Innovativ: Form und Inhalt

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Schwungvoll präsentiert sich der Erweiterungsbau der Wirtschaftsschule Alpenland. Zirka 34,5 Meter ist die Alu-Glasfassade der neuen Pausenhalle lang. Die Glasfront erstreckt sich über zwei Geschosse. Fotos Mischi

Bad Aibling - Sie ist ein Wahrzeichen in der Bildungslandschaft und Vorzeigeobjekt am Standort Bad Aibling für den Landkreis Rosenheim: die Wirtschaftsschule Alpenland.

Der Bildungsstand ihrer Schüler steht Im Werturteil von Firmen und Betrieben obenan, wie Schreiben belegen. In vier Wochen schlägt eine neue Stunde für die Schule. Sie feiert 60-jähriges Bestehen und Einweihung des neuen Gebäudes.

Nur die Brandschutztür fehlt noch für den Durchgang von Alt- und Neubau.

Raumnot machte den An- und Erweiterungsbau mit Verbindungstrakt (samt Lifteinbau, behindertengerecht) zum Altgebäude notwendig. Das neue Gebäude, ein Entwurf des Aiblinger Architekturbüros Petzenhammer, stellt sich imposant und lichtdurchflutet dar - aufgrund seiner gläsernen Hülle. Kernstück: die geschwungene Pausenhalle.

Sie ist S-förmig gestaltet, mit einer Länge von 34,5 Metern und einer Höhe von 6,1 bis 10,2 Metern - zirka 350 Quadratmeter groß. Dazu kommen technisch modern ausgestattete Klassen- und Fachräume. Im Altbau wurden aus der früheren Pausenhalle Lehrerzimmer und Bücherei.

Der Landkreis nimmt über 5,7 Millionen Euro in die Hand für seine "neue" Wirtschaftsschule. Nun gibt es mehr Möglichkeiten für kreative und innovative Unterrichtsmethoden sowie vielseitige Veranstaltungen.

So machen beispielsweise "Active boards" und ein flexibles Tafelschienensystem in den Klassenzimmern moderne Unterrichtsformen möglich. Gerade methodisch will die Schule eigenen Angaben zufolge neue Wege gehen. Sie erprobt in einigen Fächern zum Beispiel selbst reguliertes Lernen.

Neu ist auch das Home-Room-Prinzip, bei dem die Schüler nicht mehr in Klassenzimmern bleiben, sondern zu den von den Lehrern nach den jeweiligen Anforderungen gestalteten Fachräumen kommen (wir berichteten).

High Tech in den Klassenzimmern: Beamer, Active Board, flexibles Tafelschienensystem und fahrbare Medienpulte.

Die Bauarbeiter legen jetzt letzte Hand an. Alles muss bis zur offiziellen Einweihung fertig sein. Im September 2009 hatten die Wirtschaftsschüler bereits das neue Haus bezogen - nach einem guten Jahr der Fertigstellung (Baustart: Mai 2008). Zusammen mit dem Souterrainbereich (ein Klassen- sowie zwei Werkräume, Lagerraum und Haustechnik) stehen nun insgesamt drei Geschosse zur Verfügung und damit zirka 9300 Quadratmeter umbauter Raum. Dabei wurden rund 1200 Kubikmeter Stahlbeton verbaut, verstärkt durch 140 Tonnen Bewehrungsstahl.

Im Erdgeschoss mit seinen Rampenaufgängen befinden sich drei Klassen- sowie der mit mobilen Trennwänden bestückte Musik-/Mehrzweckraum. Mobil ist auch die raumhohe Abtrennung zur Pausenhalle, die dadurch nochmals zu vergrößern ist.

Die Trennwände sind Bauleiter Franz Wudy zufolge alle mit einer Akustikwandbekleidung versehen (insgesamt etwa 300 Quadratmeter), ebenso die Decken in Halle, Klassen-/Fachräumen und Fluren (alles in allem zirka 1000 Quadratmeter). Das schluckt den Schall.

Rund 630 Quadratmeter Akustikdecke und 190 Quadratmeter Akustikwandbekleidung sind auch im sanierten Altbau zu finden - die Sanierung startete im August 2009, etwa Mitte Februar ist alles abgeschlossen.

Im Obergeschoss befindet sich unter anderem das Lehrbüro, wo die Wirtschaftsschüler ihre "Spiel-Firmen" betreiben. 200 gibt es in ganz Bayern, mit denen "Firmen" der Wirtschaftsschüler (aus den Branchen Holzverarveitung, Autozubehör, Kleidung etc.) in Kontakt stehen und auch "Geschäfte" machen. Hier findet sich der ganz normale Büro- und Geschäfts-Alltag wieder.

Lüftungsklappen in den Fenstern - Bauleiter Franz Wudy zeigt, wie's geht.

Büro-Ambiente vermitteln auch die Klassenräume. Nicht nur durch nüchterne Sichtbeton-Wände, auch durch High Tech. Auf der Westseite des Neubaus ist vor den Panoramafenstern eine weitere Verglasung gegen Wind und Wetter gesetzt; es gibt elektrischen Sonnenschutz und elektrisch verstellbare Lüftungsklappen im Fenster. Großflächige Fenster zu den offen gestalteten Fluren werden per (elekttrischer) Jalousie blickdicht.

Der Durchgang zum Altbau ist auf jeder Etage vollzogen, im Obergeschoss fehlt nur noch die Metalltür - der gestrige Schneesturm verschob die Anlieferung. Hier oben sind die Garderoben mit Schülerspinden noch "in Arbeit", fast fertig hingegen ist die Dachterrasse, die die Schüler nutzen können.

Wasserspender in der Aula - selbige ist um die mobile Wand des Mehrzweckraums erweiterbar.

Am Flachbild-Monitor in der Pausenhalle informiert die Wirtschaftsschule schon jetzt über den großen Festakt am Freitag, 26. Februar (10 Uhr), zum 60-jährigen Bestehen - samt Haus-Einweihung. Dann sind szenische und musikalische Einlagen in der neuen Pausenhalle zu sehen, Auftakt zu einer Reihe weiterer Aktivitäten im Jahr 2010. Zunächst aber ist die Öffentlichkeit am 27. Februar (10 bis 15 Uhr) zum "Tag der offenen Tür" eingeladen - mit Führungen, Mitschau-Unterricht, Ausstellung zur Geschichte der Schule, kulinarischen Besonderheiten etc. Der Ehemaligen-Ball ist abends im Kesselhaus Kolbermoor mit DJ Matthias Matuschik.

Elke Wrede-Knopp (Mangfall-Bote)

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