Neue Ära für Aiblings Jugend

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Der symbolische Spatenstich: Architekt Jörg Blaesig (von links), Shalin Struckmeier, Bürgermeister Felix Schwaller, Jugendreferent Stefan Roßteuscher und JaschaStruckmeier. 

Bad Aibling - Das Ringen um ein neues Jugendzentrum und seinen Standort war zäh - gestern jedoch gab es ein "Happy End": den symbolischen Spatenstich zum Neubau an der Westendstraße.

Montag geht's dann richtig zur Sache mit großem Gerät: Im Herbst soll Einzug sein und damit eine neue Ära für die Kick-Jugendarbeit in Bad Aibling beginnen.

Am Radweg nach Heufeld entsteht das eingeschossige Jugendzentrum mit insgesamt 310 Quadratmetern Nutzfläche - noch 2008 stand hier ein Barackenbau (Sozialwohnungen der Stadt). Daraus glaubte man anfangs, ein neues Domizil zaubern zu können. Doch einmal die Tür geöffnet "war Hopfen und Malz verloren", äußerte sich gestern Architekt Jörg Blaesig (Bad Aibling) über den Barackenzustand. Also: ein Neubau.

Der Stadtratsbeschluss dazu fiel am 30. Oktober 2008. Ein halbes Jahr später musste "Kick" wegen Eigenbedarfs des Eigentümers aus dem Bungalow an der Rosenheimer-/Kellerstraße ausziehen. Das Provisorium seit Mai 2009 heißt seitdem: Gebäude 306, ehemaliges US-Camp, erschwert erreichbar für das jugendliche Klientel. Nun die Hoffnung auf den Herbst als Einzugstermin ins neue Haus.

Die erste Konzeption dafür, vor zwei Jahren, wies ein pädagogisch ideales Raumprogramm auf, welches das Fokus Familiennetzwerk als Träger ausgearbeitet hatte; von den großen Erwartungen blieb am Ende das Notwendige - Sparzwang diktierte die Gestaltung.

Aus dem zweigeschossigen Gebäude mit 511 Quadratmetern für zirka eine Million Euro wurde ein eingeschossiger Bau (Gesamtfläche 387 Quadratmeter) für 600.000 Euro (der Bayerische Jugendring fördert die Maßnahme).

Das neue Jugendzentrum (aus Blickrichtung Westendstraße, Standpunkt Bahnübergang). Die lamellenartige Fläche sind Rasengittersteine.

Die angeordnete "Diät" fürs Jugendzentrum ist Bürgermeister Felix Schwaller zufolge indes keine Geringschätzung, sondern "weil wir die Mittel der Stadt sparsam verwalten müssen." Schwaller betonte die Wichtigkeit der Einrichtung in der heutigen Gesellschaft - mit seinen Unsicherheiten (berufliche Existenz, Arbeit durch beide Elternpaare), wo Jugendliche überdies nicht immer den Rückhalt in der Familie hätten und auch die Schullandschaft sich stark verändere.

Gerade diesem Thema will sich die Kick-Jugendarbeit verstärkt annehmen. Die Nähe des neuen Domizils zum Schulzentrum und zum Bahnhof, damit innerstädtisch gelegen und gut erreichbar, stellte auch das Stadtoberhaupt als ein großes Plus des neuen Standortes heraus.

Nicht nur für Architekten war der Spatenstich ein großer Tag - auch für Jascha (22) und Shalin Struckmeier (20). Sie gaben zusammen mit Bürgermeister Schwaller und dem städtischen Jugendreferenten Stefan Roßteuscher den Startschuss zum Bau des Zentrums.

Die zwei jungen Leute arbeiten seit Langem im "Kick" mit, haben dadurch ihren Berufsweg gefunden - beide wollen auf die Erzieherschule. Shalin erstellt zurzeit eine Dokumentation über die Kick-Projekte (wie: "Drei Tage Zeit für Helden") und will auch den Neubau in Wort und Bild festhalten.

Dessen Dreh- und Angelpunkt ist ein 92 Quadratmeter großer Turn- und Mehrzweckraum. Sport, Tanzkurse wie Break Dance und Aerobic, Gymnastik und Fitnessstunden sind hier möglich; an einer Längswand sind Einbauschränke vorgesehen, in welche Computer eingebaut werden (für Computerkurse und Schnittplätze zur Medienbearbeitung). Auch Filme und Musikstücke können aufgenommen und nachbereitet werden. Architekt Norman Richter (Blaesig Architekten) zufolge kann der Saal ebenso für Vorträge sowie Theateraufführungen und Konzerte genutzt werden. Dazu soll eine mobile Bühne dienen.

Die weiteren Räume: Offene Jugendarbeit (53 Quadratmeter), zwei Gruppenräume (à 20 Quadratmeter), Bandübungsraum (24), zwei Büros (15 und 20), Küche (22), Lager (17),sanitäre Räume (40).

Größe und Anzahl der Räume, die nach dem Einzug erweiterten Öffnungszeiten und pädagogischen Angebote sowie die geplante Vernetzung mit Aiblinger Schulen machen eine zweite Sozialarbeiterin (neben Mira Struckmeier) erforderlich. Steffi Schmidt (Fokus Familiennetzwerk) verweist auf die benötigte Vorlaufzeit, um geeignete Bewerber zu finden - zumal sich Sozialpädagogen nicht nach Kalender- sondern Schuljahren richten würden. Der Antrag auf eine zweite Sozialpädagogin wird am Donnerstag im Hauptausschuss der Stadt beraten.

Der Bauhof wird die Außenanlagen und den Lärmschutzwall zur Wohnbebauung anlegen. Beim Richtfest sollen die Nachbarn eingeladen werden.

Elke Wrede-Knopp (Mangfall-Bote)

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