant Gericke erläuterte dem Rat, dass heute nur noch Feuerwehrgerätehäuser mit Schwarz-Weiß-Bereichen genehmigungsfähig sind. Das Feldkirchner Gerätehaus stammt aus dem Jahr 2007. Die Nachrüstung des Schwarz-Weiß-Bereiches wird etwa 69 000 Euro kosten. Der Gemeinderat sprach sich einstimmig für den Umbau aus und kommt damit seiner Fürsorgepflicht für die Kameraden der Feuerwehren in Feldkirchen-Westerham nach. Die Verwaltung wurde beauftragt, den Umbau zu veranlassen.

Kommentare