Feuerwehr Bad Feilnbach rüstet um

Bad Feilnbach - Doppelte Freude: Die Feuerwehren Dettendorf und Bad Feilnbach bekommen jeweils ein neues Fahrzeug.

Das Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 (Staffellöschzug) der Feuerwehr Bad Feilnbach hat ausgedient. Nach 26 Jahren müssten Reparaturen in Höhe von 30.000 Euro investiert werden.

"Außerdem hat der TÜV im vergangenen Jahr signalisiert, dass ein weiteres Durchkommen mit dem Ist-Zustand nicht mehr möglich sei", erläuterte Christian Dupier, Kommandant der Feuerwehr Bad Feilnbach, den Gemeinderäten.

Ausgetauscht werden müsste derzeit - trotz provisorisch reparierter Pumpe - die defekte Pumpenwelle. Die Kosten dafür liegen bei rund 3600 Euro. Erschwerend kommen der Rost am Fahrgestell und am Aufbau hinzu. Die Instandsetzung werde hierfür auf zirka 17.000 Euro geschätzt. Außerdem stehe 2014 eine neue Bereifung, welche alle zehn Jahre fällig ist, an: Kosten: 3000 Euro. Bei der Umstellung in die Gemeindehalle sei zudem aufgefallen, dass das Fahrzeug Öl verliere und der Auspuff defekt sei. "Es würden noch einmal zirka 6000 Euro hinzukommen", listete Dupier auf.

Der Kommandant betonte, dass mit einem Wassertank von 2400 Litern der Tanklöschfahrzug das Leistungsfähigste in der Gemeinde sei, jedoch keine technische Hilfsausstattung und nur eine Schaumbeladung von 120 Litern möglich sei. Deshalb erachte man die Investition in ein Löschfahrzeug LF 29/16 (Gruppenlöschfahrzeug) für wichtig.

Denn: Tanklöschfahrzeuge in der alten Form werden nicht mehr gefördert, so Dupier. Das neue Fahrzeug, das überdies eine vollständige neunköpfige Gruppe aufnehmen kann, werde von der Regierung von Oberbayern mit 80.000 Euro bezuschusst. Insgesamt koste das neue Feuerwehrfahrzeug rund 247.000 Euro.

Aufbau ist am teuersten

Das Fahrgestell schlage mit zirka 68.000 Euro zu Buche, der Fahrzeugaufbau mit rund 174.000 Euro und die Ausrüstung mit 33.000 Euro (Netto-Preise). Letzterer Posten sei deshalb so hoch, weil die bisherigen, zum Teil über 30 Jahre alten Gerätschaften nach Angaben des Kommandanten im Zuge der Neuanschaffung ebenfalls ersetzt werden sollen.

Künftig verfüge die Feuerwehr Bad Feilnbach über einen Wassertank zwischen 2000 und 2400 Litern (herstellerabhängig), einen Schaumtank mit 150 Litern, einen Lichtmast mit Xenon-Scheinwerfern (sechs mal 24 Volt) sowie ein beleuchtetes Umfeld des Fahrzeuges. "Diese Sachen sind kein Luxus, sondern Notwendigkeiten, um auch im Dunkeln eine optimale und schnelle Hilfe gewährleisten zu können", sagte Dupier.

Ausstattung wird auch erneuert

In Sachen Ausstattung sei an ein tragbares Stromaggregat zum Betrieb im Fahrzeug, eine dreiteilige Schiebeleiter zur Rettung von Personen aus dem dritten Stock, an gelbe Absicherungen am Fahrzeugheck zur Sicherung der Feuerwehrmänner und der Einsatzstelle sowie an eine Hygieneausstattung im Fahrzeug gedacht. Künftig ebenfalls mit an Bord: ein fest eingebauter Schaumzumischer zur Minimierung von Wasserschäden, Wärmebildkamera, mobiles Gasmessgerät (Biogasanlagen), Hochleistungslüftee, Kaminkehrer-Werkzeugsatz sowie ein Hebekissen-Satz.

Im Fahrzeugkonzept der gemeindlichen Feuerwehren ist diese Ersatzbeschaffung, wie Bürgermeister Hans Hofer (Freie Wähler) aufschüsselte, enthalten und für 2011 anvisiert. Im Finanzplan seien für alle Feuerwehrbeschaffungen folgende Netto-Summen veranschlagt: 80.000 für 2011 und 180.000 Euro für 2012. "Für Beschaffungen neben dem Fahrzeug bleiben für kommendes Jahr somit noch 13.000 Euro", so Hofer weiter.

Einstimmig bewilligte der Gemeinderat folgende Kostenaufteilung: Das Fahrgestell mit einer Lieferzeit von einem Jahr soll bestellt werden, 2012 ist der Aufbau dran. Im Rahmen der Diskussion erläuterte der Kommandant auch das neue Alarmierungskonzept der Rettungsleitstelle. So sei Feilnbach als zweite Wehr bei Einsätzen in Hundham dabei, dafür würden aber in Dettendorf die Kollegen aus Willing aushelfen. "Es geht jetzt nicht mehr nach Gemeindegrenzen, sondern nach schnellstmöglichem Eintreffen", so Dupier.

Peter Menhofer (Freie Wähler) sprach in diesem Zusammenhang eine mögliche Zusammenlegung der Wehren an: "Vier Feuerwehren sind sehr kostspielig, eine Spezialisierung, wie in den vergangenen Jahren schon ein Schritt in die richtige Richtung, aber auf Dauer sind die finanziellen Aufwendungen extrem hoch für die Kommune." Der Finanzierungsplan für das Ersatzfahrzeug der Feuerwehr Dettendorf (wir berichteten) steht ebenfalls. Liefertermin soll 2011 sein.

von Silvia Mischi/Mangfall-Bote

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