Kein Badebetrieb ohne Träger

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Die neue Planungsversion für den Löschweiher in Berbling, der 2010 auch zum Badeteich werden soll.

Berbling - Die Entscheidung ist gefallen: Die Umgestaltung des Berblinger Löschweihers zu einem Lösch- und Badeteich wird realisiert.

Die Entscheidung fiel in einer Abstimmung bei der gemeinsamen Jahresversammlung von Dorfverein und Teilnehmergemeinschaft beim "Oberwirt".

Eine klare Mehrheit der Anwesenden sprach sich für die Ausführung des Konzepts "Badeteich" aus. Der Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft, Fritz Hampel, sowie Landschaftsarchitekt Manfred Huprich stellten der Versammlung die überarbeitete Planungsversion mit Liegewiese, Holzdeck und Pavillon vor (wir berichteten).

Das aus einem natürlichen Zulaufsystem zugeführte Wasser des kombinierten Lösch- und Badeweihers wird durch eine Pflanzenkläranlage gereinigt, bei der keine Pumpe verwendet wird. Für die Kinder wird eine Flachwasserzone eingerichtet und das Löschwasser erhält die Feuerwehr durch einen Entnahmeschacht.

Im Zuge der Weiher-Umgestaltung wird auch die "Eislack" zu einer reinen Winter-Stockbahn umgebaut. Die zu erwartenden Gesamtkosten belaufen sich laut Huprich auf etwa 150.000 Euro.

Huprich ging zudem auf Fragen ein, die sich unter anderem auf die Beckenabdichtung und eventuelle Schäden an Anliegerstraßen bezogen. Architekt Kaspar Zehtmayr erläuterte die Detailplanung für den geplanten Holzpavillon, der auch Platz für einen Abstellraum und eine Umkleidekabine bietet.

Der Vorsitzende des Dorfvereins, Rupert Adlmaier, sprach das Thema "Haftung" an - die "Gretchenfrage" im Zusammenhang mit dem Badebetrieb. Aufgrund einer Verordnung von 2008 muss für frei zugängliche Bäder eine Badeaufsicht zur Verfügung stehen. Da dies für Berbling eine unüberwindliche finanzielle Hürde darstelle, müsse eine andere Lösung gesucht werden.

Gut besucht war die Versammlung beim "Oberwirt" (vorne links der Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft, Fritz Hampel).

Deshalb stellte der Bürgermeister von Tuntenhausen, Otto Lederer, der Berblinger Versammlung ein Modell aus seiner Kommune vor, das "Hohenthanner Modell" - es basiert auf der Umwandlung des Bade- und Löschweihers in ein Privatbad. Zu dieser privaten Badeinrichtung haben ausschließlich Mitglieder Zutritt - mittels eines Chips, der nur von Erwachsenen sowie Jugendlichen ab 14. Lebensjahr (Voraussetzung: bronzenes Schwimmabzeichen) gekauft werden kann.

Die Chip-Träger haften automatisch für die sie begleitenden Personen (Aufsichtspflicht geht vom Betreiber auf die Mitglieder über) und müssen beim Kauf die Anerkennung der Badeordnung und den Haftungsausschluss schriftlich bestätigen.

Als weitere Sicherungsmaßnahmen nannte Lederer die Einzäunung des Weihergeländes und die Bereithaltung von Rettungsringen/Rettungsstangen. Adlmaier stellte danach das Finanzkonzept für den Betrieb des Badeteichs vor, das - nach Abzug von Einnahmen und Zuschüssen - jährlich verbleibende Kosten von zirka 1400 Euro vorsieht. Dieser Betrag müsse durch Mitgliedsbeiträge und den Verkauf der Zutritt-Chips gedeckt werden.

Nach der Diskussion, in der auch vereinzelt Kritik am unterjährigen Informationsfluss aufkam, wurde die künftige Trägerschaft durch den Dorfverein festgelegt. Dieser müsse in einen "eingetragenen Verein" umgewandelt werden und Mitgliedsbeiträge erheben. Da derzeit jeder Berblinger Bürger beitragsfrei Mitglied im Dorfverein ist, schlug Adlmaier zur Klärung dieses Sachverhaltes eine in Kürze abzuhaltende, separate Versammlung vor. Dem stimmten die Anwesenden zu, da ohne Vereinsträgerschaft kein Badebetrieb.

Hampel berichtete anschließend über die im Juni zu erwartende Fertigstellung des Bolzplatzes, dankte allen Dorfbewohnern für die Eigenleistungen und äußerte auch für künftige Einsätze die Hoffnung auf rege Beteiligung. Er informierte über die geplante Errichtung von zwölf Stellplätzen an der Gröbener Straße, die für den Badebetrieb wichtig seien. Außerdem legte er den Dorfbewohnern nahe, weiterhin von den Fördermitteln für Privatmaßnahmen im Rahmen der Dorferneuerung Gebrauch zu machen.

Für die endgültige Planung und Umsetzung der Dorfteich-Maßnahmen schlug er die Gründung einer Projektgruppe vor, zu deren Mitwirkung sich einige Versammlungsteilnehmer spontan bereit erklärten. Als Dank an Bürgermeister Lederer für seine Unterstützung überreichte er ihm den Berbling-Kalender.

Eingangs der Jahresversammlung, die von Aiblings Bürgermeister Felix Schwaller eröffnet wurde, hatten Dorfvereinsvorsitzender Adlmaier und Schriftführer Rudolf Reischl über die Aktivitäten 2009 berichtet. Den von Kassier Alois Koller vorgetragenen Bericht hatte Michael Bichler im Namen der Revisoren für "einwandfrei" befunden.

bjn/Mangfall-Bote

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