Hagelgeschosse verwüsteten Gärtnerei

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Sämtliche Gewächshäuser aus Glas zertrümmerte der Hagel auf dem Gelände der Gärtnerei Paukert.

Kolbermoor - Ein Bild der Verwüstung fand Gärtnermeister Thomas Paukert vor, als er nach dem schweren Hagelunwetter Mittwochabend seine Gärtnerei betrat:

Die Gewächshäuser in Scherben, die Pflanzen erdrückt und regelrecht von den Hagelkörnern erschlagen.

Der Schaden geht in die Zehntausende, so seine erste Schätzung. Im August 2001 war sein Betrieb schon einmal verwüstet worden. Spuren hinterließ die Gewitterwalze auch in vielen anderen Gärten Kolbermoors.

Die Hagelgeschosse rissen in der Gärtnerei Blüten und Blätter mit sich.

Die Erinnerungen an August 2001 werden bei Thomas Paukert wach: Damals hatte eine Unwetterfront eine Schneise der Verwüstung über Götting und Pullach nach Kolbermoor gezogen - und nun das bittere Déjà-vu: Exakt zehn Jahre später erneut ein schweres Hagelunwetter, das wieder die Gewächshäuser der Paukerts zertrümmerte, einen Großteil der Pflanzen geradezu vernichtete. "Es ist einfach alles in Scherben", nimmt auch am Morgen danach das Entsetzen kein Ende.

Die Bilanz in der Gärtnerei Paukert ist verheerend: Keines der insgesamt vier Gewächshäuser überstand das Unwetter schadlos, die Pflanzen darin erdrückt oder von den bis zu fünf Zentimeter großen Eisgeschossen in Mitleidenschaft gezogen. "Etwa ein Drittel der Glasscheiben ist komplett zerbrochen, die übrigen Flächen sind angeschlagen", überschlägt Paukert nach einer ersten Begutachtung. Er rechnet damit, alles komplett ersetzten zu müssen - ein Gesamtschaden zwischen 30.000 und 50.000 Euro, so die ersten Einschätzungen.

Nicht nur Tage und Wochen voller Arbeit warten jetzt auf den Gärtnermeister, auch die Ware für den Herbst, speziell Allerheiligen, sieht er dahinschwinden: Wie alle Jahre wird bei den Paukerts ein Meer an Chrysanthemen angebaut, die pünktlich zu Allerheiligen aufblühen sollen - was es nun gründlich verhagelt hat.

Unwetter: User-Bilder

Denn um im Spätherbst auch wirklich Blüten zu erhalten, müssen die Gärtner in die "Trickkiste" greifen: "Wir decken die Pflanzen in der Sommerzeit von abends 18 Uhr bis morgens 9 Uhr mit schwarzen Folien ab, damit sich die vegetativen Phasen verschieben", erklärte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Und auf eben jenen Folien landeten jetzt die Glassplitter, schlugen die Hagelkörner ein, sammelten sich Unmengen an Regenwasser - "wahrscheinlich wird wenig zu retten sein", befürchtet Paukert, der sich gestern Stück für Stück vorarbeitete: im Zickzack zwischen den Glasresten hindurch, mit dem Teppichmesser die Folien vorsichtig zerschneidend, und das alles bei sengender Hitze und extremer Luftfeuchtigkeit in den Gewächshäusern.

In Mitleidenschaft gezogen: die Pflanzen in der Gärtnerei Paukert.

Nicht minder schwer getroffen hat es eine aufgelassene Gärtnerei in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Paukerts, ebenso viele Privatgärten in Raum Kolbermoor und Umgebung. Das Hagelunwetter durchzog gestern Abend erst den Raum Tegernsee (Gmund), dann weiter über Miesbach, Hausham und den Pullacher Süden nach Kolbermoor undschließlich über Fürstätt und den Rosenheimer Norden in Richtung Schechen und weiter nordostwärts in den Landkreis Traunstein.

Die Feuerwehr Kolbermoor hatte indes Mittwochabend kaum Einsätze, einzig in der Gärtnerei Paukert waren die Wehrmänner zur ersten Unterstützung vor Ort.

Rosi Gantner (Mangfall-Bote)

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