Freier Zugang zum Hofsee?

+
"Ja" zur Rahmenplanung: Am Schmelmer Hofsee soll ein Freizeit- und Erholungsparadies entstehen. In einem nächsten Schritt geht es dann um den Bebauungsplan.

Bad Aibling - Wasserski auf dem Schmelmer Weiher, Beachvolleyballplätze, ein Golfübungsplatz - das sind einige Angebote, die auf dem Areal am Schmelmer Hof verwirklicht werden sollen. **Erstmeldung**

Die Rahmenplanung dazu hatte der Bauausschuss schon 2009 befürwortet. Dies unter bestimmten Maßgaben, weswegen das Gesamtkonzept überarbeitet. wurde. Nun vorgelegt, gab es wieder Bedenken - bezüglich der Platzierung von Blockhäusern und der Einzäunung, die ein ungehindertes Spazieren um den See verhindert.

In diesem Herbst soll es nach Angaben von Bürgermeister Felix Schwaller "ernst werden" mit dem Freizeit- und Erholungsvorhaben. Der Eigentümer des Schmelmer Hofs habe nicht nur dort enorm investiert, mit der Planung rund um den Schmelmer Hofsee werde auch ein abgerundetes Konzept in punkto Wellness/Tourismus präsentiert.

Die nun vorgelegte Rahmenplanung sieht die Errichtung von insgesamt zehn Blockhausappartements am südöstlichen und westlichen Ufer des Sees vor, in dessen Zentrum wiederum eine Wasserskianlage ("Easy StartTraining") steht. Statt der (ehemaligen) Tennisplätze sind zudem zwei Beachvolleyballplätze sowie ein Eventplatz vorgesehen, verschiedene Gärten (italienischer Garten, Feng Shui) sowie südlich des Sees ein Neun-Loch-Golfübungsplatz, wie Hubert Krabichler (Bauverwaltung) in seinen Erläuterungen betonte.

Konträr bewerteten nun die Verwaltung einerseits sowie Stadträte im Bauausschuss andererseits die Positionierung von fünf der zehn Blockhäuser, die am südöstlichen Ortsrand des Weihers errichtet werden sollen. Diese waren bereits 2009 beanstandet und vom Bauausschuss deshalb angeregt worden, sie nach Westen zu verlagern. Bei einer Ortsbesichtigung mit Investor und Planer im Oktober 2009 hatte die Bauverwaltung festgestellt, dass die Blockhäuser (Schlafen, Wohnen/Kochen/Essen, Sauna, Santitärraum, Terrasse) niedrig gehalten sind und von Osten und Süden kaum erkennbar seien. Sie hielt den Bau an diesem Standort auch durch die spätere intensive Eingrünung für vertretbar.

Nicht aber Stadtrat Max Leuprecht. Die fünf Appartementshäuser am Ostufer würden den Zusammenhang zwischen See und Landschaft unterbrechen, der Blickbezug zum See sei dann zugebaut, die Qualität für Erholungssuchende gehe damit verloren. Der GOL-Vertreter schlug vor, die Baukante im Westen enden zu lassen. Und: Im Osten sei der Weg für Spaziergänger durch einen Zaun versperrt.

"Gut die Planung, schlecht die Zäune", kritisierte auch Thomas Höllmüller (CSU) das, was ihm zufolge schon in der ersten Bauvoranfrage "nicht zulässig war. Der Zaun war da nicht legalisiert." Höllmüller pochte, wie zuvor Ratskollege Rudi Gebhart (ÜWG), auf ein Grundrecht (Bayerische Verfassung). Das besagt, dass "der Genuss der Naturschönheiten und die Erholung in der freien Natur, insbesondere das Betreten von Wald und Bergweide, das Befahren der Gewässer und die Aneignung wildwachsender Waldfrüchte in ortsüblichem Umfang jedermann gestattet ist" - mit der Verpflichtung, dass jeder mit Natur und Landschaft auch pfleglich umzugehen hat.

Das Gelände ist indes nicht mehr öffentlich, sondern in Privathand, da vom Investor erworben. Mit der dafür nun beabsichtigen Aufstellung eines Bebauungsplanes wird aus dem Außenbereich ein Innenbereich. Dann sind Einzäunungen laut Krabichler zulässig (im Außenbereich nur Weidezäune). Der Investor zeige sich jedoch entgegenkommend. Er wolle zunächst einmal die Tore offen lassen. Sollte sich das nicht bewähren (Müllablagerung und dergleichen), müsse er handeln. Aus Sicht der Gäste (in den Blockhäusern) betrachtet, konnten andere Stadträte eine Zaunabgrenzung wiederum nachvollziehen.

Einig war sich der Ausschuss über die notwendige Verlegung der fünf auf der Südostseite des Sees platzierten Häuser. Vier davon nach Süden, eins nach Westen verlagern - das "schmeckte" ihnen eher. Mit der Anregung an den Investor, dies zu prüfen und die Anlage möglichst offen zu gestalten, wurde die Rahmenplanung dem Stadtrat positiv empfohlen (bei einer Gegenstimme, ÜWG).

Elke Wrede-Knopp (Mangfall-Bote)

Zurück zur Übersicht: Mangfalltal

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT