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Fortbildungen der IHK in Corona-Zeiten

Wie die Pandemie Fort- und Weiterbildungen der IHK-Akademie in Feldkirchen-Westerham verändert

Seit Beginn der Pandemie finden immer mehr Fort- und Weiterbildungen über Online-Formate statt.
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Seit Beginn der Pandemie finden immer mehr Fort- und Weiterbildungen über Online-Formate statt.

Können Fortbildungen in Corona-Zeiten weiterhin stattfinden? Wie sich die Arbeit der IHK und der Arbeitsagentur verändert hat und warum es eine neue Normalität gibt.

Feldkirchen-Westerham – Wie auf nahezu alle Bereiche des öffentlichen Lebens nimmt die Corona-Pandemie auch Einfluss auf berufliche Fort- und Weiterbildungen. Längst sind die klassischen Seminarräume nicht mehr alleiniger Schauplatz für Schulungen. Viele Kurse finden mittlerweile virtuell statt. Davon kann auch die IHK-Akademie in Feldkirchen-Westerham ein Lied singen.

Dort werden berufliche Weiterbildungen, insbesondere im kaufmännischen und technischen Bereich, sowie im Bereich Gastronomie für Fach- und Führungskräfte angeboten. Laut Bereichsleiter Markus Weingärtner reiche das Spektrum von umfangreichen Lehrgängen mit IHK-Prüfung bis hin zu Mehrtages- und Tagesseminaren. Und das sowohl in Präsenz als auch in Online-Formaten. Doch wie genau hat sich die Arbeit durch Corona verändert?

Wechsel zwischen Präsenz und Internet

„Durch mehrere Lockdowns hatten wir sehr viele Wechsel zwischen Präsenz- und Onlineunterricht“, sagt Weingärtner. Darüber hinaus habe man das generelle Angebot an Onlinetrainings in allen Bereichen massiv ausgebaut. Im Mittelpunkt stehe dabei das sogenannte „Live-Online-Training“, was zu festen Zeitpunkten mit den Trainern im „virtuellen Klassenzimmer“ per Videoschalte stattfinde.

Angebot und Nachfrage gingen demnach verstärkt Richtung Online, „wobei es auch zukünftig ein hohes Präsenzangebot und eine hohe Präsenznachfrage geben wird“, erjkärt Weingärtner. Seminare im Verhaltensbereich, etwa Führungstrainings, würden auch weiterhin bevorzugt in Präsenz durchgeführt, da es um die direkte Interaktion aller Beteiligten und den persönlichen Erfahrungsaustausch gehe. Dann natürlich unter entsprechenden Auflagen, wie der 2G-Regel, Abstands- und Maskenpflicht. Bei längeren Lehrgängen sei „Blended Learning“, also der Wechsel zwischen Präsenz- und Onlineeinheiten, sehr stark nachgefragt.

„Viele Teilnehmer wollen die Vorteile beider Welten von Online mit einfachem Zugang von Zuhause aus und dem physischen Kontakt mit Gleichgesinnten in Präsenz verbinden“, sagt Weingärtner. Doch finden seit Corona generell weniger Fort- und Weiterbildungen statt?

Laut Weingärtner verhalte sich dies in den verschiedenen Bereichen und Branchen sehr unterschiedlich. „Die Firmen waren und sind bei Seminaren tatsächlich deutlich zurückhaltender in der Pandemie angesichts der allgemeinen Verunsicherung und der unsicheren Perspektiven“, so Weingärtner. Jedoch zeichne sich mittlerweile eine Trendumkehr ab, da es sich Firmen nicht länger leisten könnten, längere Zeit an Weiterbildung zu sparen. Andernfalls, so Weingärtner, könnten sie nicht länger wettbewerbsfähig bleiben.

Die Nachfrage nach Lehrgängen für Privatpersonen sei während der Pandemie bisher „insgesamt sehr gut“ gewesen. Viele Beschäftigte hätten demnach die Zeit genutzt, um sich angesichts unsicherer Perspektiven für den Arbeitsmarkt breiter aufzustellen.

Allerdings würden auch Firmen wieder mehr in Weiterbildung investieren, um dem Fachkräftemangel zu begegnen, ist sich Weingärtner sicher. „Die Teilnehmer erkennen, dass Weiterbildung inzwischen vielfältiger und einfacher verfügbar ist.“

Was die Arbeit bei Fortbildungen angeht, spricht Weingärtner von einer neuen Normalität, in der Online „normal“ geworden sei. Er geht davon aus, dass Online und Präsenz künftig gleichwertig nachfragt werden – je nach Lebenssituation, Thema, Dauer oder Erreichbarkeit.

Trend geht zu Online-Veranstaltungen

Ähnlich sieht es Stefan Loibl, Geschäftsführer der IHK Akademie München und Oberbayern. „Bedingt durch die Kontaktbeschränkungen wurden und werden zahlreiche Weiterbildungen online durchgeführt.“ Insgesamt fänden aber deutlich weniger Seminare statt. Besonders betroffen, so Loibl: „weiche“ Themen wie Führungstrainings und Kommunikationsseminare. Im Bereich der höheren Berufsbildung (Lehrgänge mit IHK-Abschluss) habe man dagegen keine Rückgänge festgestellt.

Generell gebe es einen Trend hin zu Online-Kursen, der auch nach der Pandemie anhalten wird, so Loibl. Zwar werde es dann wieder sicher wieder mehr Präsenzveranstaltungen geben, jedoch werden viele Arbeitnehmer die Flexibilität von Online-Veranstaltungen auch weiter schätzen und nutzen, so der Geschäftsführer.

Agentur für Arbeit: Weiterbildungen nötig

Auch die Agentur für Arbeit Rosenheim bestätigt auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen, dass Corona im Bereich der Weiterbildungsmaßnahmen zu Veränderungen führte. Laut dem Vorsitzenden der Geschäftsführung Michael Schankweiler habe der Gesundheitsschutz der Kunden bei Weiterbildungen „stets einen hohen Stellenwert“. Deshalb habe man in vielen Fällen auch auf digitale Lernformen umgestellt.

„Richtig ist, dass durch partielle Schließungen aufgrund des Lockdowns Angebote unterbrochen werden mussten“, so Schankweiler. Man erlebe jedoch auch einen ungebrochen hohen Bedarf an beruflichen Weiterbildungen. Der demografische Wandel und damit einhergehende Fachkräftemangel in vielen Bereichen erfordere sogar mehr Weiterbildungen als zuvor.

Weniger Arbeitslose, mehr Qualifizierungen

Der Rückgang der Qualifizierungsmaßnahmen – sowohl beim Angebot als auch bei der Nachfrage – sei von April bis Juni 2020 im Gleichschritt mit dem Anstieg der Zahl der Menschen, die arbeitslos gemeldet waren, verlaufen. „Seitdem bemerken wir, während die Arbeitslosigkeit von Monat zu Monat abnimmt, auch wieder eine höhere Nachfrage nach Qualifizierungsangeboten“, sagt Schankweiler.

Im Dezember 2021 waren in der Stadt und dem Landkreis Rosenheim 4.560 Menschen arbeitslos gemeldet. Dies entspreche dem Niveau von Dezember 2019, also vor Corona.

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