Gaudiwurm kann auf Ehrenamt zählen

OVB
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Der Gaudiwurm wird sich heuer am 19. Februar durch die Stadt bewegen.

Bad Aibling - Steigende Sicherheitsauflagen und wegbrechende Ehrenamtliche bereiten den Verantwortlichen für den Aiblinger Faschingszug große Sorgen.

Zu den vermehrten Ausgaben und den schwindenden Einnahmen stand jetzt zusätzlich eine Entlohnung freiwilliger Helfer zur Debatte. Diese hatte das THW Bad Aibling jüngst für seine Hilfsdienste ins Feld geführt. Grund hierfür: der enorme Zeitaufwand und die vermehrten Kosten.

Während die einen sich noch Gedanken über ihre Kostümierung für den Faschingszug machten, standen den Verantwortlichen des Gaudiwurms die Sorgen ins Gesicht geschrieben. "Wir haben ein Schreiben vom THW erhalten, dass seine Mitglieder künftig nicht mehr umsonst beziehungsweise wie bisher für eine Brotzeit, bei den Absperrungen mithelfen können", so die Faschingsgilde-Vorsitzende Marianne Hartmann gegenüber unserer Zeitung.

Dabei würden die Kosten für den alle zwei Jahre stattfindenden Aiblinger Faschingszug, den jedes Mal 20.000 bis 30.000 Besucher verfolgten, immer mehr, lägen bei rund 12.000 Euro. "Früher konnten wir mit den Einnahmen aus dem Zug, das waren bis zu 10.000 Mark, die Garde für zwei Saisonen einkleiden. Vor zwei Jahren blieben gerade noch 1500 Euro übrig", so Hartmann. Da werde es auch immer schwieriger, die eigenen Leute für die zahlreichen Dienste rund um den Gaudiwurm zu motivieren.

Einer der Gründe für diese Entwicklung seien die stetig steigenden Auflagen, vor allem hinsichtlich der Sicherheit, für die die Gilde auch einen eigenen Securitydienst beauftragen muss. Hinzu kämen zahlreiche Ausgaben, etwa für Musikkapellen, Gema-Gebühren, Bauhofkosten oder Forderungen von Anwohnern nach Toilettenhäuschen. "Da läppern sich schnell die Tausender allein für den Faschingszug. Da sind die Buskosten für die Auftritte im Landkreis von rund 15.000 Euro pro Saison noch nicht dabei", so Marianne Hartmann. Zudem spüre man schmerzlich, dass immer weniger Faschingszug-Besucher Abzeichen kaufen.

Steigende Kosten macht aber auch das THW Bad Aibling für die jüngsten Entwicklungen verantwortlich. "Bisher haben wir alles umsonst gemacht, aber mittlerweile sind wir am Anschlag", erklärt Ortsbeauftragter Bernd Reinartz die aktuelle Situation.

"Budget reicht nicht mehr aus"

Als Bundesorganisation verfüge man nur über ein bestimmtes Budget, mit dem man auskommen müsse. Ein Drittel davon gehe allein für Nebenkosten drauf. Die Möglichkeiten, Zuschüsse zu erlangen, seien gering bis nicht vorhanden. Währenddessen steige die Zahl der Einsätze, darunter Absperrdienste wie beim Bäderlauf, Faschingsdienst oder anderen Großveranstaltungen, kontinuierlich an.

Besonders zu Buche geschlagen hätten im vergangenen Jahr die Unwettereinsätze in Willing und Riedering: "Wenn unsere Leute dort stundenlang und auch nachts im Einsatz sind, dürfen sie laut Arbeitschutzgesetz am nächsten Tag nicht arbeiten. Der Verdienstausfall, sofern kein Kostenträger vorhanden ist, wird dann aber dem THW in Rechnung gestellt", beschreibt Reinartz die finanzielle Zwickmühle. Das Ende der Fahnenstange sei nun erreicht, erstmals müsse man Dienste, die keine Notfälle seien, in Rechnung stellen.

Pauschale für Dienste angekündigt

So habe man im Vorfeld des Gaudiwurms eine Pauschale von drei Euro pro Mann und Stunde angekündigt. In der Regel sei man mit bis zu 25 Kräften dort vertreten.

Die Gilde schätze den dringend benötigten Einsatz der Hilfsdienste bei den Absperrungen sehr, versichert Marianne Hartmann. "Wenn man dafür jedoch noch bezahlen muss, kann man solche Veranstaltungen wie den Faschingszug irgendwann aber nicht mehr stemmen."

Aus diesem Grund kündigte Dritter Bürgermeister Otto Steffl (CSU) in der jüngsten Hauptausschusssitzung zunächst auch einen Zuschussantrag an, was für einiges Aufsehen sorgte, mittlerweile jedoch hinfällig zu sein scheint.

Denn: Wie der Referent für Hilfsdienste, Sepp Glaser, erklärte, sei bei einer Besprechung der Einsatzkräfte vereinbart worden, dass die Dienste rund um den Faschingszug ehrenamtlich bleiben sollen. Laut dem Koordinator dieser Einsätze werden all jene, die eine Bezahlung verlangen, nicht eingeteilt. "Die fehlenden Kräfte können dadurch kompensiert werden, dass die anderen Organisationen mit ein paar Mann mehr anrücken", so Glaser zum Mangfall-Boten.

Eva Langwieder (Mangfall-Bote)

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