Schliff für junge Fußball-Cracks

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Im idyllisch gelegenen Gebäude 354 soll das "Deutsche Fußballinternat München" untergebracht werden.

Bad Aibling - Werden in Bad Aibling bald die besten Nachwuchsfußballer Deutschlands einziehen? Wenn es nach Thomas Eglinski geht, schon!

Er plant auf dem ehemaligen US-Areal in Mietraching ein Fußballinternat, in dem junge Talente gefördert werden - Fußball, Schule und Persönlichkeitsentwicklung stehen im Vordergrund. Mit einbinden will er auch die Sportvereine. Erstmals präsentieren wird Eglinski seine Pläne in der nächsten öffentlichen Sitzung des Stadtrates am 24. Juni.

Der Regensburger Unternehmer Thomas Eglinski verfolgt große Pläne in Bad Aibling: Er will ein im süddeutschen Raum führendes Fußballinternat einrichten: das "Deutsche Fußballinternat München".

Erfahrung bringt Eglinski (48) bereits mit: Seit April 2009 betreibt er - neben Fußballcamps - im westfälischen Marl am Rande des Ruhrgebiets sein erstes Fußballinternat für junge Talente zwischen zwölf und 18 Jahren - mit Erfolg, wie er betont: Nach 44 Schülern im ersten Jahr ist die Einrichtung zum neuen Schuljahr hin mit 50 Jugendlichen bereits ausgebucht. "Wir haben wesentlich mehr Anfragen als Plätze", führte er im Gespräch mit unserer Zeitung aus.

Das stimmt Eglinski hoffnungsfroh für Bad Aibling: Einige Schüler aus Marl, darunter ein Österreicher und zwei Südtiroler, wollten mit nach Bayern "umziehen" und auch ansonsten rechnet er mit großem Interesse. Denn: Das Konzept des Internats ist ganzheitlich ausgerichtet, fördert nicht nur die sportliche Karriere der Jungs, sondern vor allem auch die schulische Laufbahn und die Persönlichkeitsentwicklung (Eigenverantwortung, Zuverlässigkeit, Disziplin, Selbstvertrauen).

Wie in Marl sollen auch in Bad Aibling die Internatsschüler die Bildungseinrichtungen vor Ort besuchen - vor und nach dem Unterricht folgt das Förderprogramm, individuell auf jeden Einzelnen ausgerichtet. "Hausaufgabenbetreuung, Lerngruppen, teils Einzelförderung", Eglinski zufolge steht die Schule mit im Mittelpunkt. Abgestimmt darauf, wird trainiert: Nachmittags oft in Kleingruppen oder Individualtraining, abends im Verein. "Wir planen wie in Marl mit sechs Trainern, um gezielt an den Schwachstellen arbeiten und Stärken ausbauen zu können", so der Internatschef. Hinzu kommen sechs Pädagogen, Azubis, Betriebs- und Internatsleitung sowie weiteres Personal.

Als optimalen Standort betrachtet Eglinski das B&O-Areal durch die Nähe zu München und aufgrund seiner Sportanlagen, die perfekt in sein Konzept passen würden - Konflikte mit der Nutzung durch die Aiblinger Vereine, für welche die Stadt eigentlich den Sportpark in Begriff ist zu erwerben, sieht der Unternehmer nicht: Die Internatsschüler könnten bereits ab 14 Uhr mit dem Training starten, bei flexibler Zeiteinteilung, im Sommer auch mal frühmorgens vor dem Unterricht - "um diese Zeit benötigt in der Regel noch kein Verein die Plätze."

Eben diese Fragen bezüglich der Nutzung der städtischen Sportanlage will Eglinski nun in nächster Sitzung des Stadtrates mit dem Gremium klären (Donnerstag, 24. Juni, 18 Uhr, großer Sitzungssaal, Rathaus) und überdies die Details seiner Planung vorstellen. Er hofft dabei auf ein positives Signal aus den Reihen der Stadträte, um dann Gespräche mit den Sportvereinen und Schulen aufnehmen zu können.

Offen gegenüber dem Projekt zeigte sich in jüngster Sitzung des Hauptausschusses bereits Bürgermeister Felix Schwaller, der die Räte über die neueste Entwicklung auf dem ehemaligen US-Areal informierte. In den vergangenen Wochen und Monaten hatten sich die Gespräche zwischen dem Regensburger Unternehmer und der Firma B&O intensiviert, bis sie nun in dieser Woche ihren positiven Abschluss fanden.

Vorgesehen ist das Internat im Herzen des Geländes in Gebäude 354, zwischen den geplanten Holzhäusern und der Raphaelschule im "Wohlfühlpark" gelegen. Dort will Eglinski nach Umbauten das gesamte Haus nutzen - mit Ein- bis Dreibettzimmern für die Jungs, Aufenthalts- und Verwaltungsräumen. Wenn alles glatt läuft, soll nach den Plänen des Sportmanagers, der dann auch selbst nach Bad Aibling ziehen will, noch im Herbst mit den Umbauten begonnen werden. Den Internatsbetrieb will Eglinski möglichst zum 1. Juni 2011 aufnehmen - dann hätten die Nachwuchsfußballer noch die Möglichkeit zum Probewohnen, bis das neue Schuljahr im September startet.

Rosi Gantner (Mangfall-Bote)

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