"Grünes Licht" für Wohnbebauung

Kolbermoor - "Grünes Licht" erhielten im Bauausschuss zwei Vorhaben in den Bebauungsplanbereichen "Südlich der Staatsstraße" und "Fürstätter Straße".

Im Kolbermoorer Süden sollen an der Albert-Schalper-Straße zwei Mehrfamilienhäuser entstehen, an der Fürstätter Straße ist die Nachverdichtung eines Einzelgrundstücks vorgesehen. Bedenken der Anlieger wurden zurückgewiesen.

Bereits in seiner Oktober-Sitzung hatte sich der Bauausschuss mit dem Vorhaben an der Albert-Schalper-Straße befasst, eine vereinfachte Änderung des Bebauungsplanes "Südlich der Staatsstraße" war beantragt. Mit dem damals präsentierten Änderungsentwurf zeigte sich das Gremium allerdings nicht einverstanden, das dreigeschossige Gebäude wurde als zu massiv empfunden.

Mit der nun überarbeiteten Fassung konnte sich jetzt der Ausschuss mit breiter Mehrheit anfreunden: Der vormals lang gezogene Riegel wurde in zwei Einzelhäuser unterteilt, beide dreigeschossig, verbunden durch einen zweigeschossigen Zwischenbau. Reduziert wurde zudem die Wandhöhe von 9,80 Meter auf maximal 7,95 Meter, die Firsthöhe von 12,30 Meter auf 9,50 Meter. Hinsichtlich der Dachform sind Bürgermeister Peter Kloo zufolge in diesem Bereich Flachdächer und flach geneigte Dächer bis 15 Grad zulässig. Auch die Grünordnung sei inzwischen konkretisiert worden, so Kloo weiter: Unter anderem soll zur Straße hin eine Bepflanzung erfolgen. Baurechtlich zulässig sei die Tiefgaragenabfahrt, die direkt an der Grundstücksgrenze liege, wobei die Nachbarn nicht tangiert würden, versicherte der Bürgermeister auf Anfrage von Grünen-Stadträtin Else Huber. Von Seiten der Verwaltung signalisierte er nun "grünes Licht". Huber indes wünschte sich eine leichte Verschiebung des Baukörpers weg von der Straße, was Kloo zufolge aber mit einer Reduzierung der Baumasse und damit dem Verlust der Wirtschaftlichkeit verbunden wäre - "die Planung ist so machbar und gebietsverträglich", hielt er an dem Vorhaben fest.

Zufrieden mit der Anpassung zeigte sich CSU-Stadtrat Markus Schiffmann, der sich zudem für die Stellplatzverteilung interessierte: Diese wären ausreichend vorhaben, 16 Plätze in der Tiefgarage plus zehn oberirdische, erläuterte Hannelore Ring vom Bauamt.

Eine barrierefreie Bauweise lag SPD-Stadträtin Dagmar Levin am Herzen und sie zeigte sich verärgert über die ihrer Ansicht nach wenig konkrete Zusicherung der Planer: "Wir wurden mit dem Argument der Barrierefreiheit gelockt, wenn diese jetzt nicht mehr gegeben sein sollte, kann ich dem nicht mehr zustimmen", erklärte sie in aller Deutlichkeit, während von Planerseite wiederum versichert wurde, diese Grundidee durchaus weiterverfolgen zu wollen.

Das Gremium fasste letztlich mit breiter Mehrheit (Gegenstimmen Huber, Levin) den Änderungsbeschluss für den Bebauungsplan "Südlich der Staatsstraße" und leitete die Öffentlichkeitsbeteiligung ein.

Einstimmig auf den Weg brachte der Bauausschuss die vereinfachte Änderung des Bebauungsplanes "Fürstätter Straße" (Satzungsbeschluss). Bedenken und Anregungen gingen im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung ausschließlich von den Anliegern ein, das Landratsamt Rosenheim meldete keinerlei Einwände an. Vorgesehen ist im Bereich Fürstätter Straße 15 die Nachverdichtung des bestehenden Grundstücks mit drei Baukörpern (1339 Quadratmeter), wobei pro Baufenster zwei Stellplätze nachgewiesen werden müssen. Die Erschließung des Areals ist Bürgermeister Kloo zufolge über die Ostseite des Grundstücks geplant.

Bedenken hinsichtlich der Anfahrt der mittleren Garagen meldete CSU-Stadtrat Schiffmann an, weshalb nun eine der beiden in offener Bauweise ausgeführt werden soll.

Mit acht Unterschriften untermauerten Anlieger der Fürstätter Straße ihre Einwände gegen das Vorhaben. Sie befürchten unter anderem sich weiter zuspitzende Parkprobleme am Straßenrand, da ihrer Ansicht nach nicht ausreichend Stellplätze vorgesehen sind, und zusätzlichen Verkehr. Überdies sei die Kanalisation nicht entsprechend dimensioniert, um eine weitere Nachverdichtung zuzulassen.

Die Verwaltung und auch der Bauausschuss wiesen die Bedenken der Anlieger zurück, die vorgesehenen Stellplätze seien ausreichend, eine Verschärfung der Situation wird nicht gesehen, und auch die Kanalisation sei entsprechend leistungsfähig, versicherte der Rathauschef in seinen Ausführungen.

Ebenfalls abschlägig beschieden wurde die gewünschte Verschiebung der Baugrenzen und der Flächen für Garagen und Carports des nördlichen Grundstücks durch den potenziellen Käufer, was sowohl Verwaltung als auch Gremium ablehnten, da dies zu Lasten des Rangierbereiches ginge.

Rubriklistenbild: © pa

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