Gefahrenhinweiskarte für Landkreis

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Rosenheim - Nach dem Felssturzdrama in Stein an der Traun machen sich viele Bewohner des Alpenvorlandes Gedanken über die Sicherheit ihres Wohnortes. Eine Gefahrenhinweiskarte gibt jetzt Aufschluss. 

Das Bayerische Landesamt für Umwelt stellte eine Gefahrenhinweiskarte für den Landkreis vor. Demnach ist Rosenheim nicht von akuten alpinen Naturgefahren bedroht.

Das ist ein Ergebnis der Untersuchungen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, die am Donnerstag den zuständigen Abteilungs- und Sachgebietsleitern im Landratsamt Rosenheim vorgestellt wurden. 

Kein einziger Fall sei so kritisch, dass man sofort hätte reagieren müssen, sagte Andreas von Poschinger vom Landesamt.

Im Unterschied zu den ebenfalls bereits untersuchten Nachbarlandkreisen Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen liegen in unserer Region deutlich mehr Häuser in einem roten Bereich. Von Poschinger nannte die Zahl von etwa 150 meist ganz alten Gebäuden. Sie lägen im Restrisikobereich, so der Geologe.

Grundsätzlich sind gelegentliche Naturgefahrenereignisse normale Phänomene im alpinen Gelände. Vor allem Witterungseinflüsse sorgen immer wieder für Steinschläge und Rutschungen. Auch im Landkreis Rosenheim sind große potentielle Felssturzgebiete, in denen es Aktivitäten gibt, bekannt. Dazu zählen beispielsweise die Bereiche am Schrofen und der Gedererwand.

Die Gefahrenhinweiskarte weist flächendeckende Gebiete aus, in denen grundsätzlich ein gefährliches Ereignis möglich ist. Die vorgelegten Ergebnisse basieren sowohl auf Simulationen als auch auf Untersuchungen vor Ort. Von Poschinger wies ausdrücklich darauf hin, dass Bauvorhaben in den rot gekennzeichneten Risikobereichen, bei entsprechender Berücksichtigung der Gefährdung, trotzdem verwirklicht werden können. Hier gehe es um das akzeptable Risiko, meinte der Geologe. Wenn alle zwei Jahre ein Stein ins Tal rolle, sei das eine normale alpine Gefahr. Wenn allerdings zwei Steine pro Woche auf eine Straße rollten, dann sei eine sofortige Schließung notwendig, so von Poschinger.

Das vom Bayerischen Landesamt für Umwelt bearbeitete Projektgebiet beschränkt sich auf die unmittelbar an den Bergen liegenden Gemeinden. Es umfasst ein Gebiet von 342 Quadratkilometern und erstreckt sich von knapp 460 bis 1850 Höhenmeter. Die Gefahrenhinweiskarte ist für das Landratsamt, aber auch für alle Städte und Gemeinden ein Instrument für die Raumplanung. Es soll helfen, das Gefahrenpotential bereits bebauter Flächen, aber auch solcher Flächen, die zukünftig zur Bebauung vorgesehen sind, zu beurteilen.

Die Gefahrenhinweiskarte für den Landkreis Rosenheim kann in den Gemeindeverwaltungen eingesehen werden. Vermutlich ab Anfang April wird sie auch im Internet auf der Homepage des Bayerischen Landesamtes für Umwelt zu finden sein.

Hier sehen Sie die Gefahrenhinweiskarte

Pressemitteilung des Landratsamtes Rosenheim

Rubriklistenbild: © re

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