Genehmigt: Start- und Landeplatz

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Auf dieser Wiese in Stadlberg darf eine Flug- und Landebahnfürein Ultraleichtflugzeug entstehen.

Feldkirchen-Westerham - In Stadlberg bei Feldkirchen soll ein Außenstartgelände für ein einzelnes Ultraleichtflugzeug eingerichtet werden.

Diesem Antrag einer Haltergemeinschaft stimmte der Gemeinderat von Feldkirchen-Westerham mit großer Mehrheit zu. Jedoch sind Auflagen zu erfüllen. Zum Beispiel ist die Anzahl der Starts und Landungen im Jahr auf 100 begrenzt.

Bei dem diskutierten Ultraleichtflugzeug (UL) handelt es sich um eine Comco Ikarus C22, die zwei einheimischen Hobbyfliegern und einem Mann aus Dietramszell gehört. Um eine Genehmigung durch das Landratsamt Rosenheim und das Luftamt Südbayern zu erhalten, müssen sie einen positiven Beschluss des Feldkirchen-Westerhamer Gemeinderats vorweisen. Ein Einverständnis des Grundstücksbesitzers in Stadlberg lag der Haltergemeinschaft bereits im Vorfeld vor. Für weitere Nachweise wie zum Beispiel Erste Hilfe- sowie Feuerlöschausrüstung sind die Antragsteller selbst verantwortlich. Nach deren Angaben wird der Ort Feldkirchen weder beim Ab- noch im Anflug überflogen.

Das UL kommt mit einer 150 bis 200 Meter langen Startbahn plus Sicherheitsstreifen zurecht (Tragfähigkeit 450 Kilogramm Abfluggewicht), gewinnt sehr schnell an Höhe und hat keine übermäßige Lärmentwicklung (55-60 db(A).

Das Luftamt Südbayern merkte in diesem Zusammenhang an, dass die Staatsstraße 2078 - etwa 100 Meter entfernt - im Vergleich lauter sei. Sollten dennoch berechtigte Beschwerden aufkommen, könne die Gemeinde beziehungsweise das Landratsamt die Fluggenehmigung in wenigen Tagen wieder entziehen.

Damit behält die Gemeinde Feldkirchen-Westerham weiterhin den Handlungsspielraum. Die Gemeindeverwaltung kam aufgrund der fachbehördlichen Stellungnahmen abschließend zu der Überzeugung, dass für Wohnbebauung mit keiner Lärmbelästigung zu rechnen sei.

Aufgrund dieser für sie beruhigenden Aussagen sahen die Ratsmitglieder keinen Anlass für eine längere Diskussion. Lediglich Martin Faltlhauser (Pro Bürger) warnte das Gremium vor einer Zustimmung. "Viele Leute stören sich daran, wenn diese Flugzeuge über ihren Köpfen die Runden drehen, sie wollen in ihren Gärten ihre Ruhe haben", wusste Faltlhauser aus eigner Erfahrung. Den Hinweis der Antragsteller, dass es sich um keinen Flugplatz, sondern lediglich um eine Start- und Landebahn handeln würde, ließ der Unterreiter Rat nicht gelten. Dennoch: Mehrheitlich stimmte der Gemeinderat dem Antrag unter Auflagen zu. Dazu gehören unter anderem bestens sichtbare Bahnmarkierungen, ein ebenfalls aus der Luft und vom Boden aus gut sichtbarer Windsack, während des Flugbetriebs eine ausreichende Sanitätsausstattung nebst Rettungsgerät etc. und eine Haftpflicht mit der Mindestdeckungssumme von einer Million Euro für Personen- und Sachschäden.

Die Haltergemeinschaft machte zudem der Gemeinde zwei Angebote: Falls Luftbildaufnahmen gewünscht würden, stünde man im Interesse der Gemeinde mit seinem Hobby zur Verfügung. Und: Wer sich künftig um die Müllentsorgung und Vermeidung auf dem Sportplatz kümmert, erhält zwei bis drei Freiflüge im Jahr (Projekt in Zusammenarbeit mit der Gemeinde). Die Halter begründen diese "Belohnung" damit, dass sie sich als aktive Nutzer des Sportplatzes wie viele andere auch an dem ständigen Müll dort stören. me

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