Gemeinsam statt einsam gefeiert

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In munterer Tischrunde wurden Weihnachtslieder gesungen. Mit dabei auch die beiden Diakone Bernd Schmitz und Norbert von der Krone (hinten).

Bad Aibling - Richtig heimelig wurde es am Heiligen Abend in der Weihnachtsstube im Paulusheim. Hier trafen sich Menschen, die das Fest nicht alleine verbringen wollten.

Mehrere Dutzend einsame und bedürftige Menschen, die nicht nur aus Bad Aibling kamen, nutzten das Angebot, das einer Privatinitiative unter dem Dach der Kolpingsfamilie entsprang: "Gemeinsam statt einsam" war das Motto des Abends, das im festlich dekorierten Johannisstüberl reichlich mit Leben erfüllt wurde.

Da ergaben sich an den Tischen rasch Gespräche zwischen Menschen, die sich großteils vorher nicht kannten. Beim gemeinsamen Singen traditioneller Weihnachtslieder floss manche Träne, und bei den von Christine Reichhart und Gisbert Müller vorgetragenen Weihnachtsgeschichten durfte gelegentlich auch herzhaft gelacht werden. Annemie Riegel begleitete die Schar der Mitsingenden auf der Flöte, mit der Gitarre oder dem Hackbrett und sorgte auch während des Essens mit passend gewählten Instrumentalstücken für leise Hintergrundmusik.

Verpflegung mit Gulasch und Leberkas

Aiblings Tafelleiter Armin Niedermeyr und seine Frau Irene sorgten derweil als Verantwortliche in der Küche und am Buffet perfekt dafür, dass es bei der Verpflegung der Gäste keine Engpässe gab. Gemüse- und Gulaschsuppe, warmer Leberkäs, Wiener, diverse Salate, köstliche Nachspeisen und natürlich auch Weihnachtsgebäck und Kuchen waren im Angebot.

Noch in den Nachmittagsstunden tauchten einige Spender spontan im Paulusheim auf und brachten beispielsweise Plätzchen und Süßspeisen als ihren Beitrag zum Gelingen des Abends vorbei. "Wir haben wirklich eine große Welle der Hilfsbereitschaft erfahren, für die ich mich im Namen des ganzen Teams herzlich bedanken möchte", sagt Astrid Kotter, die die Idee zur Weihnachtsstube hatte. Mit dem runden Dutzend Helfern, die am Heiligen Abend und bei den Vorbereitungsarbeiten im Einsatz waren, war sie sich einig, dass der Erfolg des Angebots für alle Mitwirkenden auch persönlich ein besonders schönes Weihnachtsgeschenk war

Das Team durfte sich nicht nur einmal über anerkennende Worte freuen. "Da ist etwas Tolles in unserer Stadt auf die Beine gestellt worden", meinte beispielsweise Stadtrat Rudi Gebhart, der spontan in der Weihnachtsstube vorbeischaute und sich bei den Initiatoren mit einer Spende und einem Flascherl Likör bedankte. Auch Sozialreferent Dieter Bräunlich war gekommen und war voll des Lobes. "Ich hoffe, dass dieses Angebot eine Dauereinrichtung wird. Der Bedarf ist zweifellos da", so Bräunlich.

Diakon Norbert von der Krone, der das Weihnachts-Evangelium las, brachte in seinem Grußwort das Empfinden aller Gäste, die zwischen zehn und 89 Jahre alt waren, auf einen kurzen Nenner. "Heute Abend haben Menschen mit ihrer Zeit das Wertvollste verschenkt, was man verschenken kann." Eine Einschätzung, die auch sein Kollege Bernd Schmitz von der Pfarrei St. Georg teilte, der es sich ebenfalls nicht nehmen ließ, zwischen den zahlreichen Verpflichtungen, die der Heilige Abend für Seelsorger mit sich bringt, etwas länger in der Weihnachtsstube zu verweilen und das Gespräch mit den Gästen zu suchen. Eine Geste der beiden Diakone, die große Anerkennung fand.

"Ich habe schon lange kein so schönes Weihnachtsfest mehr erlebt", meinte Maria Ebner aus Bad Aibling, als sie ihr Geschenksackerl erhielt, das jeder der Besucher mit nach Hause nehmen durfte. Mit dem gemeinsam gesungenen Lied "Stille Nacht" klang die Veranstaltung rechtzeitig zu Beginn der Christmette in Mariä Himmelfahrt aus. Unter den glücklichen Besuchern, die einen besonderen Weihnachtsabend erlebt hatten, befand sich auch ein zehnjähriger Bub als jüngster Gast, dessen leuchtende Augen auf dem Nachhauseweg eine echte Konkurrenz für den Lichterglanz des von Bürgermeister Felix Schwaller gestifteten Christbaums waren. Er war mit seiner alleinerziehenden Mutter gekommen und konnte sein Glück kaum fassen, dass das Christkind für ihn als Einzigen auch noch ein paar Werbegeschenke bereit hielt, die das Weihnachtsstuben-Team im Vorfeld speziell für Kinder besorgt hatte.

tt/Mangfall-Bote

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