Nicht mehr viel Zeit bis zur Inspektion

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Wo ist das Zentrum von Schönau? Über diese Frage diskutierten die Mitglieder der verschiedenen Arbeitsgruppen lange. Einer der zentralen Stellen im Dorf ist der Maibaumplatz. Ein Vorschlag: Biergarten bis zum Maibaum hin vergrößern und den jetzigen kurzen Weg dazwischen auflösen.
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Schönau - Schönau soll schöner werden. Der Grund: Der Ort nimmt am Bezirksentscheid des Wettbewerbs „Unser Dorf soll schöner werden“ teil. Doch die Zeit drängt, denn schon im Mai ist die Bewertungskommission zu Besuch

Ein attraktiver Ortseingang mit Verkehrsinsel und zwei Bäumen, ein neu gestalteter Wirtsplatz mit viel Grün und jede Menge Obstgärten. Das alles sind Ideen zur künftigen Gestaltung von Schönau. Bürgermeister Otto Lederer und Ortssprecher Georg Weigl stellten diese jetzt den Bürgern vor. Hintergrund: Der 600-Einwohner-Ort nimmt am Bezirksentscheid des Wettbewerbs "Unser Dorf soll schöner werden" teil und will sich herausputzen. Doch die Zeit drängt, denn schon im Mai ist die Bewertungskommission zu Besuch und nimmt beim zweistündigen Rundgang das Dorf ganz genau unter die Lupe.

Eindrücke aus Schönau:

Unser Dorf soll schöner werden

"Schönau ist zwar ein beschaulicher Ort, aber kein verschlafenes Dorf", so fasste Bürgermeister Otto Lederer bei der Ortsversammlung im Landgasthof die Qualitäten des Orts zusammen. Viel habe sich in den letzten zehn bis 20 Jahren hier getan. Häuser wurden kanalisiert, Straßen und eine neue Schule gebaut sowie Wohn- und Gewerbegebiete ausgewiesen. Dennoch habe das Dorf seine eigene Identität nicht verloren.

Dies seien zwar gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme am bayernweiten Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden - unser Dorf hat Zukunft", so Lederer. "Aber wir haben noch viel mehr zu bieten." So lobte der Rathauschef besonders das intakte Vereinsleben und das Miteinander der Bürger.

Zentrale Beispiele dafür seien die beiden Treffpunkte alte Schule und Sportanlagen sowie der Neubau des Feuerwehrhauses, den die Bürger maßgeblich unterstützt hätten.

Zudem könne Schönau eine gesunde Alters- und Infrastruktur aufweisen. Ein Arzt, ein Metzger, ein Kramer und ein Gasthof seien vor Ort, 50 verschiedene Betriebe, unter denen jedes Gewerbe vertreten sei. "Das gibt es heutzutage nicht mehr oft", ergänzte Lederer.

Diese Qualitäten will die Gemeinde Tuntenhausen erhalten. Deshalb müsse man den Ort attraktiv gestalten, sowohl für jüngere und ältere Mitürger, als auch für junge Familien, die neu zugezogensind. Dies lasse sich nur erreichen, wenn man weiterhin die Dorfgemeinschaft pflegt, das Ehrenamt nicht wegbricht und die Vereine Nachwuchs haben, so der Bürgermeister.

Schandfleck: Die Container am Parkplatz sollen verlegt oder mit Hilfe entsprechender Bepflanzung versteckt werden.

Bereits vor einiger Zeit haben deshalb fünf Arbeitskreise ihre Arbeit aufgenommen und eine sogenannte Bestandsaufnahme durchgeführt. Die Sprecherin der Gruppe "Infrastruktur und Verkehr" lobte zwar die Busverbindung Richtung Grafing, kritisierte aber gleichzeitig, dass es keinen Anschluss nach Rosenheim oder zum Bahnhof in Aßling gibt, obwohl hier offensichtlich Bedarf bestehe. Wieviele Menschen wann wohin fahren soll deshalb mit Hilfe einer Umfrage ermittelt werden. Weitere Vorschläge waren unter anderem Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung an den Ortseingängen aus Richtung Biberg, Beyharting und Hohenthann sowie eine Beschilderung für Radfahrer.

Mit den sozialen und kulturellen Aktivitäten befasste sich eine zweite Arbeitsgruppe. Ergebnis: Die Schönauer engagieren sich mit umgerechnet 17.000 Stunden pro Jahr in ihren Vereinen. Doch Neubürger sowie Kinder und Jugendliche, die nicht "vereinsorientiert" sind, bekommen davon wenig mit. Sie sollen künftig besser einbezogen werden in das öffentliche Leben.

Die Arbeitsgruppe "Baugestaltung und Entwicklung" schlug vor, den so genannten Wirtsplatz, das "Aushängeschild" unter dem Motto "Parken unter Bäumen" attraktiver zu gestalten. Versteckt oder verlegt werden solle im gleichen Zug die Wertstoffsammelstelle. Als einer der zentralen Stellen im Ort könne man den Maibaumplatz ausbauen und den angrenzenden Biergarten vergrößern.

Sanierungsbedürftig: Die mit Schimmel bedeckte Friedhofsmauer schreckt Besucher ab, hieß es bei der Versammlung. Die Schönauer wollen Abhilfe schaffen.

Weiterer Schwerpunkt war die Grüngestaltung. Die entsprechende Arbeitsgruppe will eine Sammelbestellung an Pflanzen für Privathaushalte durchführen, um Kosten zu sparen. Am Samstag, 12. Februar, findet zudem ein Beratungstag zu den Themen Pflanzen und Gartengestaltung für alle Schönauer statt. Bürgermeister Lederer erwähnte in diesem Zusammenhang jedoch mehrmals, dass sämtliche Umgestaltungen, Pflanzaktionen etc. auf freiwilliger Basis geschehen und niemand zur Teilnahme am Wettbewerb verpflichtet werden könne.

Vorgeschlagen wurden außerdem eine Wasserstelle mit Brunnen, eine Sanierung der Friedhofsmauer, Rastmöglichkeiten mit Bänken für Spaziergänger sowie Obstgärten.

Erfolgreich könne man am Wettbewerb nur teilnehmen, wenn sich auch die Gruppierungen und Vereine beteiligen. Fördermittel gebe es keine. Wenn man einen guten Willen zeige, könne man jedoch bei der ein oder anderen Stelle auf offene Türen stoßen, so wie bei Eon. Der Konzern stellte in Aussicht, etwas an der unbefriedigenden Situation am Trafoturm eventuell etwas zu ändern.

Im Mai wird sich zwei Stunden lang die Bewertungskommission ein Bild von Schönau machen und entscheiden, ob es in den Landesentscheid geht. "Dann muss das Dorf leben", forderte Ortssprecher Weigl.

Martin Aerzbäck (Mangfall-Bote)

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