Kaputte Staatsstraßen erzürnen Bürger

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Tuntenhausen - In einem „kritischen Zustand“ befinden sich die Staatsstraßen im Gemeindegebiet von Tuntenhausen. Darüber klagte Bürgermeister Otto Lederer bei der Jahresschlusssitzung des Gemeinderats.

Immer wieder mahne die Kommune die schlechten Fahrbahnbeläge bei den zuständigen Behörden an. Doch notwendige Verbesserungen wurden laut Lederer auch im jetzt zu Ende gehenden Jahr nicht durchgeführt.

Der Zustand der Kreisstraßen sei hingegen allgemein gut, verkündete Lederer bei der Sitzung im Gasthaus "Zur Post" in Beyharting. In die Gemeindestraßen investiere Tuntenhausen zudem kontinuierlich rund 300000 Euro pro Jahr, seit 2007 insgesamt über eine Million Euro. "Das zahlt sich aus", freute sich der Rathauschef.

Anders sehe es bei den Staatsstraße aus. "Die größten Sorgen bereiten uns die Straßen, für die wir eigentlich gar nicht zuständig sind", erklärte er im Rahmen seines ausführlichen Jahresrückblicks. "Grundsätzlich unbefriedigend" sei deren Zustand im Gemeindegebiet.

"Erbärmlich" sei der Fahrbahnbelag gar auf den Staatsstraßen 2089 zwischen Beyharting und Maxlrain, 2080 im Ortsbereich von Ostermünchen sowie 2358 zwischen Tuntenhausen und Ostermünchen.

Zwar sei heuer die schadhafte Stelle der Staatsstraße 2080 zwischen Ostermünchen und Oberrain saniert worden. Doch obwohl die Gemeinde den schlechten Zustand bei den zuständigen Behörden immer wieder beklage, seien auch 2010 notwendige Arbeiten nicht geschehen.

Als Unfallschwerpunkt habe sich die Kreuzung südlich von Hohenthann herausgestellt. Hier treffen die Staatsstraße 2089 (Aiblinger Straße und Hohenthanner Straße), die Kreisstraße Richtung Biberg und die Gemeindestraße Richtung Thal zusammen. Viele Autofahrer ignorieren die Stoppschilder und fahren ohne anzuhalten in die Kreuzung, hieß es.

Kaputte Staatsstraßen

Besonders im Winter komme es häufig zum Zusammenstoß. Im Sommer seien die Unfallzahlen dagegen geringer. Grund: Auf den bewirtschafteten Feldern rund um die Kreuzung wächst der Mais in die Höhe. Die Sicht sei in der warmen Jahreszeit schlechter, die Autofahrer deshalb vorsichtiger. Dies berichtet laut Bürgermeister die Unfallkommission, die aus Vertretern der Polizei, des Staatlichen Bauamts, des Landratsamts und der Gemeinde besteht.

Um die Unfallzahlen im Gesamten niedrig zu halten, wurden bereits im Mai Sträucher und Bäume gepflanzt. So soll die Kreuzung weniger einsehbar wirken und sicherer werden.

Auch die Ortsumfahrung von Ostermünchen war Thema in der Sitzung. Ganz klar hat sich laut Lederer der Gemeinderat für diese Maßnahme ausgesprochen. "Die Straße wird dringend benötigt", unterstrich er. Wann jedoch mit dem Bau begonnen wird, sei derzeit noch nicht abzusehen.

Gesichert sei dagegen der Ausbau der Ortsdurchfahrt von Dettendorf. Teilweise erhalte die Kreisstraße einen Gehweg. Die Arbeiten sollen im Frühjahr beginnen und spätestens in zwei bis drei Monaten abgeschlossen werden.

Wesentlich attraktiver im Vergleich zum Auto präsentiert sich laut Lederer inzwischen die Bahn für Bürger aus einigen Gemeindeteilen. 2011 werde der Überholbahnhof Ostermünchen inklusiv Lärmschutz in Berg realisiert (wir berichteten). Die Ausschreibung der Strecke München - Rosenheim - Salzburg beziehungsweise München - Rosenheim - Kufstein und der Vergabe an die Veolia-Gruppe habe auch Auswirkungen auf die Fahrgäste aus der Gemeinde Tuntenhausen. "Neue Züge kommen zum Einsatz und Fahrkarten kann man wieder im Zug kaufen", so Lederer. Ob jedoch auch mehr Züge am Bahnhof in Ostermünchen halten, und falls ja, wie viele, stehe dagegen noch nicht fest.

Martin Aerzbäck/Mangfall-Bote

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