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Verdacht auf Coronavirus in Deutschland: Frau auf Isolierstation - Untersuchungsergebnisse liegen vor 

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Bewährung nach Handgemenge am Lagerfeuer

Bruckmühl - Acht Monate Haft auf Bewährung, ein Antiaggressionstraining und 120 Stunden gemeinnützige Arbei: Das ist die Quittung für eine junge Frau, die jetzt wegen Körperverletzung vor dem Amtsgericht in Bad Aibling stand.

Es war so ein schöner Frühlingsabend, der Freitag nach Ostern. So beschloss eine Gruppe von 16-jährigen Schülern in Bruckmühl, an der Mangfall einen romantischen Abend zu verbringen. Beim Göttinger Steg machte man es sich bei einem Lagerfeuer gemütlich. Unweit davon flackerte bald ein Zweites, an dem sich eine andere Gruppe von jungen Leuten zusammengefunden hatte.

Dort wurde aber auch kräftig dem Alkohol zugesprochen. Gegen 23 Uhr kam zunächst einer der Älteren zum Feuer der Schüler. Zwar gut betrunken, aber friedlich und freundschaftlich gesellte er sich dazu.

Ganz anders eine betrunkene junge Frau, die ebenfalls an das Feuer der Jugendlichen wechselte. Sie fing an zu provozieren und zu beleidigen. Die Jugendlichen gingen nicht darauf ein, was deren Aggressionen noch mehr entfachte. Als sich die Teenager schließlich über ihre verbale Kraftmeiereien amüsierten, ging diese auf eines der Mädchen los und schlug sie ins Gesicht.

Die Beiden wurden wieder getrennt, jedoch kurze Zeit später kam es erneut zu einer Attacke der Betrunkenen, wobei diese dann der Jugendlichen ihre Bierflasche ins Gesicht schlug.

Die junge Frau hatte sich nun vor dem Amtsgericht in Bad Aibling unter dem Vorsitz von Richterin Dr. Stefanie Oberländer wegen gefährlicher Körperverletzung zu verantworten.

Ja, sie habe zugeschlagen, aber lediglich mit der flachen Hand. Nein, warum das könne sie nicht mehr sagen. Teilnahmslos, beinahe stoisch saß sie und hörte die Zeugenaussagen, die ausnahmslos gegen sie sprachen.

Alle Zeugen hatten die Bierflasche und den Schlag gesehen. Ob sie nicht Willens oder nicht in der Lage war sich zu dem Geschehen zu äußern, ein Wort der Erklärung oder des Bedauerns abzugeben, das ließ sich nicht feststellen.

Tatsache aber war, dass die Frau wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung schon mehrfach vor Gericht gestanden hatte.

Nach ihrer Vorstellung von der eigenen Zukunft befragt, bemerkte sie lediglich, dass sie eben auf Arbeitssuche sei. Einen Beruf hat die 23-Jährige nicht erlernt. So scheinen ihre Aussichten eher trübe.

Die Staatsanwältin beantragte einen Schuldspruch, für den sie zehn Monate Haft ansetzte. Sie befand, dass nicht sichergestellt sei, dass die Angeklagte alleine durch den Schuldspruch genug zu beeindrucken wäre, um nicht mehr straffällig zu werden.

Deshalb sollte - nach ihrem Antrag - keine Bewährung ausgesprochen werden. Auch die Gelegenheit für ein letztes Wort wollte die Angeklagte nicht nutzen.

Richterin Oberländer ließ noch einmal Gnade vor Recht ergehen. Sie sprach eine Gesamtstrafe von acht Monaten aus, die sie zur Bewährung aussetzte.

Ein Antiaggressionstraining und 120 Stunden gemeinnützige Arbeit - so hoffte sie - könnten der Angeklagten möglicherweise doch noch auf den rechten Weg helfen.

au/Mangfall-Bote

Rubriklistenbild: © dpa/pa

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