C-Matrixx entwickelt patentierte Technologie

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"Man hofft, dass man es nie braucht. Wenn doch, ist man froh, dass es so etwas gibt", sagen Ralf Freiberger (links) und Werner Kranner. Hier demonstrieren sie Bürgermeister Felix Schwaller ein High-Tech-Kopffixierungssystem für Tumorpatienten.

Bad Aibling - Ungebrochen ist die Erfolgsgeschichte der Firma C-Matrixx Carbontechnik GmbH. Den Schlüssel zum Erfolg sieht das Unternehmen insbesondere auch in der Ausbildung.

Mit dem Umzug von Bruckmühl an den Standort Gewerbegebiet Markfeld in Bad Aibling im Juli erfüllte sich für die beiden Geschäftsführer ein langgehegter Wunsch. Dabei setzen sie nicht nur bei ihrer patentierten Technik auf "Eigenbau", sondern auch bei ihren Mitarbeitern. In den vergangenen Monaten wurde die Belegschaft auf knapp 50 Mitarbeiter erweitert. Den Schlüssel zum Erfolg sieht das Unternehmen insbesondere auch in der Ausbildung.


Seit September sind vier Azubis für Verfahrensmechanik für Kunststoff- und Kautschuktechnik bei C-Matrixx beschäftigt. Sie sollen die Firma zusammen mit dem bewährten Team auch für die Zukunft schlagkräftig halten. "Aufgrund des Fachkräftemangels setzen wir auf unsere selbst ausgebildeten Mitarbeiter. Sie wissen von der Pike auf über unsere Geräte, Techniken und Produkte Bescheid", so Ralf Freiberger. Er ist zusammen mit Werner Kranner Geschäftsführer und verantwortlich für einen Jahresumsatz von vier Millionen Euro.

Der Schwerpunkt in dem Unternehmen, das heuer zehnjähriges Bestehen feierte, liegt in der Medizintechnik (wir berichteten). So gehören Hightech-Prothesen für Fuß- und Bein-Amputierte, passgenaue Kopffixierungssysteme für Tumorpatienten oder Spezial-Liegen mit hoher Röntgentransparenz für Kliniken (OP-Tische, Behandlungsunterlagen für Strahlentherapie) zur Produktpalette.


Gerade bei den Fußprothesen investiert C-Matrixx in die Entwicklung. Dazu hat die Aiblinger Firma neben der Patentierung für eine Technologie mit spezieller Feder auch in einem großen Orthopädie-Unternehmen einen Joint-Venture-Partner gefunden. Mittlerweile ist man mit dem Produkt in Serie gegangen. Zudem ist angedacht, diesen Sektor um die Bereiche Komfort-, Aktivitäts- und Sportfüße beziehungsweise Schwimmprothesen zu erweitern, um so den Menschen mit Handicap den Alltag zu erleichtern.

Über diesen medizinischen Bereich hinaus sehen Freiberger und Kranner vor allem im Maschinenbau einen noch wenig erschlossenen Markt. Sie wollen mit ihrem Unternehmen im übertragenen Sinn als "Prinzen" fungieren und diesen Sektor aus seinem Dornröschenschlaf erwecken. "Dort hat man bisher leider noch nicht das Potenzial des Werkstoffs Carbon erkannt", so Kranner. Er schwört auf die große Funktionalität der Kohlenstofffaser, unter anderem auch bei der Verwendung für Schieb-Arme oder so genannte Mitnehmer für Maschinen, die sich sehr schnell bewegen.

Den hohen Bauteilpreisen stehe eine enorme Einsparung an Prozesszeiten - Kranner spricht von einer bis zu 50-prozentigen Leistungssteigerung - entgegen. Dies zeigt sich unter anderem am Beispiel einer großen Windelverpackungsfirma, für die C-Matrixx Teile entwickelt und gefertigt hat: "Die bewegen sich derart schnell, dass man sie gar nicht mehr sieht, wenn man davor steht", so Kranner.

Zusammen mit drei Entwicklungsingenieuren, einer Entwicklungsmeisterin und einem technischen Zeichner entwickelt er die Teile, angefangen von der Idee über das Design bis hin zur speziellen Fertigungstechnologie. C-Matrixx bietet keine eigenen Produkte an, sondern fertigt ausschließlich im Kundenauftrag an. Die Prototypen baut das Entwicklungsteam hauptsächlich selbst und betreut es bis zum Serienstart, danach übernimmt das Fertigungsteam. "Wir sind ein sehr handwerklich geprägter High-Tech-Betrieb", sagt Kranner nicht ohne Stolz. Er und Freiberger beschäftigen fast ausschließlich Facharbeiter, darunter Schreiner und Metallgestalter, die als Quereinsteiger zu C-Matrixx gekommen sind.

An ihrem Standort am Markfeld haben Freiberger und Kranner nun auch genügend Platz für die großen Maschinen, CNC-Fräserei, Verpackung, Qualitätskontrolle (Herzstück des Gebäudes) und eigene Lackiererei. Und sogar ein Entwicklungspotential für 60 bis 80 Mitarbeiter.

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