Inntal: "Zum Kampfe bereit"

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Rosenheim – Bei der ARGE Transitverkehr-Sitzung appellierten die Inntal-Bürgermeister deutlich an das Verkehrsministerium: Die Sorgen wegen dem Brenner-Basistunnel sollen endlich ernst genommen werden.

Der Brenner-Basistunnel kommt. Aber was bedeutet das für das Inntal? Dies und mehr wurde bei der Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Transitverkehr am Montag besprochen. Viele Politiker und Funktionsträger aus der Region, Vertreter der Bahn, Gäste aus Österreich und ein Repräsentant des Verkehrsministeriums trafen sich im Rosenheimer Landratsamt. Während die Vertreter der ÖBB mit leisem Stolz die Fortschritte bei dem Megaprojekt vorstellen konnten, bekam Staatsekretär Andreas Scheuer die Bedenken der Region ab: Die Inntal-Gemeinden stören sich an „fehlender Sensibilität“ auf Seiten des Bundesverkehrsministeriums und fordern den Start von Planungen und mehr Beteiligung der betroffenen Region.

Staatsekretär Andreas Scheuer studiert die Resolution der Inntal-Gemeinden

Die Bürgermeister von Brannenburg, Flintsbach, Kiefersfelden, Neubeuern, Nußdorf, Oberaudorf, Raubling und Rohrdorf gaben Scheurer einen deutlichen Brief für Verkehrsminister Ramsauer mit. Laut der Resolution werden die Gemeinden nur „aktiven Lärmschutz“ akzeptieren. Die Gemeindevertreter wollen nach österreichischem Vorbild, dass die neuen Bahntrassen nicht oberirdisch gebaut werden. Andreas Scheurer versicherte, dass schnell gehandelt werden soll: „Wir befinden uns am Anfang eines Planungsdialogs.“

Die Resolution im Wortlaut:

Resolution zum Schienenverkehr durch das Inntal

Sehr geehrter Herr Bundesverkehrsminister Dr. Ramsauer,

die Gemeinden des Inntals müssen feststellen, in Tirol und italien wird durch den Bau des Brenner-Basistunnels und seiner Zulaufstrecken ein Eisenbahnprojekt realisiert, das erhebliche Auswirkungen auf das bayerische Inntal erwarten lässt. Unsere Bevölkerung hat den Eindruck, auf deutscher Seite wird diese Situation nicht ernsthaft wahrgenommen. Die von Ihrem Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung im Rahmen der Bedarfsplanung für den Schienenverkehr in das Internet gestellte Trassenüberlegungen verstärken den Eindruck von Situationsunkenntnis und fehlender Sensibilität hinsichtlich der Beteiligung der betroffenen Gemeinden.

Wir fordern Sie daher auf:

  • umgehend Planungen in Auftrag zu geben, die aussagefähige Fakten zu ermitteln und Möglichkeiten aufzeigen, wie der gesamte Schienenverkehr zukünftig durch das Inntal geführt werden könnte.
  • Eine frühzeitige Beteiligung der Gemeinden bei allen Überlegungen und vor allen Entscheidungen zu gewährleisten, so wie dies in Tirol bei deren Bahnprojekt im Dialogverfahren vorbildlich praktiziert wurde.

Wir akzeptieren nur aktiven Lärmschutz. Sollten die Planungen ergeben, dass die vorhandene Trasse ausreichend ist und nur die Zugfrequenz zu erhöhen ist, fordern wir Lärmschutzmaßnahmen, wie sie für Neubaustrecken üblich sind. Werden Neubautrecken in Erwägung gezogen, fordern wir grundsätzlich eine Untertunnelung der Strecke, weil für oberirdische Trassen im Inntal kein Platz vorhanden ist. Sehr geehrter Minister Ramsauer, der Unmut in der Bevölkerung hinsichtlich der Lärmbelastung durch den Schienenverkehr und die weitere Entwicklung dazu, wächst von Tag zu Tag. Setzen Sie jetzt ein Zeichen für Klarheit und Kooperation. Wir erwarten eine sofortige Umsetzung unserer Anliegen und Forderungen und baldige Antwort.

Ihre Inntalgemeinden

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Rubriklistenbild: © cs/BBT SE

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