Netbook statt Heft und Tafel

Bad Aibling - „Netbook statt Heft und Tafel“ lautet das Motto des IT-Unterrichts, der seit Schuljahresbeginn als Pilotprojekt am Gymnasium Bad Aibling durchgeführt wird.

Jetzt wurde das Projekt öffentlich vorgestellt.

"Die heutigen Schüler gehören der Generation Internet an", betonte Oberstudiendirektor Werner Fiebig in seiner Begrüßung, "trotzdem findet der Computerunterricht an Gymnasien nur am Rande statt".

Der Schulleiter erinnerte an die 2006 mit Unterstützung des Landkreises am Aiblinger Gymnasium eingeführte Laptop-Klasse, die neben wertvollen Erfahrungen aber auch Probleme hinsichtlich der vergleichsweise hohen Anschaffungskosten sowie der unterschiedlichen Technik gebracht habe. Als Ergebnis dieser Erfahrungen wurde nun mit Unterstützung durch den Landkreis und der "Sparkassenstiftung Zukunft für den Landkreis Rosenheim" als Pilotprojekt der IT-Unterricht mit Netbooks eingeführt.

Ziel des Projektes ist Fiebig zufolge, dass künftig jeder Mittelstufenschüler wenigstens sechs Monate lang an der neuen Unterrichtsform teilnehmen kann. Jeder Schüler arbeitet dabei an seinem eigenen Netbook, das von der Stiftung angeschafft und von der Schule zur Verfügung gestellt und in allen Fächern eingesetzt wird. Die Schüler haben dabei unter anderem Zugriff auf das "virtuelle Klassenzimmer" und können dazu neue Wege bei der Recherche, bei der Präsentation des Unterrichts und bei der Kommunikation untereinander beschreiten.

Zukunftsweisendes Projekt gefördert

Werner Fiebig würdigte in seinen Dankesworten die Unterstützung durch den Landkreis und die Sparkassenstiftung für die Einführung "eines Unterrichts, der in dieser Form seitens des Kultusministeriums bisher nicht vorgesehen ist". Landrat Josef Neiderhell sicherte dem Gymnasium "für diesen richtigen Weg" auch weiterhin die Begleitung durch den Landkreis zu und sprach der Stiftung seinen Dank aus für ihre Förderung dieses zukunftsweisenden Konzepts mit dem Ziel, Jugendliche hinsichtlich Bildung und Wissenschaft zu motivieren.

Alfons Maierthaler, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, hob die Bedeutung eines medienbezogenen Unterrichts als zeitgemäße Form der Wissensvermittlung hervor. "Bei diesem Projekt bin ich vom Förderer zum Überzeugungstäter geworden", bekannte er und lobte die Einführung der Netbook-Klasse als "Pioniertat ohne Kultusministerium". Auch die sparkasseneigene Hochschule Bonn arbeite überwiegend als virtuelle Hochschule, betonte er, und versicherte, dass das Gymnasium auch weiterhin seitens der Stiftung mit Geld als "Treibstoff" und Mitwirkung beim Projektmanagement rechnen könne.

Den Dank des Elternbeirats und des Fördervereins des Gymnasiums sprach Heidi Westphal aus. Carlo Ribeca, Projektleiter IT-Unterricht, stellte die didaktische Konzeption der neuen Unterrichtsform vor, die landkreisweit einmalig und darüber hinaus nur von rund einem Dutzend Gymnasien in Bayern betrieben werde. Dabei stehe die Lehrkraft nicht mehr im Zentrum der Information.

Multimediales Unterrichtsmaterial

Der Netbook-Einsatz verändere die Unterrichtsperspektive, ermögliche den Erwerb zusätzlicher Kompetenzen und Fertigkeiten und bereichere durch multimediales, aktuelles und authentisches Unterrichtsmaterial mit dem Ziel der Steigerung von Motivation, Medienkompetenz, Präsentations- und Teamfähigkeit und Lernautonomie. Ribeca beendete seine Projekt-Präsentation mit dem Henry-Ford-Zitat "Die Zukunft eines Landes beginnt nicht in der Fabrikhalle oder im Forschungslabor, sondern im Klassenzimmer".

Im Anschluss an die Vorstellung wurde den Gästen im Klassenzimmer der 8c (Klassleiter Horst Schmidt) auf eindrucksvolle Weise der Netbook-Einsatz anhand von Beispielen aus den Fächern Latein, Mathematik und Englisch demonstriert - und das Henry-Ford-Zitat überzeugend als zeitgemäß bestätigt.

bjn/Mangfall-Bote

Rubriklistenbild: © dpa

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