Fünffamilienhaus kommt, Sorge bleibt

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Aus Sorge um die Eichen auf dem städtischen Grundstück lehnte der Bauausschuss ein Bauvorhaben auf dem Nachbargrundstück (links) ab. Das dort geplante Fünffamilienhaus mit Garagen und Stellplätzen sei zu massiv für diesen sensiblen Bereich. Das Landratsamt Rosenheim ist anderer Auffassung und will nun das gemeindliche Einvernehmen ersetzen.

Bad Aibling - Was der Stadt Bad Aibling zu massiv erschien, befand das Landratsamt für vertretbar: Auf einem Grundstück an der Eichenstraße kann nun wohl doch das Fünffamilienhaus mit Garagenparksystem errichtet werden.

Das bauvorhaben hatten Verwaltung und Bauausschuss im Juli abgelehnt. Das Landratsamt kündigte nun an, das Einvernehmen zu ersetzen und bat die Stadt noch einmal um eine Stellungnahme. Der Bauausschuss lehnt das Vorhaben jedoch nach wie vor ab.

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Schutz der Eichen geht vor

Wie Stadtbaumeister Andreas Krämer dem Bauausschuss in jüngster Sitzung mitteilte, vertritt das Landratsamt die Auffassung, dass sich das Vorhaben in die Umgebung einfüge. Der Bauausschuss jedoch bleibt bei der Ansicht, dass die aus seiner Sicht massive Bebauung "ortsbildunverträglich" ist.

Wie berichtet sieht der Vorbescheid anstelle eines Altbaus an der Eichenstraße 23 ein Mehrfamilienhaus mit den Maßen 15 auf 11,60 Meter und einer Wandhöhe von 6,50 Meter vor. Entlang der Straße ist ein so genanntes Garagenparksystem geplant, das aus einer Dreifachgarage mit fünf Stellplätzen und weiteren fünf oberirdischen Stellplätzen besteht.

Doch sorgt sich die Stadt zudem um eine Eichengruppe auf dem nördlich gelegenen städtischen Grundstück mit Kapelle. Diese Bäume sind nach Auskunft der Stadtgärtnerei allesamt gesund und vital. Für umso bedenklicher hält der Ausschuss drei der geplanten oberirdischen Stellpätze, die unterhalb des Kronenbereichs der Eichen liegen. Der nördliche Baukörper würde überdies den Kronenbereich aller Bäume tangieren und eine Eiche "unterschreiten", die an der Straße stehe, hieß es dazu.

Der Wurzelbereich rage bis auf einen Meter an die nördliche Baukante heran. "Dadurch würde die nordöstliche Ecke des Gebäudes bereits erheblich tangiert", erklärte die Verwaltung. Sie befürchtet, dass zumindest die nordöstliche Eiche nicht erhalten bleiben könne, wenn die vorgesehene Bebauung verwirklicht wird. Zudem sei auch der Schutz der anderen Bäume wohl nur mit großem Aufwand und Sicherungsmaßnahmen möglich.

So war das Unverständnis über die Haltung des Landratsamtes nun umso größer. Die Mitglieder des Bauausschusses waren sich einig, auf ihrer Ansicht zu beharren und lehnen die Bebauung in dem von ihnen als sehr sensibel erachteten Bereich in der vorgelegten Form ab. Eine Bebauung mit einem Zweifamilien- oder einem Doppelhaus hätte man sich hingegen vorstellen können. Von einer Klage nehme man allerdings wohl Abstand, meinte Bürgermeister Felix Schwaller auf Nachfrage von Richard Lechner (SPD).

Eva Langwieder (Mangfall-Bote)

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