"Ja" zu aufgelockerter Bebauung

Bad Aibling - Kein Glück scheinen derzeit die Antragsteller für Mehrfamilienhäuser in Bad Aibling zu haben: Die Bauwerber für ein Vorhaben an der Hafnerstraße haben ihr Projekt zwischenzeitlich in Doppel- und Einfamilienhäuser umgeplant.

Auch in punkto Schönbergerstraße blieb der Bauausschuss bei seinem "Nein".

Nichts an seiner ablehnenden Haltung änderte das Gremium in jüngster Sitzung bezüglich eines Bauvorhabens an der Schönbergerstraße.

Dort ist ein Mehrfamilienhaus (fünf Wohnungen) mit Stellplätzen vorgesehen, was das Gremium bereits abgelehnt hatte (wir berichteten) und wogegen sich auch die Nachbarn wehren, da ihrer Ansicht nach zu nah an der Grundstücksgrenze und zu massiv bebaut. Sie werden in der Zwischenzeit durch den Münchner Rechtsanwalt Dr. Thomas Schönfeld vertreten, bekannt aus den Kurhaus-Prozessen. Dieser moniert eine immense Versiegelung des Grundstücks durch Gebäude, Stellplätze und Zufahrt und sieht zudem einen klaren Verstoß gegen das "nachbarschützende Rücksichtnahmegebot" durch Anordnung und Zuwegung zu den Stellplätzen.

Das Landratsamt Rosenheim als Genehmigungsbehörde sieht indes keine Schwierigkeiten mit den Bauplänen: Das Vorhaben füge sich in die Umgebung ein, insofern bestehe Anspruch auf eine Genehmigung, teilte die Behörde in einem Schreiben mit und wollte der Stadt nun Gelegenheit zur erneuten Beurteilung geben, weshalb wieder Thema im Bauausschuss. Doch Bad Aibling bleibt dabei: Am bereits gefassten Beschluss wird festgehalten.

SPD-Stadtrat Richard Lechner hatte überdies Formfehler entdeckt: Dem Schreiben des Landratsamtes fehle die Unterschrift, weshalb seiner Ansicht nach nicht rechtswirksam, und zudem sei die Behörde nicht auf die vom Bauausschuss monierte Nichteinhaltung der Stellplatzsatzung eingegangen, bemängelte er weiter.

Gute Nachrichten indes für die Gunnesch Immobilien GmbH: Sie kann ihr Vorhaben an der Hafnerstraße umsetzen. Der Bauausschuss fasste einstimmig den dafür benötigten Änderungs- und Auslegungsbeschluss für die Bebauungsplanänderung "Zunftstraße Nord" (vereinfachtes Verfahren). Ursprünglich war auf dem Areal ein Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage vorgesehen, was als zu massiv empfunden wurde. Die aufgelockerte Alternativplanung: sechs Doppelhaushälften und ein Einfamilienhaus mit jeweils einer Garage und Stellplätzen, was das Gremium mit 8:0 Stimmen begrüßte.

In nicht öffentlicher Sitzung des Stadtrates war die geplante Digitalfunk-Einführung Thema: Es ging um einen Standort für die Errichtung eines Sendemastens. Geplant war dieser im Bereich eines Wasserbehälters zwischen dem städtischen Friedhof und Zell, was der Stadtrat aber ablehnte. Die beauftragte Firma soll nun nach Alternativen suchen.

Erledigt hat sich in der Zwischenzeit die Diskussion um eine Linde auf einem Baugrundstück südlich der Prof.-Kurt-Huber-Straße: Dort sind drei Mehrfamilienhäuser samt Tiefgaragen und Stellplätzen geplant (wir berichteten). Maßgabe der Stadt war jedoch, Linde "Nummer 8" zu erhalten, eine Tiefgarage war entsprechend auszusparen. Diese Forderung ist nun überholt: Der Baum war von einem Pilz befallen und musste aus Sicherheitsgründen, da akute Bruchgefahr, entfernt werden - die Bebauung kann damit nach den ursprünglichen Plänen erfolgen. Baustart für das Vorhaben war vergangene Woche.

Rosi Gantner (Mangfall-Bote)

Rubriklistenbild: © pa

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