Für den großen Wurf fehlt das Geld

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Prof. Brenner bei seinen Erläuterungen zu einer Sportentwicklungsplanung.

Bad Aibling - Die Zukunftsfähigkeit der Sportanlagen möchten der TuS Bad Aibling und einige andere Vereine im Rahmen einer gemeinsamen Sportentwicklungsplanung gesichert wissen.

Bei einem Informationsabend gab es nun zwar einen Austausch gegenseitiger Argumente. Etwaigen Träumen von neuen Sportstätten musste Bürgermeister Felix Schwaller aber gleich einen Riegel vorschieben, denn für größere Investitionen fehlt - wie er klar stellte - einfach das Geld.

Bad Aibling - Bei der Zusammenkunft von Vereins- und Stadtratsvertretern, zu der TuS-Vorstand Alexander Westphal eingeladen hatte, stellte er sein Ansinnen - die "Entwicklung zu einer Sportstadt" - vor: "Die existierenden Sportanlagen verschlechtern sich von Jahr zu Jahr, der Nutzungsbedarf durch Schulen und Vereine steigt, Einwohner und Sporttreibende werden immer mehr."

Deshalb hatte Westphal auch den Landshuter Landschaftsarchitekten und Stadtplaner, Prof. Hermann Brenner eingeladen, der Einblicke dahingehend gab, wie eine Sportentwicklungsplanung aussehen könnte. Dazu wären, so der Fachmann, zwei Schienen zu befahren. Zum einen gehe es um ein Leitbild, zum anderen werde vor allem eine städtebauliche Komponente benötigt, erklärte Brenner, der dies anhand eines Freilassinger Projektes auch aufzeigte.

"Wir sind in Bad Aibling schon weiter", warf Bürgermeister Felix Schwaller, der zusammen mit seiner Vertreterin Heidi Benda der Sitzung beiwohnte, ein. Er verwies auf das 2009 gekaufte Gelände in Mietraching (Sportpark). Gerade dieses soll der Erweiterung der Aiblinger Sportkapazitäten dienen. Aber: "Die Sanierung der beiden dortigen Hallen kostet an die 15 Millionen Euro und die können wir derzeit nicht stemmen", so der Bürgermeister.

Aktuelle Priorität besitzt ihm zufolge das Sportbad. Ungeachtet dessen sieht der Bürgermeister ausreichend Sportstätten in der Kurstadt: "Wir haben den historischen Jahnsportplatz, das 15 Jahre alte Willinger Stadion und sind eine Schulstadt." Mittelfristig sollte auch die neue Dreifach-Turnhalle des Landkreises entstehen, an der sich die Stadt beteiligen wird. Mehr gehe aus kommunaler Sicht nicht, betonte Schwaller in Anlehnung anden Haushalt der Stadt: "Für den großen Wurf fehlen uns einfach die Luft und das Geld."

Trotzdem schob Westphal seinen Wunsch nach einer Sportstättenplanung für die Zukunft nach: "Wie kann ich Sport vorantreiben, wenn ich nicht einmal den Bestand und dessen Nutzung kenne?" Hier entfachte sich eine eifrige Diskussion, die insbesondere die Hallenbelegungszeiten erfasste. Die Schwierigkeit deren Verteilung schilderte Sportreferent Erwin Kühnel.

"Eine Bestandsanalyse der Hallenbelegungen wäre schon recht", meinte Jugendreferent Stefan Roßteuscher und fand damit Befürworter. Ein großes und vor allem teures Konzept sah er allerdings als nicht nötig an. Viel zu wenig Hallenbenutzungszeiten sieht auch Andreas Wegscheider (TuS, Fußball): "Wir müssten mit unseren 15 Teams im Winter mindestens doppelt so oft in die Halle." Und auch im Frühjahr ist es nach seinen Worten eng, wenn die Hauptspielflächen im Freien noch geschont werden müssen. Hier sieht Kühnel allerdings mit dem künftigen Kunstrasenplatz des DFI in Mietraching (wir berichteten) eine Erleichterung auch für den TuS.

Vor einer langfristigen Planung warnte auch Stadtrat Richard Lechner: "Mit den Trendsportarten ändert sich alles sehr schnell." Das sah Wegscheider anders, der für Bad Aibling eine fehlende Vision bemängelte.

Den gordischen Knoten versuchte dann Kühnel zu durchschlagen, der im Übrigen ebenfalls "keinen Sportstättenmangel in Bad Aibling" sieht: Prof. Brenner soll ein entsprechendes Statement zum aktuellen Stand abgeben aufgrund der Sportplanung des Städteplaners von Angerer, wozu ihm Kühnel Daten an die Hand geben wird. "Das ist aber kein kommunaler Auftrag", so Schwaller korrigierend.

ws/Mangfallbote

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