Trotz Bürgerentscheid: Genehmigung nicht durch

Bruckmühl - Die Würfel für ein zweites Betonwerk in Noderwiechs sind durch einen Bürgerentscheid gefallen. Doch eine endgültige Genehmigung gibt es dennoch nicht vor Januar:

Wie berichtet, scheiterte der Bürgerentscheid. Doch damit ist der Weg für eine Genehmigung der geplanten Transportbetonanlage der Firma Südbayerische Portlandzementwerke Rohrdorf (SPZ) nicht gänzlich frei. Das Landratsamt Rosenheim will vor seiner Beurteilung noch die Petition im Bayerischen Landtag und die dortige Entscheidung abwarten.

Im Sondergebiet "Kiesabbau" in Noderwiechs soll nach dem Bürgerentscheid wieder Ruhe einkehren.

Der Bauantrag der SPZ liegt im Landratsamt Rosenheim seit einigen Wochen vor. Dabei betonte die Behörde gegenüber dem Oberbayerischen Volksblatt, dass die geplante Betonanlage zur Genehmigungsfähigkeit eine Bodenbetonplatte haben muss. In den aktuellen Plänen des Unternehmens ist diese bereits enthalten. Doch bis zu einer Entscheidung kann es noch dauern. Das Landratsamt will nach Angaben des Pressesprechers Michael Fischer erst die Behandlung der diesbezüglichen Petition im Bayerischen Landtag abwarten. Diese soll voraussichtlich in der Januar-Sitzung des Petitionsausschusses erfolgen. Man warte noch auf die Stellungnahme des Umweltministeriums hieß es gestern aus dem Landtag gegenüber dem OVB.

Währenddessen freut sich Grundstücksbesitzer Marinus Schmid über den Wahlausgang in der Marktgemeinde: "Ich danke den Wählern, die das SPZ-Vorhaben mitgetragen haben", so Schmid. Als aussagekräftig bezeichnete er, dass vor allem die Wahlberechtigten in den beiden Stimmbezirken Högling und Kirchdorf sich gegen das Bürgerbegehren ausgesprochen hatten. Sie sind als Nächstgelegene von dem geplanten Bau einer halbmobilen Transportbetonanlage am meisten betroffen. "Ich hoffe und erwarte nun, dass die Interessengemeinschaft die demokratische Entscheidung auch akzeptiert", betonte Schmid.

Als "abgehakt" bezeichnete IG-Sprecher Heinrich Zink den Bürgerentscheid gestern Vormittag: "Ich akzeptiere das Ergebnis. Wir haben gewonnen und trotzdem verloren", so sein Fazit. Enttäuscht zeigte er sich, dass die Kommune bis zum Entscheid keine Veränderungssperre über das fragliche Areal verhängt hatte. Er zollte seinen Mitstreitern Dank für ihr Engagement, das sie auch gezeigt hätten, "wenn wir als Lügner und Betrüger hingestellt wurden", so Zink. Er sieht es bereits als Erfolg an, wenn durch die IG beziehungsweise die Petition höhere Umweltschutzauflagen für die Transportbetonanlage erreicht würden.

Ins gleiche Horn stieß gestern auch Andrea Hafner, Geschäftsführerin des benachbarten Betonwerkes: "Mit dem Bau der Betonanlage direkt am See werden unser Naherholungsgebiet und Wasser nachhaltig beeinträchtigt. Mein Dank gilt der IG-BNB und allen Bürgern der Gemeinde Bruckmühl." Durch deren großen persönlichen Einsatz müssten nun auch bei der SPZ-Betonanlage die strengen Umweltschutzbestimmungen eingehalten werden. "Es bleibt zu hoffen, dass durch die Petition und durch den Bürgerentscheid auch die angedachten Auflagen von den Behörden eingefordert und geprüft werden."

Keine Gefährdung durch das künftige SPZ-Werk sieht dessen Geschäftsführer Mike Edelmann. Man arbeite mit doppelwandigen Tanks, modernster Technik und Bodenplatte. Zudem sei die Anlage einen Meter über dem bis dato höchsten Grundwasserstand positioniert. "Die Bürger können unbesorgt sein", so Edelmann. Er will - sobald die Anlage steht - auch einen Tag der offenen Tür in Noderwiechs veranstalten. Dass es bis zur Genehmigung noch bis Januar oder Februar dauern kann, sieht er entspannt - "in unserer Branche ist man Dauerläufer, nicht Sprinter."

Eine schwierige Zeit ging mit dem gestrigen Wahlausgang für die Marktgemeinde Bruckmühl nach Angaben von Bürgermeister Franz Heinritzi zu Ende. Durch den zirka 30.000 Euro teuren Bürgerentscheid sei viel Arbeitskraft im Rathaus dafür gebunden gewesen. "Ich bin froh, dass damit auch die Zeit der Unterstellungen vorbei ist und baue auf ein weiterhin gutes Miteinander aller", so Heinritzi. Ihm zufolge liegt zudem seit Freitag ein Antrag der Firma Hafner in der Verwaltung vor. Dieser umfasst zusätzliche Schutzmaßnahmen für das Grundwasser in den Bereichen Waschplatz und Tankanlage auf dem eigenen Werksgelände. In der nächsten Bauausschuss-Sitzung soll darüber entschieden werden.

Silvia Mischi (Mangfall-Bote)

Rubriklistenbild: © Mann/pa

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