Feste: Was ist erlaubt, was verboten?

+
Viele Vereinsvertreter wurden im Schulungsraum der Feldkirchen-Westerhamer Feuerwehr über Vorschriften bei Veranstaltungen informiert.

Feldkirchen-Westerham - Was muss man bei Partys beachten: Keiner Frage wurde ausgewichen und die Experten aus den verschiedenen Bereichen blieben auch keine Antwort schuldig.

Etwa 60 Vorstände und Mitarbeiter von Vereinen und anderen Organisationen auch außerhalb der Gemeindegrenzen wurden im Schulungsraum der Feldkirchen-Westerhamer Feuerwehr von Vertretern des Landratsamtes, der Gemeindeverwaltung, der Polizei und der Feuerwehr ausführlich darüber informiert, was bei öffentlichen Veranstaltungen alles beachtet und welche Vorschriften eingehalten werden müssen.

"Kein Mensch will den Jugendlichen oder anderen Leuten verbieten, Feste jeglicher Art zu feiern oder sich in geselliger Runde zu treffen", sagte Bürgermeister Bernhard Schweiger einleitend, "aber jeder Verein muss dafür sorgen, dass alle Formalitäten und Anordnungen eingehalten werden". Dazu gehören laut Rathauschef eine rechtzeitige Beantragung, die Terminangabe, die entsprechenden Lokalitäten und die korrekte Einhaltung der Sperrstunden, des Rauchverbots und der Sicherheitsvorschriften.

Horst Winkler vom Landratsamt erinnerte, dass jede Veranstaltung genehmigt werden muss, bei der Alkohol ausgeschenkt werde oder die Absicht bestehe, einen finanziellen Gewinn zu erzielen. "Wir wissen, dass die Vereine dringend Geld brauchen, dennoch sollten sie darauf hinwirken, dass sich der Alkoholkonsum in Grenzen hält", warnte der Abteilungsleiter in der Kreisbehörde.

"Beim Verkauf von Lebensmitteln müssen die hygienischen Vorschriften eingehalten, beispielsweise Kuchen und Torten dauergekühlt werden", erklärte Winkler. "Der TV Feldkirchen hat bei seinem Volksfest das kurz vorher in Kraft getretene Rauchverbot mustergültig umgesetzt", lobte Winkler die Verantwortlichen.

Kreisbrandinspektor Klaus Hengstberger (KBI) referierte über Brandschutz, Sicherheitseinrichtungen und vor allem Fluchttüren und -wege. "Übervolle Lokalitäten, leicht entzündbare Dekorationen oder fehlende Hinweistafeln stellen immer Gefahrenpunkte dar", sagte der KBI. Hengstberger lobte den Burschenverein Vagen, der bei einer Großveranstaltung alles richtig gemacht habe. "Die größte Gefahr geht nicht von Bränden aus, sie kommen selten vor, sondern von einer sich rasend schnell ausbreitenden Panik", weiß der erfahrene Feuerwehrmann.

Thomas Adami, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Bad Aibling, betonte, dass seine Behörde Gefahren für die Öffentlichkeit abwenden müsse. "Dazu gehört auch die Überwachung der von den verschiedenen Behörden erlassenen Auflagen und Anordnungen", sagte Adami. "Das Laterndlmassfest in Westerham gab in den zurückliegenden Jahren kaum mehr Anlass für Beanstandungen", lobte der Ordnungshüter. Anhand von zwei alarmierenden Zahlen wies Adami auf die Auswirkungen von Alkohol und Nikotin hin: "Alkohol ist die häufigste Todesursache bei Jugendlichen und an den Folgen von Nikotin sterben jährlich 140000 Menschen."

Jochen Storch, bei der Polizei zuständig für Verkehrsangelegenheiten, schnitt ein zwar schon längst augenfälliges, aber bislang unterschätztes Thema an: Die zahlreichen Tafeln und Plakate, die in den Wiesen neben den Straßen auf Veranstaltungen jeder Art hinweisen.

"Das war außerorts schon immer verboten, wurde aber zu lange toleriert. Das soll jetzt auch von der Straßenmeisterei strenger gehandhabt werden", sagte Storch. Auch Werbetafeln der politischen Parteien seien davon nicht ausgenommen, erklärte er auf Nachfrage.

Die Geschäftsleiterin der Gemeinde Feldkirchen-Westerham, Ines Bertozzi, bat die Vereinsvertreter, im Rathaus die Genehmigung von Veranstaltungen rechtzeitig zu beantragen. Auch sie erinnerte daran, dass alle erforderlichen Regularien eingehalten werden müssen.

Der Bürgermeister zeigte sich erfreut, dass neben den vielen unmittelbar Betroffenen auch acht Gemeinderäte an dieser aufschlussreichen Veranstaltung teilgenommen hatten.

me/Oberbayerisches Volksblatt

Zurück zur Übersicht: Mangfalltal

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT