Haft nach Diebstahl von Katzenfutter

Bruckmühl - Auch wenn der Wert des Diebesgutes bei der jüngsten Tat verhältnismäßig gering war, muss ein unbelehrbares Paar aufgrund ihrer langen Vorstrafenliste in den vergangenen 20 Jahren nun ins Gefängnis.

Am 30. Juli des vergangenen Jahres entwendete ein Gauner-Pärchen in einem Edeka-Markt in Bruckmühl 15 Dosen Katzenfutter, drei Päckchen Tabak und zwei "Packerl-Suppen" im Gesamtwert von 31,85 Euro. Auch wenn der Betrag nicht sehr hoch anmutet, hier verstand das Gericht keinen Spaß mehr: Die beiden 37- und 35-Jährigen sind seit nahezu 20 Jahren immer wieder straffällig. Seit 1998 treten sie gemeinsam auf. Beide sind drogenabhängig, beide sind zuletzt am 29. April 2010 zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Jedoch nur drei Monate später "vergaßen" sie in einem Edeka Markt zu bezahlen.

17 Vorstrafen zieren beider Strafliste. Jede Menge Diebstähle und Drogenvergehen bezeichneten die kriminelle Entwicklung. Unter offener Bewährung stehen beide oh-nehin. Zwar wollen sich die Zwei in den nächsten Tagen zur "Entgiftung" in der Inn-Salzach-Klinik einfinden und eine Langzeittherapie antreten, um von der Suchtproblematik weg zu kommen. Die Erfolgsaussichten wurden jedoch auch vor Gericht skeptisch beurteilt.

Die Staatsanwältin erklärte in ihrem Plädoyer: "Wenn es jemals Bewährungsversager gegeben hat, dann trifft das auf diese beiden zu. Auch wenn es sich bei dem Die-besgut um eine geringe Beute handelt, auch wenn die Waren wieder an den Eigentümer zurück gegangen sind, hier handelt es sich um zwei Unbelehrbare. Nur die Härte des Gesetzes kann hier vielleicht ein Umdenken auslösen."

Sie beantragte für die Bruckmühlerin acht Monate Haft. Für deren Lebensgefährten forderte sie dieselbe Strafe, die allerdings mit einer Vorahndung zu einer zehnmonatigen Gesamtstrafe aufaddiert werden sollte.

Rechtsanwalt Dr. Christian Wachter verwies als Verteidiger namens seiner Mandan-tin darauf, dass diese sich im Verlauf der letzten Jahre um eine redliche Lebensführung bemüht habe und dass ihre Sozialprognose nicht ohne weiteres negativ zu sehen sei. Er verwies auf die Geständigkeit seiner Mandantin und erbat, die verwirkte Strafe nochmals zur Bewährung auszusetzen.

Rechtsanwalt Dr. Markus Frank stellte noch einmal heraus, dass sein Mandant im Falle einer Verurteilung ohne Bewährung in der Summe eine Haftstrafe von beinahe zwei Jahren zu erwarten habe. Dies sei bei einer Schadenssumme von 31,85 Euro, die nicht einmal entstanden sei, einfach unverhältnismäßig. Er beantragte eine Geldstrafe oder hilfsweise auch die nochmalige Aussetzung zur Bewährung.

Die Vorsitzende Richterin, Dr. Stefanie Oberländer, sah für die Angeklagten keinerlei Spielraum mehr. "Als sie zuletzt vor mir saßen", erinnerte sie die Angeklagte, "sagten sie zu mir, ,Wenn ich noch mal hier sitze, will ich ins Gefängnis gehen. Das kann ich ihnen nun nicht mehr ersparen. Niemandem in der Bevölkerung könnte ich nun erklären, warum sie trotz ständiger Straftaten immer noch nicht wirklich bestraft werden." Sechs Monate Haft für die Frau und acht Monate Gesamtstrafe für den Mann wurden ohne Bewährung ausgesprochen. Mit den früheren Bewährungsstrafen droht nun ein länger Freiheitsentzug.

au/Oberbayerisches Volksblatt

Rubriklistenbild: © dpa

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